Einrichtungstipps für mehr Sympathie

Tine Wittler („Einsatz in 4 Wänden“) verrät, wie Sie Ihre Wohnung vor einem Date auf Vordermann bringen, warum Kerzen ein Dauerbrenner sind und was die Einrichtung über den Charakter aussagt.

12 Fragen an Einrichtungsqueen Tine Wittler

Die Einrichtungsexpertin im Interview

1. Als Einrichtungsqueen sind Sie dafür bekannt, stets den richtigen Stil zu treffen. Die perfekte Deko ohne Kitsch eben! Bei der ersten Verabredung in den vier Wänden ist ein Auge dafür Gold wert. Wie bereitet man seine Wohnung auf den anstehenden Besuch vor?

Wie wir unser Zuhause gestalten, sagt ähnlich viel über uns aus wie die Mode, die wir tragen. Wichtig ist deshalb auch hier, sich nicht krampfhaft zu verstellen, weil man gefallen will – oder Dinge vorzugaukeln, die nicht zu einem passen oder nicht dem Alltag entsprechen.

Sprich: aufräumen und einige Kleinigkeiten, die einem persönlich wichtig sind oder auf die man stolz ist, in besonders gutes Licht rücken: Ja. Die komplette Bude umdesignen, neu ausstaffieren und Möbelrücken in letzter Sekunde: Nein.

2. Welche Dinge sollte man lieber „unter den Teppich kehren“ oder im Schrank verstecken?

Für Frauen: Kuscheltiere und Teddybären, Baby- oder Porzellanpuppen im Schlafzimmer wirken vermutlich auf keinen Mann anziehend!

Männer neigen meiner Erfahrung nach zum Horten von kleinen Gegenständen wie Münzen, Zetteln, Technikteilen und so weiter in Hosentaschen und anderswo, die, unachtsam irgendwo ausgekippt, schnell den Eindruck eines kleinen (wenn auch oft sympathischen) Chaos vermitteln. Ein Korb oder eine Schachtel, in denen man diese Kleinigkeiten auf die Schnelle einfach mal eben zusammenklaubt, kann da viel helfen, ohne dass man gleich stundenlang mit Aufräumen und Wegsortieren beschäftigt ist.

3. Worauf würden Sie beim ersten Date in der Wohnung Ihres Gegenübers achten?

Letztendlich gar nicht mal auf einzelne Details, sondern auf den Gesamteindruck: Ergeben Bewohner und Wohnumfeld ein stimmiges Bild? Ist es in irgendeiner Form gemütlich, sprich: Wird hier wirklich gewohnt? Oder nur „repräsentiert“ (wohl die unschönste Form des Wohnens, und das spürt man meistens auch)? Eine Wohnung, die sehr clean oder sehr leer ist, würde auf mich persönlich eher abschreckend wirken. Aber das ist natürlich auch reine Geschmackssache.

4. Was wäre für Sie der absolute Stimmungskiller?

Grelle Beleuchtung. Die berühmte 100 Watt-Birne, die einsam und allein, dafür aber umso gleißender strahlend von der Decke baumelt und einen sonst eher spärlich möblierten Raum bescheint, erinnert wohl jede Frau eher an eine Verabredung mit einem Serienkiller als an das Date mit dem potenziellen Traummann.

5. Wie haben Sie in der Vergangenheit neue Bekanntschaften zuhause empfangen? Entspannt und ohne Aufregung oder erst nach stundenlangem Aufräumen?

Generell ein eher ordentlicher Mensch zu sein, hilft natürlich, wenn Gäste sich angesagt haben – dann kann man sich gleich auf das Entscheidende konzentrieren: die Vorbereitung auf den Besuch selbst! Also ein bisschen Zeit in die Gedanken an und die Organisation für die Bewirtung sowie in das eigene Erscheinungsbild zu investieren.

Entspannt zu sein finde ich übrigens vorher ganz wichtig – egal, ob es sich um eine neue Bekanntschaft, um alte Freunde oder Familienbesuch handelt! Ich versuche generell, wenn ich Gäste habe, immer eine halbe Stunde vor der angesagten Zeit mit den Vorbereitungen fertig zu sein und dann bei einem Kaffee auf den Besuch warten zu können. Diese halbe Stunde, die „Ruhe vor dem Sturm“, genieße ich meistens sehr, denn die Vorfreude steigt. Und wenn es dann wirklich klingelt, ist man gleich voll für die Gäste da.

6. Liebesfilme und Zeitungen suggerieren uns, dass Kerzen die romantischen Stimmungsmacher schlechthin sind. Doch ist das nicht abgedroschen? Was bedeutet Romantik für Sie?

Nein, absolut nicht. Kerzen sind und bleiben der Klassiker, um einfach, schnell und günstig eine besondere Stimmung zu erzeugen, die Nähe, Wärme, Intimität und Gemütlichkeit ausstrahlt. Romantik ist für jeden etwas anderes – aber es gibt wohl kaum jemanden, der gegen Kerzenschein immun ist. Wir verbinden damit auch Dinge wie Geborgenheit, Bodenständigkeit, Urvertrauen, Heimeligkeit. Und abgesehen davon ist Kerzenlicht natürlich auch ein Weichzeichner, der zu einem samtigen Aussehen und zum Wohlfühlen gleichermaßen beiträgt.

7. Was ist Ihre Erfahrung: Wo sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen? Wer tut sich schwerer beim Dekorieren und warum?

Oft ist Dekorieren immer noch „Frauensache“, während „er“ sich eher um die technischen Dinge kümmert. Das hat sicherlich auch viel mit erlerntem Verhalten zu tun.

Beim Zusammenleben geht es dann meistens um einen Kompromiss zwischen „praktisch“ und „schön“. So toll eine liebevolle Deko auch sein mag: Sie nützt nichts, wenn sie nur im Weg herumsteht und den Dingen, die alltäglich gebraucht werden, Platz wegnimmt. Der Grundsatz „Form follows function“ hilft bei der Überlegung, wie man diesen Kompromiss anpacken will – also erst die praktischen Anforderungen erfüllen, dann darüber nachdenken, wie diese auch optisch etwas hermachen können.

8. Worauf sollte man achten, wenn man den Charakter seines Dating-Partners anhand seines trauten Heims erforschen möchte?

Auf Leidenschaften, die man auch der Wohnung ansieht: Gibt es zum Beispiel viele Bücher, Platten oder ein Musikinstrument? Gibt es Fotos oder kleine Erinnerungen an den Wänden, am Kühlschrank oder sonstwo, von Freunden, besonderen Ereignissen, der Familie? Stehen Statussymbole wie der riesige Flatscreen oder die HiTech-Musikanlage „nackig“ oder inszeniert im Mittelpunkt, oder sind sie eher wohnlich-beiläufig integriert?

9. Sie sind weit gereist (u.a. Afrika), wie Ihr Buch und Film „Wer schön sein will, muss reisen“ beweisen, und haben einen Einblick in Liebe & Leben unterschiedlichster Kulturen erhalten. Gibt es eine Erkenntnis, die Sie auf Ihrer Reise nachhaltig beeinflusst hat?

Die Stärke der mauretanischen Frauen ist beeindruckend. In einem Land, in dem vordergründig die Männer das Sagen haben, haben sie eine große Raffinesse entwickelt, trotzdem zu bekommen, was sie wollen, und die Gesellschaft aus dem Hintergrund maßgeblich zu beeinflussen. Das hat mich sehr beeindruckt.

10. Was halten Sie persönlich von Online-Partnersuche?

Ein völlig legitimer Weg, einen Partner zu suchen! Aber dann sollte aus „Online“ auch schnell „Offline“ werden. Nur in der persönlichen Begegnung kann ich herausfinden, wer wirklich zu mir passt.

11. Was würden Sie Langzeit-Singles auf Partnersuche raten, um den passenden Partner zu finden?

Nicht verzweifeln – denn das strahlt man dann vermutlich auch aus. Eher ganz entspannt auf das gute alte Sprichwort bauen, dass jeder Topf irgendwann seinen Deckel findet. Denn das stimmt schlicht, sonst wäre die Menschheit wohl schon ausgestorben. Und bis es soweit ist, die Single-Zeit und die dazugehörigen Freiheiten genießen!

12. Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:

Männer … sind wie Frauen, nur anders.

Das Problem bei Dates in den eigenen vier Wänden ist, … dass man nicht fliehen kann, sondern das Gegenüber bei Nichtkompatibilität irgendwie wegkomplimentieren muss.

Die heutige Frau findet keinen Kerl, … weil sie sich und ihrem Glück manchmal selbst im Weg steht. Gilt aber andersrum genauso!

Der perfekte Partner  ist für jeden Menschen anders. Zum Glück!

Das Aussehen ist bei der Partnersuche … nur im allerersten Moment von Bedeutung. Und der allererste Moment ist meiner Meinung nach nicht entscheidend dafür, ob eine Begegnung das Potenzial für eine zukünftige Beziehung birgt. Schließlich lebt man am Ende nicht mit der äußeren Hülle eines Menschen zusammen. Sondern mit dem, was drinsteckt.

Vielen Dank für das Interview!

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