„Kinder sind unsere Zukunft“

Kinder mit schwierigen Starbedingungen fördern, das ist die Aufgabe der KinderHelden und des Parship Stiftungsfonds. Was damit gemeint ist, erklären die KinderHelden-Gründer Linn Schöllhorn und Ralph Benz im Interview.

„Kinder sind unsere Zukunft“

Unter dem Motto „Glücksmomente teilen, Glücksmomente schenken“ unterstützen wir mit dem Parship-Fonds die Arbeit der wohltätigen Organisation KinderHelden.

Nicht jedes Kind hat optimale Startbedingungen ins Leben – und genau hier setzen die KinderHelden mit ihrem Mentoring-Programm an. Das Gründungsduo Linn Schöllhorn und Ralph Benz erklärt im Interview, wie das genau funktioniert und was es mit den „Tandems“ der KinderHelden auf sich hat.

1. Die KinderHelden unterstützen Kinder mit erschwerten Startbedingungen. Was bedeutet das?

Bei KinderHelden werden Jungen und Mädchen insbesondere im Grundschulalter unterstützt, die sehr von einem zusätzlichen Ansprechpartner profitieren. Da gibt es zum Beispiel die Tochter aus einer Migrantenfamilie, deren Eltern möchten, dass sie Kontakt zu einer deutschen Mentorin hat. Die Mentorin soll ihr helfen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, um sich hier besser in die Gesellschaft zu integrieren. Oder den Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der in den ersten Jahren seines Lebens – zu Hause, im Kindergarten und in der Grundschule – fast nur Frauen begegnet. Übrigens: Rund 50% der Kinder, die bei KinderHelden teilnehmen, wachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil auf und rund 70 % der Kinder haben ausländische Wurzeln.

2. Jedes Kind bekommt seinen eigenen, ehrenamtlich tätigen  Mentor als persönliche Bezugsperson und großen Bruder oder große Schwester zur Seite gestellt. Wie verbringen diese Gespanne – Sie nennen sie „Tandems“ – ihre gemeinsame Zeit?

Je nach Förderschwerpunkt – individuell zugeschnitten auf jedes Kind – können diese Treffen ganz unterschiedlich verlaufen. Wenn die schulische Unterstützung und die Verbesserung des Lern- und Arbeitsverhalten im Vordergrund stehen, trifft sich das Tandem zuerst einmal in der Schule oder an einem anderem Lernort, um spielerisch schulische Themen aufzugreifen. Das Selbstvertrauen des Kindes wird bei sinnvollen Freizeitaktivtäten und durch die ungeteilte Aufmerksamkeit des Mentors unterstützt. Die regelmäßigen Treffen von zwei bis drei Stunden über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr, oft länger, ermöglichen eine nachhaltige Förderung in verschiedenen Bereichen, die sich gegenseitig befördern.

3. Hören Sie auch Feedback zu Ihrer Arbeit von den Eltern der Mentoring-Kinder? Was sagen sie?

Die Eltern sind glücklich, dass neben der Schule den Kindern diese individuelle Form der Förderung zuteil wird. Viele Eltern wünschen sich vor allem beim Übergang zur weiterführenden Schule Unterstützung, da sie beispielsweise das deutsche Bildungssystem nicht kennen und auch den Kindern schulisch nicht helfen können. Eine alleinerziehende Mutter ist zudem sehr froh, dass ihr Junge nun endlich „Männersachen“ machen kann.

4. Nicht jeder Mentor passt zu jedem Kind. Deshalb gibt es auch bei Ihnen eine Art „Matching“ um die richtige Kombination aus Mentor und Mentee (Kind)  zu finden – fast wie beim Parship-Prinzip. Wie stellen Sie die passenden Paare zusammen und welche Fähigkeiten muss ein Mentor mitbringen?

Die Zusammenstellung der Tandems aus Mentor und Schützling beruht auf einem sorgfältigen Qualitätsprozess. Dabei wird unter anderem darauf geachtet, dass die Tandems sich an einem gemeinsamen Ort treffen können und von ihren Interessen und ihrer Persönlichkeit her gut zueinander passen. Mentoren sollten Offenheit und Verantwortungsbewusstsein sowie Konfliktfähigkeit mitbringen. Sie sollten zudem natürlich Freude am Umgang mit Kindern haben, um diese schulisch und in der Freizeit zu fördern.

5. Für uns bedeutet Erfolg glückliche Paare, die eine erfüllte Beziehung führen. Bei Ihnen sind es glückliche Kinder, die ihre Potenziale besser ausschöpfen können. Aber wie genau kann ein Mentor seinem Schützling helfen? Welche Erfolge beobachten Sie in Ihrer täglichen Arbeit?

Anhand des Bildungsplanes kann der Mentor sehr gut sehen, in welchen Bereichen sein Schützling unterstützt werden soll. Neben der schulischen Unterstützung kann die Mentorin bzw. der Mentor neue Perspektiven eröffnen, motivieren,  Neues auszuprobieren und als große Freundin bzw. großer Freund da sein. Insgesamt sehen wir, dass die Kinder sich in der Schule und auch sprachlich sehr verbessern und sich selbst mehr zutrauen. Ein Mädchen fasste es schön zusammen als sie sagte: „Ich bin jetzt viel mutiger als früher.“

6. Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen: Was wünschen Sie sich für unsere Gesellschaft? Wie soll die Arbeit der KinderHelden in zehn Jahren aussehen?

Nach wie vor müssen wir für die Chancen- und Bildungsgerechtigkeit in Deutschland hart arbeiten. Wir möchten dazu beitragen, dass jedes Kind eine echte Chance bekommt. Wir brauchen Kinder, die mit Recht an ihre gute Zukunft glauben können, damit wir alle eine gute Zukunft haben.

Mentoring stärkt Kinder in ihrer Eigenverantwortung und hilft ihnen, ihr Potential zu entfalten. Wir fördern damit sowohl die Bildungs- und Teilhabechancen als auch den sozialen Zusammenhalt in der Bevölkerung.

Wir wünschen uns deshalb, dass sich die Mentoring-Idee in unserer Gesellschaft so etabliert, dass Mentoring flächendeckend und mit einer Regelfinanzierung angeboten werden kann. Zudem wünschen wir uns, dass Erwachsene von sich aus motiviert sind, ihr Wissen an die jüngere Generation weiterzugeben. Möge es ganz viele „Helden“ für unsere Kinder geben.

Über die KinderHelden:

Linn Schöllhorn gründete KinderHelden und ist Ansprechpartnerin für alle, die sich in den Regionen Rhein-Neckar und Rhein-Main engagieren, ob als Unternehmen, Schule oder Netzwerk.
Für Linn Schöllhorn ist die Unterstützung von Kindern durch Mentoring eine Herzensache. So baute sie seit 2007 Big Brothers Big Sisters in Rhein-Neckar auf und leitete die Regionen Rhein-Neckar und Rhein-Main. Vor ihrem Wechsel zu Big Brothers Big Sisters Deutschland arbeitete sie im Marketing bei Parker Hannifin. Sie ist verheiratet und lebt zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter in der Rhein-Neckar Region.

Ralph Benz gründete KinderHelden und ist Ansprechpartner für alle, die sich in der Region Stuttgart engagieren, ob als Unternehmen, Schule, oder Netzwerkpartner.
Mentoring bietet die bereichernde Möglichkeit, im Leben eines Kindes nachhaltig Positives zu bewirken. Durch die Unterstützung in Schule und Freizeit und die gelebte Vorbildfunktion der Mentorinnen und Mentoren werden den Kindern Perspektiven eröffnet und ihre Eigenmotivation gefördert.
Ralph Benz baute Big Brothers Big Sisters in der Region Stuttgart seit 2009  auf. Zuvor war er viele Jahre in leitender Funktion im Produktmanagement und Marketing tätig. Ralph Benz ist Vater eines siebenjährigen Sohnes und lebt mit seiner Familie in der Region Stuttgart.