Work-Family-Balance: Wie kann das gelingen?

Kind und Job, wie geht das zusammen? Christiane Lénard, Matchmaking-Expertin bei Parship, kommentiert eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Kinder, Partnerschaft, Job – das unter einen Hut zu bringen, ist für viele Familien ein konfliktreicher Dauerbrenner, der nicht selten zu Konflikten und Stress oder sogar zu gesundheitlichen Problemen bis hin zum Burn-out führt. Es muss nach Lösungen gesucht werden, die Situation für Familien zu verbessern. Nicht nur die Politik ist hier gefragt, auch die Wirtschaft sollte nach neuen Modellen Ausschau halten, die es Familien erleichtert, alles miteinander vereinbaren zu können. Letztlich verbessert dies nicht nur die Situation und Zufriedenheit der Familien sondern kann auch dem drohenden Arbeitskräftemangel in Deutschland entgegenwirken:

Im November 2013 hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die die Kosten und Wirkungen einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit von Eltern auf 80 Prozent thematisiert. Laut DIW würde sich damit nicht nur die Situation in den Familien verbessern, den Spagat zwischen Job und Familie zu meistern: „Zudem würde sich das Arbeitskräftepotenzial in Deutschland erhöhen, die Einkommen und Renten vieler Mütter würden steigen.“

32-Stunden-Woche für Eltern

Parship Blog Logo DIHKDie Wirtschaft unterstützt die Idee: So plädiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für eine 35-Stunden Woche für Väter und Mütter. Es ginge darum, den Erwerbsanteil von Frauen zu erhöhen und damit dem drohenden Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.

Auch die Familienministerin Schwesig platzierte einen derartigen Vorschlag. Ihre Forderung nach einer 32-Stunden-Woche für Eltern mit teilweisem Lohnausgleich ließe sich aus Steuergeldern finanzieren. Eine Rückkehr auf eine Vollzeitstelle sollte gesetzlich garantiert werden. Ihr Vorschlag nach dieser Familienarbeitszeit wurde jedoch zunächst von der Regierung als „persönlicher Debattenbeitrag“ zurückgewiesen, man wolle sich in dieser Legislaturperiode damit nicht beschäftigen. Doch nun kommt Bewegung in die Debatte: „Die 35-Stunden Woche für Eltern ist eine gute Idee“, sagte der Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Paul Lehrieder (CSU), und forderte einen zügigen Gesetzesentwurf.

Gut ausgebildet in den Minijob?

Wir von Parship können diesen Vorschlägen nur uneingeschränkt zustimmen. Wir wissen aus unserer Arbeit und Forschung mit Paaren, dass einer der größten Stressoren für die Partnerschaft die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist. Die Frau bleibt nach der Geburt zu Hause und fängt frühestens ein Jahr danach wieder an für ein paar Stunden zu arbeiten, der Mann arbeitet Vollzeit? Dieses Modell ist für viele Paare nicht mehr attraktiv. Viele gut ausgebildete Mütter wollen nicht nur im Rahmen eines Minijobs etwas dazu verdienen, sondern möchten wieder richtig am Berufsleben teilnehmen und sich beweisen können. Andererseits möchten viele Väter nicht nur einen Teil der Elternzeit nehmen, sondern auch danach noch für den Nachwuchs sorgen und nicht nur gerade noch rechtzeitig zum Gute-Nacht-Kuss aus dem Büro nach Hause eilen. Diesen Spagat zu leben, stresst viele Paare und führt nicht selten zu Konflikten oder gar Trennungen.

Aber es erfordert auch ein Umdenken der Gesellschaft.  Denn auf der einen Seite haben wir junge Mütter und Väter, die ihren Job lieben, die Lust haben, etwas zu leisten und erfolgreich zu sein UND liebend gern mit ihren Kindern Zeit verbringen und für Sie da sein wollen. Auf der anderen Seite gibt es immer noch Vorbehalte z.B. gegenüber Vätern, die die Elternzeit für sich beanspruchen und den Job damit vermeintlich nicht an die erste Stelle setzen oder gegenüber Frauen in Führungspositionen, die nach einem oder drei Jahren Babypause wieder in ihren alten Job mit verringerter Arbeitszeit zurückkehren wollen. Nicht wenigen wird signalisiert, dass sie sich dann aber besser keine Hoffnungen auf Aufstieg oder Karriere machen sollten.

Alles muss möglich sein

Wir von Parship sagen, es muss alles möglich sein: Job und Karriere und Kinder und Partnerschaft. Sowohl für Frauen als auch für Männer. Dafür setzen wir uns ein und unterstützen Singles mit der Analyse des Fragebogens und dem Matching-Verfahren dabei, einen Partner zu finden, der mit Ihnen wichtige Merkmale der Partnerschafts-Persönlichkeit und Vorstellungen von gleichberechtigter und erfüllter Partnerschaft und glücklicher Zukunft teilen kann. Damit hat das Paar eine sehr gute Ausgangsposition, um mit künftigen Belastungssituationen besser umgehen zu können.

Über die Autorin:

Christiane steht an der Spitze des Experten-Teams bei Parship und leitet die Forschung zu Partnerschaftsqualität und -stabilität. Die Diplom-Soziologin ist seit fünf Jahren für Parship tätig und Mutter von zwei Kindern.