Verliebt? Auf zum Amt!

In Japan versucht man, durch ein Liebesformular die Geburtenrate zu erhöhen – wie das funktioniert, erklärt Vitesse Schleinig.

Ein offizieller Beleg der Behörde dafür, dass man Schmetterlinge im Bauch hat? Klingt verrückt, nicht wahr? Wenn überhaupt, dann sollte man das uns Deutschen zutrauen, DIN-Norm- und Verordnungs-Enthusiasten, die wir sind  – aber nein, die Japaner nehmen’s noch genauer.

Für Stirnrunzeln sorgte bei uns jetzt die Meldung von Liebes-Formularen. In Nagareyama bei Tokio können Paare ihre Liebe nun ganz offiziell registrieren lassen. Formular herunterladen, ausfüllen, einreichen, stempeln lassen, fertig.

Allerdings wird die Aktion nicht von Dauer sein: Anlass ist nämlich der Start eines Liebes-Films, der in Nagareyama gedreht wurde. Die Marketing-Abteilung der Stadtbehörde promotet den Filmstart, unter anderem mit der Idee der Liebesregistrierungen.

Alles nur ein Werbe-Gag also? Nicht ganz. In einem Land mit zu wenig Nachwuchs und der zugleich am schnellsten alternden Gesellschaft der Welt finden Behören immer wieder neue, kreative und zuweilen skurrile Wege, die Geburtenrate zu erhöhen.

Übrigens: In Deutschland ist die Geburtenrate noch niedriger (1,36 hierzulande im Vergleich zu 1,41 in Japan) … Werden wir also beim nächsten Besuch beim Amt gefragt, ob wir nicht nur unseren Wohnsitz ummelden sondern bei der Gelegenheit auch gleich unsere Liebe registrieren lassen wollen?  Unseres Wissens kam noch kein Politiker auf die Idee, eine ähnliche Aktion zu starten. Wäre auch eine ziemlich komische Vorstellung, oder?

Über die Autorin:

Vitesse ist Teil unseres Kommunikation-Teams. In der Liebe schätzt sie die kleinen, inoffiziellen Dinge mehr als den großen Behörden-Stempel. “Wie wichtig mein Partner für mich ist und wie viel er mir bedeutet, zeige ich ihm durch Gesten und Worte. Ich glaube er wäre wenig angetan, wenn ich ihm ein Siegel der Stadt Hamburg überreichen würde. Viel wichtiger für die Liebe ist Quality Time, also Zeit zu zweit.”