Eifersucht im Überblick: Vom Ursprung bis zu Handlungsempfehlungen

„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“ Dieses berühmte Zitat des Dichters und Denkers Franz Grillparzer bringt das zerstörerische Phänomen ganz treffend auf den Punkt. Wer eifersüchtig ist, misstraut dem Partner, versucht möglicherweise, ihn zu kontrollieren oder spioniert ihm nach. Das führt meist zu Streit und ganz viel Drama. Und am Ende steht womöglich sogar der endgültige Bruch. Doch wieso leiden Menschen unter diesem Gefühl, und wann wird es krankhaft?

Inhalt:

Eifersucht: Definition eines vielfältigen Phänomens

Laut Paarberater und Parship-Coach Eric Hegmann wird die Eifersucht zunächst einmal grundlegend als Verlustangst beschrieben. Sind wir neidisch auf Kollegen, fürchten wir, unsere Stellung im Unternehmen zu verlieren. Kommt ein neues Baby auf die Welt, fürchten Geschwisterkinder, die Liebe der Eltern einzubüßen – oder teilen zu müssen. Es geht also primär um Angst. Und genau diese bringt uns dazu, uns misstrauisch zu verhalten. Wir wollen vermeiden, dass wir verletzt werden und etwas verlieren, das uns wichtig ist. Doch als Folge von der frei ausgelebten und extremen Variante kann genau das eintreten, wovor wir uns am meisten fürchten.

In Beziehungen ist die Definition von Eifersucht davon geprägt, den geliebten Menschen an unserer Seite womöglich für immer zu verlieren. Diese grundlegende Furcht hat vermutlich jeder schon einmal innerhalb seiner Partnerschaft verspürt. Doch wie auch Eric Hegmann betont:

Die Dosis macht das Gift. Ist die Eifersucht groß, fühlt man sich schnell bedroht.

Die innere Erkenntnis ist zunächst nicht das Problem: In der Liebe sind alle Gefühle erlaubt. Eifersüchtig zu sein ist menschlich und vollkommen normal ist. Die wenigsten sind vollkommen frei von der Angst verlassen zu werden.

Ausgelebte Eifersucht ist das eigentliche Problem

Anders sieht es jedoch mit konkreten Reaktionen und Verhaltensweisen gegenüber dem Partner aus, die sich dadurch herauskristallisieren. Mündet das permanente Misstrauen eines Partners in den unbändigen Wunsch, den anderen zu kontrollieren, gerät die Liebe aus dem Gleichgewicht. Sie verliert ihre Freiwilligkeit und wird zur Belastung. Spätestens dann ist der Punkt gekommen, um die Eifersucht gezielt zu bekämpfen. Die extremste und destruktivste Stufe wird als „krankhaft“ bezeichnet. Doch wann genau ist dieses Level erreicht, und wodurch zeichnet sie sich aus?

Wenn die Liebe zum Zwang wird – krankhafte Eifersucht

Ein wenig Misstrauen ist zwar normal und vollkommen in Ordnung – doch nur, wenn offen damit umgegangen wird. Beginnt die Lebensqualität des Eifersüchtigen oder des Partners unter Wahnvorstellungen und Kontrollzwängen zu leiden. Es ist Schluss mit Komplimenten und Zärtlichkeiten. Der Neid übernimmt das Ruder in der Beziehung. Doch was verursacht dieses nagende Gefühl in der Magengrube?

Welche Gründe für Eifersucht gibt es – und sind sie wirklich immer unbegründet?

Wir Menschen sind nicht die einzigen Lebewesen, die eifersüchtig sind. Katzen- und Hundebesitzer können ebenfalls ein Lied davon singen. Befürchtet das Haustier, sein Herrchen teilen zu müssen, wird gebellt, gefaucht, geknurrt oder sogar ignoriert. Der Grund für das Verhalten ist klar: Ein Konkurrent bedroht die exklusive Stellung in der Nahrungskette. Beim Menschen gibt es allerdings verschiedene Gründe.

1. Warnsignal Eifersucht

Manchmal dient missgünstiges Verhalten als deutliches Beziehungsbarometer. Sie muss jedoch nicht unbedingt auf einen drohenden Betrug hinweisen. Läuft es zwischen zwei Menschen nicht rund, kann die Eifersucht eines Partners ein deutliches Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Wird dies in solchen Momenten zum Anlass genommen, die Beziehung zu retten und offen aufeinander zuzugehen, kann das Ergebnis sogar positiv ausfallen.

2. Eifersucht als Folge geringer Selbstachtung

Oft liegt der Grund für das Gefühl nicht einmal im tatsächlichen Verhalten des Partners. Meist steckt die Ursache für Eifersucht schlicht und ergreifend in der Psyche des Betroffenen. Denn der glaubt oftmals, er sei nicht gut genug für den Partner. Der Betroffene „leidet“ hier wörtlich. Betroffene fühlen sich nicht attraktiv, gebildet oder liebenswürdig genug, um mit ihrem Partner mithalten zu können. Ihre größte Sorge: All das wird dem geliebten Menschen plötzlich bewusst und er wendet sich ab.

3. Die krankhafte Ausprägung ist in der Vergangenheit verwurzelt

Liegen weder Beziehungsprobleme noch Minderwertigkeitskomplexe vor, führt die Spurensuche oft in die Vergangenheit. Das kann das familiäre Umfeld aber auch Ex-Partner, auf die Sie noch eifersüchtig sind, betreffen. Schlechte Erfahrungen können dazu führen, dass zukünftige Beziehungen darunter leiden müssen. Führten die Eltern eine unglückliche Ehe? Dann ist es nicht abwegig, dass das Kind Symptome von Bindungsangst entwickelt. Auf dieselbe Weise verletzt zu werden, wie die geliebten Eltern, erscheint als das größtmögliche Grauen.

Das Gleiche gilt, wenn negative Erlebnisse in früheren Beziehungen Eifersucht hervorrufen. Ist eine Partnerschaft an Untreue zerbrochen und bleibt dieses Ereignis unverarbeitet, können die Folgen die nächste Beziehung belasten: Betroffene übertragen das Erlebte der Vergangenheit auf den neuen Partner und drängen ihn mit ungerechtfertigtem Neid und Kontrollversuchen in die Enge. Das Tragische daran: Mit ihrem permanenten Argwohn treiben sie den Partner geradezu in fremde Arme.

Interessant bei all diesen Ursachen: Viele Menschen haben ähnliche Erfahrungen gemacht, doch sie sind nicht alle im gleichen Maße eifersüchtig. Das wirft folgende Frage auf:

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Sind manche Menschen eifersüchtiger als andere?

Schlägt Eifersucht in negatives Verhalten um, bereitet sie nicht nur dem Betroffenen, sondern auch seinem Umfeld und vor allem dem Partner große Probleme. Es unterscheidet sich grundlegend zwischen den Geschlechtern. Eine Studie von David Buss, Professor für Psychologie an der Universität von Texas in Austin, stellte fest, dass Frauen hauptsächlich auf emotionale Untreue reagieren – ob tatsächlich oder eingebildet. Männer dagegen springen auf eingebildete oder tatsächliche körperliche Untreue an.

Die Eifersuchts-Falle: Wenn die Vergangenheit einen einholt

Wie stark sich das misstrauische Gefühl bei einem Menschen auszeichnet, bestimmt oftmals seine eigene Vergangenheit. Das weiß auch Parship-Beziehungsexperte Eric Hegmann:

„Häufig sind es Menschen, die bereits einmal betrogen wurden, also schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben. Sie begründen dann ihre Gefühle mit zuvor erlebtem Unrecht. Doch Eifersucht wird nahezu immer zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Der kontrollierte und überwachte Partner wird irgendwann versuchen, sich zu befreien.“

Wenn Trennung unausweichlich ist, würden betroffene Menschen ohne nötige Selbstreflexion ihr Verhalten nicht ändern, so Hegmann. Das Muster wird sich in künftigen Beziehungen schnell wiederholen. Eine extreme Ausprägung des Argwohns treibt den Partner geradezu in die Arme eines anderen. Die Betroffenen erleben dies jedoch oft nicht so. Sie sehen darin vielmehr die Bestätigung der eigenen Ängste. So entsteht ein Kreislauf aus negativem Gefühlschaos – dem ganzen entgegen zu wirken scheint beinahe unmöglich.

Auswirkung der Eifersucht: Ursache für Leid und Ende einer Beziehung?

Doch wann genau hört das ständige Misstrauen auf, „normal“ zu sein und zum extremen Problem zu werden? Der Verlauf ist fließend, doch anhand der Auswirkungen lässt sich eine dreistufige Steigerung skizzieren. Stellen Sie sich zunächst folgende Fragen, wenn Sie immer wieder Situationen mit Ihrem Partner erleben, die von Ängsten geprägt sind:

  • Empfinde ich die Eifersucht als Zeichen der Liebe?
  • Stört mich das Misstrauen meines Partners oder umgekehrt?
  • Stellt dies ein Problem im Alltag dar?
  • Worauf genau basiert das Gefühl?
  • Lassen sich die Gründe für den Argwohn des Partners mit schlüssigen Argumenten aus der Welt schaffen?

Anhand Ihrer Antworten aus dem Eifersucht-Test können Sie einschätzen, ob es sich in Ihrer Beziehung um ein „normales“ Ausmaß handelt, oder ob das negative Gefühl bereits als krankhafte Eifersucht eingestuft werden muss.

Normal und üblich in Beziehungen: Beim gemeinsamen Essen gerät Ihr Partner plötzlich über einen Arbeitskollegen regelrecht ins Schwärmen. „Intelligent, humorvoll, schlagfertig“ – diese Worte versetzen Ihnen einen Stich in der Magengegend. In solchen Situationen ist es vollkommen natürlich eifersüchtig zu sein.

Ungesunde Missgunst: Steigert sich der Neid des Partners immer weiter und manifestiert sich letztendlich in einer Art Liebessucht mit negativem Verhalten, wird sie zu einem echten Problem. Wie bereits erwähnt, verläuft die Grenze zwischen normal und ungesund fließend. Wenn Sie nicht darüber reden, was Sie beschäftigt und sich innerlich hineinsteigern, Ihr Partner könne Ihnen eine andere Person vorziehen, kann es zum Problem werden. Ein deutliches Zeichen für eine Überschreitung ist es, wenn der Partner den anderen zu kontrollieren versucht. Es beginnt mit einem unauffälligen Blick auf das Smartphone und endet in dem – möglicherweise – völlig unbegründeten Verdacht des Betrugs.

Das größte Problem: Eine Beziehung basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Durch Eifersucht wird dem Beschuldigten die Vertrauenswürdigkeit oftmals grundlos abgesprochen, plötzlich befindet er sich in der Defensive. Leben Sie in einer solchen Beziehungskonstellation, sollten Sie alles daransetzen, dieses negative Gefühl aus der Welt zu schaffen. Ansonsten wird die Situation beziehungsschädigend.

Trennung wegen krankhafter Eifersucht: Sind beide Partner in der Spirale aus Kontrollzwang und Verteidigung gefangen, wird es schwer, ohne Hilfe auszubrechen. Auch wenn der von Argwohn und Missgunst geprägte Part der Beziehung seinen Willen bekommt und den Partner komplett kontrollieren kann – beruhigt sein wird er nie. Niemals wird die Angst versiegen, den anderen zu verlieren. Solch eine Konstellation ist mitnichten förderlich für eine glückliche Beziehung. Bleiben Problem und Auslöser unbehandelt, wird der kontrollierte Partner letztendlich versuchen mit einer Trennung auszubrechen. Doch wie können Paare dieses tragische Ende vermeiden?

Wie beide Partner Eifersucht bekämpfen können

Es ist wichtig, möglichst früh angemessen auf erste Anzeichen zu reagieren. So hat Parship-Experte Eric Hegmann einen wichtigen Tipp für Betroffene, die mit einem extrem eifersüchtigen Menschen zusammen sind:

Was der Partner tun kann ist: mehr preis zu geben als er müsste. Also von sich aus viel über seine Gefühle und Sehnsüchte berichten, so dass der Partner sich seiner sicher sein kann.

Besonders falsch sei es laut Hegmann jedoch, auf die Kontrollversuche des Partners einzugehen. Dadurch wird der Betroffene das Gefühl nicht überwinden wollen, sondern sich bestätigt fühlen. Sowohl der Umgang mit einer „normalen“ Ausprägung, als auch die krankhafte Form der Endstufe, will bedacht sein, um sie nicht zu bestärken.

Mit „normal“ ausgeprägter Eifersucht umgehen – so geht’s

Offene Kommunikation ist das A und O – ganz gleich, welcher Part Sie sind.

Die Rolle des Betroffenen: Der Partner des Betroffenen sollte versuchen, mit rationalen Gespräche die eigentlichen Gründe für das Misstrauen herauszufinden und sich empathisch zeigen. An dieser Stelle einige beispielhafte Situationen, in denen Eifersucht in Maßen vollkommen normal ist:

  • Eine alte Flamme taucht im Leben des Partners auf
  • Ein neuer Freund wird als Konkurrenz wahrgenommen
  • Andere Personen werden dem Partner vermeintlich vorgezogen

Dies sind nur einige Beispiele, in denen leichte Bedenken vollkommen normal sind – wir sind schließlich alle Menschen.

Bemerken Sie Anzeichen bei Ihrem Partner, sollten Sie daher mitfühlend reagieren. Versuchen Sie sich in Ihr Gegenüber hineinzuversetzen und herauszufinden, worin die Ursache für die Eifersucht liegt. Versichern Sie ihm, wie viel er Ihnen bedeutet. Zeigen Sie, dass Sie die Gefühle des anderen ernst nehmen. Dennoch sollten Sie auch klare Grenzen setzen, damit die negativen Emotionen nicht Ihre Beziehung gefährden.

Die Opferrolle: Verspüren Sie selbst Verlustangst, sollten Sie Ihr eigenes Verhalten reflektieren: Gibt es einen realen Grund dafür oder spielt das Meiste nur in Ihrem Kopfkino eine Blockbuster-Rolle? Der Eifersüchtige muss lernen, offen seine Ängste zu kommunizieren und gleichzeitig, seinem Partner zuzuhören.

Gut zu wissen: Haben alle Gespräche keinen Effekt, könnte es sich um ein Extremfall handeln. Dann kann jedoch meist nur noch professionelle Hilfe die Beziehung retten.

Der richtige Umgang mit krankhafter Eifersucht

Keine Seltenheit für Beziehungs-Coach Eric Hegmann: „Ich kenne die Aussagen von Betroffenen: Die anderen sind so oberflächlich, ich wurde so oft enttäuscht – ich bleibe lieber allein.“ Er sagt aber auch, dass es Alternativen gibt, die die Bereitschaft zur Veränderung beinhalten. Ohne die wird sich eine Situation nie verbessern, sondern immer nur ein schaler Kompromiss oder ein Aushalten der Schmerzen sein.

Wer sich etwas bricht, lässt sich behandeln, damit er sich wieder bewegen kann. Das gilt auch für das Herz.

, so Hegmann.

Fällt Betroffenen der Neuanfang zu schwer, sollten Sie sich dringend helfen lassen. Denn sind traumatische Erfahrungen der Ursache für die Eifersucht, sollten Sie sich auf keinen Fall zurückziehen! Schrecken Sie davor zurück, sich Hilfe zu suchen, halten Sie sich immer eins vor Augen: Das Leben ist zu kurz, um sich aufgrund früherer Verletzungen die Zukunft zu verbauen. Ihr Liebesleben ist es wert gerettet zu werden!

Darum appelliert auch Eric Hegmann:

Lassen Sie sich helfen. Das ist viel erfolgreicher und auch viel weniger schmerzhaft und anstrengend, als den Rest des Lebens allein zu bleiben oder den Partner mit seiner Eifersucht in eine andere Beziehung zu treiben.

Ein professioneller Paartherapeut kann in dieser Situation eine große Hilfe sein. Er gibt Ihnen und Ihrem Partner hilfreiche Tipps, wie Sie sie überwinden können. Er kann Klarheit schaffen und die Diskussion konstruktiv lenken. So geht er auch dem Auslöser für die negativen Gefühle auf den Grund.

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Fazit: Die Dosis der Eifersucht frühzeitig erkennen und regulieren

Lange Rede, kurzer Sinn: Sie entspringt der vollkommen natürlichen Trennungsangst eines Menschen. Da wir in Bezug auf unseren Partner besonders emotional sind, spielt die Definition von Eifersucht in Beziehungen eine Rolle. Das Gefühl kann jeden von uns treffen. Was wir uns jedoch merken sollten: Die Dosis macht das Gift. Neid und Misstrauen in Maßen ist in Ordnung – solange sie keine Auswirkungen auf das Verhalten innerhalb der Beziehung hat. Die Gründe dafür sind dabei äußerst vielfältig: Läuft etwas in der Beziehung nicht richtig? Oder beeinflusst die Vergangenheit unsere Gefühle? Sind Sie eifersüchtig, sollten Sie den Ursprung ergründen. Es gibt verschiedene Abstufungen  – diese gilt es zu unterscheiden, um entsprechend zu reagieren.

Die wichtigsten Tipps für beide Perspektive in Kürze

Betroffene Opfer
Kommunikation ist das A und O Kommunikation ist das A und O
Versuchen Sie die Ursache herauszufinden Versuchen Sie sich in Ihren Partner hineinzuversetzen
Kämpfen Sie gegen den Kontrollzwang an Zeigen Sie Grenzen auf und lassen Sie sich nicht kontrollieren
Sprechen Sie offen und rational über Ihre Gefühle Seien Sie von sich aus etwas offen und bestätigen Sie Ihre Liebe

Zeigen die Tipps keine Wirkung, sollten Sie einen Experten zu Rate ziehen. Zerbricht die Partnerschaft trotz aller Bemühungen, sollten Sie dennoch einen Spezialisten aufsuchen. Mit professioneller Hilfe können Sie Ihre Gefühle wieder in Ordnung bringen und lernen, zu lieben und zu vertrauen.

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