Parfümdesignerin Ulrike Ebeling

Ulrike Ebeling weiß, dass ein richtig gewähltes Parfüm die Persönlichkeit ideal unterstreichen kann. Erfahren Sie hier, warum der individuelle Duft auch bei der Partnerwahl entscheidend ist und den Ausgang eines Dates ganz wesentlich beeinflussen kann.

Inhalt:

→ Die Duftexpertin im Interview
→ Über die Wirkung von Düften
→ Die Wirkung von Düften auf die Attraktivität

Die Duftexpertin im Interview

1. Sie sind seit 25 Jahren in der Duftindustrie zu Hause, leben und lieben das Produkt „Parfüm“. Was ist für Sie das faszinierende am Thema Duft?

Düfte und geruchliche Eindrücke faszinieren mich von je her. Düfte und Gerüche haben einen beeindruckenden Effekt, sie wirken unterschwellig, sind oft kaum wahrnehmbar und dennoch präsent. Sie können Emotionen auslösen und in uns unvermittelt Bilder und Erinnerungen wachzurufen, ohne dass wir dies zu steuern vermögen. Angenehme Düfte machen gute Stimmung und so ist nicht zuletzt auch das passende Parfüm immer ein „Gute-Laune-Faktor“ und sollte uns durch den Tag oder beim ersten Date begleiten.

2. Wie wichtig ist der eigene Duft bei der Partnersuche, insbesondere beim ersten Date? Ist es möglich mit bestimmten Düften sein Date zu betören?

Ein Duft allein kann unser Date sicher nicht betören. Aber der falsche Duft kann im Umkehrschluß viel zunichte machen. Auf jeden Fall sollte der verwendete Duft mit der Persönlichkeit harmonieren, sollte den Eigengeruch auf angenehme Weise unterstreichen. Ein Duft darf niemals dominant wirken und von der eigenen Persönlichkeit ablenken. Es ist wichtig, dass man selbst immer erst als Person wahrgenommen wird, und nicht allein der Duft den Raum füllt.

3. Kann man sich mit seinem Eigenduft „die Show vermasseln“, obwohl ansonsten alles (Optik, Eigenschaften) stimmt?

Ja leider kann man das! Getreu dem Motto: „What you smell is what you get“ kann man seiner Persönlichkeit Ausdruck verleihen. Im positiven Sinne heißt dies, dass dann Optik und harmonischer Geruchseindruck stimmen und neugierig auf Mehr machen sollen. Im schlimmsten Fall hat dies mit mangelnder Körperhygiene zutun, allerdings kann man genauso wenig mit dem völlig falschen Parfüm beim Date punkten.

4. Wie kann man seinen eigenen Dufttypen herausfinden und warum ist er so wichtig für das nötige Selbstvertrauen, gerade bei der Partnersuche/dem ersten Date?

Der richtige Duft unterstreicht die Persönlichkeit. Viele Parfümverwender sind jedoch unsicher und haben kein Empfinden dafür, was Ihnen steht und was zu ihrem Typ passt. Manchmal sind es auch schlechte Berater beim Kauf des Parfüms. Ein sportlicher Typ sollte immer einen frischen dezenten Duft tragen und zum Beispiel keine schweren orientalischen Parfüms verwenden. Eine romantisch veranlagte Frau sollte sicherlich eher einen leichten blumigen Duft tragen und auf schwere holzige Noten verzichten. Die Reihe könnten wir beliebig so fortsetzen. Nicht zuletzt ist dies ist ja auch ein wesentlicher Bestandteil meiner Dufttypberatung.

5. Gibt es auch einen Duft, der zu jedem passt, mit dem man nichts „falschmachen“ kann und zum „duften Typ“ wird?

Nein, das wäre zu ambitioniert. Einen Duft für alle, den kann es gar nicht geben. Dafür sind wir zum Glück ja alle viel zu individuell. Aber prinzipiell gilt, wenn man unsicher ist in der Auswahl des Dufts, dann sollte man auf jeden Fall etwas Unaufdringliches wählen und vor allem nicht „zu viel des Guten“ auftragen.

6. Welche Rolle spielen gemeinsam erlebte Düfte in einer Partnerschaft? Gibt es einen Duft, der Sie mit Ihrem Ehemann verbindet?

So wie viele Paare durch eine gemeinsame Melodie verbunden sind – „Liebling, sie spielen unser Lied“ – so gibt es sicherlich auch schöne gemeinsame Erinnerungen, die durch eine spontane Geruchskulisse wachgerufen werden, wie zum Beispiel das erste Kennenlernen oder den ersten gemeinsamen Kuss.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Duft, den mein Mann trug als wir uns kennenlernten. Er hat dieses Parfüm noch viele Jahre getragen, nur leider ist dieser Duft im Markt schon lange nicht mehr erhältlich. Daher habe ich in meiner neuen Smellbound Kollektion einen Herrenduft kreiert, der einige Aspekte dieses Dufts widerspiegelt. Seither benutzt mein Mann diesen Duft täglich, was ich unglaublich schön finde. Zudem sind mein Mann und ich leidenschaftliche Segler und alles was mit Seeluft, Meeresbrise und Strand zu tun hat, verbindet uns.

7. Düfte können auch abschrecken, nicht umsonst spricht man von „den kann ich nicht riechen“. Können sich die zu einem passenden Düfte auch ändern, so dass eine erneute Dufttypanalyse nötig wird?

Im Laufe des Lebens sind wir tatsächlich vielen Einflüssen ausgesetzt, die unseren Eigengeruch und unsere Körperchemie beeinträchtigen können. Dies kann hormonelle Ursachen haben, wie zum Beispiel während einer Schwangerschaft oder im fortschreitenden Lebensalter, aber auch Medikamenteneinnahme kann unseren Eigengeruch verändern. Nicht zuletzt auch Ernährung oder Ernährungsumstellung können hier beeinträchtigend wirken, so dass man vorher verwendete Parfüms auf einmal an sich selbst nicht mehr riechen mag. Der äußere Dufttyp als solches ändert sich aber meist nur wenig.

8. Seit einiger Zeit arbeitet sie eng mit einem neurobiologischen Institut zusammen zur wissenschaftlichen Ausarbeitung und Durchführung einer Studie über die Wirkung von Düften. Erzählen Sie kurz davon.

Diese Kooperation ist tatsächlich unglaublich spannend. Die Studie läuft unter Verwendung von speziell entwickelten Smellbound Düften und erforscht die Wirkung von Düften auf die Attraktivität von Personen. An der Testreihe hat bereits eine Großzahl von Probanden teilgenommen und die Testergebnisse der Wirkung auf das menschliche Gehirn wird durch bildgebende Maßnahmen sehr gut dargestellt. Erste signifikante Ergebnisse liegen bereits vor und zeigen ein frappierendes Resultat. Die Studie wird Ende September abgeschlossen sein, so dass wir dann darüber näheres berichten können.

Vielen Dank für das Interview!

Über die Wirkung von Düften

Wahrnehmen, fühlen, riechen, atmen!

Man muss sich „riechen können“, um sich zu mögen

Man muss den Weg in den „Dunstkreis“ des Anderen finden, also in das geruchliche Umfeld gelangen. In der heutigen Zeit hat das nicht immer mit dem eigenen Körpergeruch zu tun, in unserer Zeit wird erwartet, dass man gepflegt riecht. Der eigene Körpergeruch, womöglich Schweiß und andere Ausdünstungen, kommen nicht gut an – schon gar nicht beim ersten Date! Archaische Instinkte sind hier nicht gefragt. Die Erwartungshaltung in der modernen Welt will, dass man angenehm riecht und Duschgel, Deo und ein Duftwasser zum Einsatz kommen. Aber auch hier muss die geruchliche Ausstrahlung authentisch bleiben. Der Duft muss zum Typ passen und die äußere Erscheinung unterstreichen.

Man sagt, man hat nur einmal die Chance, einen ersten guten Eindruck zu machen.

Dies gilt sowohl für gute Umgangsformen als auch für ein angenehmes gepflegtes Äußeres. Aber auch der Dufteindruck zählt, denn neurobiologische Tests haben erwiesen, dass die Attraktivität eines Menschen dramatisch sinkt, sobald der Eigengeruch, aber auch der ausgewählte Duft nicht harmonieren. Dann findet man nicht in den Dunstkreis des Anderen, man will dort gar nicht hinein!
Die Körperchemie, in die man später nach dem intimen Kennenlernen abtaucht, stellt eine ganz andere Ebene dar und hat meist beim ersten Date nichts zu suchen. Damit sich Menschen überhaupt aufeinander einlassen, muss man zunächst attraktiv erscheinen. Der richtige Duft gehört dazu und gibt Selbstvertrauen. Die körperliche Ebene wird später wichtig, nach der Attraktivität kommt das körperliche Verlangen und wen wir gut riechen können, den wollen wir auch über unsere Sinne wahrnehmen, fühlen, riechen, atmen …

Aber warum ist dies so wichtig?

Das Evolutionsprinzip sieht vor, dass wir uns instinktiv einen geeigneten Partner suchen, um gesunde Nachkommen zu haben. Dabei legen wir keinen Wert auf genetische Gemeinsamkeiten, sondern sind unterbewusst immer auf der Suche nach einen Partner, der eine möglichst breite Variation an unterschiedlichen Genen bietet. Die Partnerwahl ist also von biochemischen Prozessen in unserem Körper abhängig, die wir rational nicht steuern können. Je größer der Unterschied, desto attraktiver erscheint der Partner. Unsere genetische Grundausstattung läßt sich nicht betrügen und unser Unterbewußtsein sortiert gnadenlos die inkompatiblen Partner aus.

Weniger ist Mehr

Dies ist auch nach tausenden von Jahren der Evolution nicht anders – der falsche Geruchseindruck kann ein Date und die Entscheidung für einen Partner innerhalb kürzester Zeit kippen. Der Eigengeruch ist und bleibt maßgeblich, er kann aber optimal durch das passende, typgerechte Parfüm unterstützt werden. So soll ein Parfüm den Eigengeruch harmonisch unterstreichen und nicht verdecken, vor allem reicht ein Hauch, denn auch hier gilt: „Weniger ist Mehr“.

Die Wirkung von Düften auf die Attraktivität

Im Rahmen einer Kooperation zwischen Smellbound und der Forschungsplattform „NeuroEconomics“ des neurobiologischen Instituts Life & Brain GmbH in Bonn wurde eine wissenschaftliche Studie zur Wirkung von Düften auf die Attraktivitätsbewertung durchgeführt. Hierbei wurde untersucht, welche neuronalen Prozesse dieser Bewertung zugrunde liegen. Für die Studie wurden speziell von Smellbound entwickelte Parfüms verwendet.
 

Unser Geruchssinn wird in der heutigen Zeit deutlich unterschätzt, er stellt eine Kontrollinstanz dar, dient zur Orientierung und läßt uns unsere Umwelt und unsere Mitmenschen wahrnehmen. Dies gilt auch für die Attraktivität unserer Mitmenschen, die durch visuelle Reize, also das Aussehen, aber oft auch durch andere Sinneseindrücke wie das Riechen ermittelt wird. Düfte können sinnliches Verlangen verursachen, oft außerhalb unserer bewussten Wahrnehmung.

Bestimmte Merkmale machen ein Gesicht attraktiver, dazu zählen zum Beispiel volle Lippen, große Augen, hohe Wangenknochen, makellose Haut sowie die Symmetrie des Gesichtes. Diese Merkmale vermitteln Gesundheit und gute Gene, was evolutionär gesehen bei der Partnerwahl entscheidend ist. Darüber hinaus werden attraktiven Menschen oft deutlich positivere Eigenschaften zugeschrieben, so dass diese im Leben häufig erfolgreicher sind – hier spricht man vom sogenannten Beauty-Is-Good-Phänomen. Können wir jemanden nicht riechen, stimmt die Körperchemie nicht.

Die zentrale Frage lautet daher: Können Düfte und Parfüms einen Menschen besser riechen und damit wirken lassen? Innerhalb der Studie wird deutlich, dass Gesichter unter angenehmer Duftkulisse um vieles besser bewertet werden als ohne Dufteinfluss. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass es für das Beauty-Is-Good-Phänomen eine neuronale Basis gibt. Während die Probanden ihre Beurteilung vornahmen, zeigten bestimmte Hirnregionen deutlich erhöhte Aktivität, die Attraktivitätsbewertung nahm signifikant zu …

Zur Person

Ulrike Ebeling
© Ulrike Ebeling

Ulrike Ebeling bietet mit Ihrer Firma Smellbound eine eigene Duftkollektion an: Diese umfasst zwölf Düfte, bestehend aus acht exklusiven Damen- und vier Herrendüften in hochwertigen Flakons und ausgesuchten Schmuckverpackungen. Außerdem gestaltet Ulrike Ebeling individuelle Parfümkonzepte: Sowohl die Komposition des passenden Dufts als auch das individuelle Verpackungsdesign und die Auswahl der Flakons werden von ihr begleitet, ebenso wie die Produktentwicklung, der gesamte Produktionsprozess, das Marketing und der Internetvertrieb. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die persönliche Dufttypberatung, die individuell auf jeden einzelnen Kunden abgestimmt wird. Hier geht es insbesondere um die Persönlichkeit unterstreichende Düfte und das Vermeiden von ungeeigneten Duftkomponenten.

Erfahren Sie mehr über Smellbound und Duftseminaren unter www.smellbound.de/duftseminare