Trennung mit Kind: Welche Verantwortung Sie haben & wie Sie handeln

Eine Trennung mit Kind ist immer ein einschneidendes und trauriges Ereignis, bei dem alle Beteiligten emotional sehr gefordert und abhängig sind. Hier ist großes Einfühlungsvermögen und viel Fingerspitzengefühl gefragt, insbesondere, wenn den Kindern die Trennung erklärt werden muss. Lesen Sie, welche juristischen und zwischenmenschlichen Aspekte es für Eltern zu berücksichtigen gibt und finden Sie heraus bei welchen Anlaufstellen Sie Unterstützung erhalten.

Inhalt

Was ist für Verheiratete bei einer Trennung mit Kind rechtlich zu beachten?

Im Falle einer Scheidung in der Familie sollten verheiratete Paare folgende wichtige gesetzliche Rahmenbedingungen kennen. Das Sorge- und Umgangsrecht ist in diesem Fall gesetzlich geregelt.

  • Sorgerecht: Eltern mit Trauschein besitzen automatisch das gemeinsame Sorgerecht für das Kind. Entscheidungen von erheblicher Bedeutung für das Kind müssen also immer einverständlich getroffen werden. Über die Angelegenheiten des täglichen Lebens entscheidet der Elternteil, bei dem das Kind lebt. Dies bleibt auch nach einer Scheidung so bestehen, es sei denn, einer der beiden beantragt den alleinigen Anspruch beim Familiengericht.
  • Umgangsrecht: Kinder haben zudem ein Umgangsrecht für beide Eltern, dessen Ausgestaltung die Betroffenen individuell regeln können. Können sie sich nicht einigen, entscheidet das Gericht.
  • Unterhalt: Der erste Schritt bei einer Trennung mit Kind ist die Klärung des Unterhalts. Die Sicherung der Versorgungssituation der Kinder hat dabei oberste Priorität. Die Wohnsituation und deren Finanzierung muss auch geklärt werden. Hausrat und während der Ehe gemeinsam erwirtschaftetes Vermögen werden zu gleichen Teilen geteilt. Kinder haben immer ein Recht auf Unterhalt. Als rechtlicher Vater, und damit unterhaltspflichtig, gilt der Ehemann der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes. Die Höhe des Unterhalts richtet sich nach Kindesalter und Einkommen und orientiert sich an den Richtgrößen der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“. Ehefrauen haben einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt bis der Nachwuchs drei Jahre alt ist.

Was ist für Unverheiratete bei einer Trennung mit Kind rechtlich zu beachten?

Wenn Sie sich trennen und Kinder haben, aber nicht verheiratet sind, gibt es folgenden Abweichungen in Bezug die drei gesetzlich geregelten Punkten zu berücksichtigen:

  • Sorgerecht: Sofern unverheiratete Eltern nicht eine gemeinsame, beurkundete Sorgerechtserklärung abgegeben haben, liegt das Sorgerecht grundsätzlich bei der Mutter. Bei gemeinsamen Sorgerecht entscheiden die Eltern gemeinsam über elementare Kindesangelegenheiten. Nachdem Sie sich mit Kindern getrennt haben, kann jeder Elternteil vor einem Vormundschaftsgericht die Übertragung des alleinigen Sorgerechts verlangen. Das Gericht entscheidet hierbei immer zum Kindeswohl.
  • Umgangsrecht: Nach einer Trennung mit Kind greifen die Regeln für das Umgangsrecht unabhängig davon, ob Eltern miteinander verheiratet sind oder in eheähnlicher Gemeinschaft zusammenlebten. Zur konkreten Ausgestaltung gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, diese handeln die Eltern miteinander aus.
  • Unterhalt: Egal, ob die Eltern miteinander verheiratet waren oder nicht – ein Kind hat in jedem Fall Recht auf Unterhalt. Das Elternteil, bei dem der Nachwuchs lebt, leistet diesen in Form der Betreuung. Der andere Elternteil ist zur Zahlung eines Barunterhalts verpflichtet. Erkennt ein Vater das Kind nicht als sein eigenes an, kann die Mutter einen Vaterschaftstest verlangen. Verweigert der Mann diesen, kann die Mutter eine Vaterschaftsfeststellungsklage erheben. Hilfe bei einer Trennung mit Kind erhalten Mütter also notfalls vor Gericht. Auch unverheirateten Müttern steht wie Ehefrauen ein Betreuungsunterhalt bis zum dritten Lebensjahr des Kindes zu. Ansonsten haben unverheiratete Partner keine weiteren Unterhaltsansprüche gegeneinander.

Tipps für den Umgang der Eltern nach der Trennung mit Kind

Nachdem Sie Schluss gemacht haben stellt sich neben den rechtlichen Abklärungen auch die Frage, was in Sachen Fairplay zu beachten ist. Der Umgang der Eltern miteinander ist dabei von elementarer Bedeutung für das Kind.

  • Friedvoll miteinander umgehen: Im Idealfall geht der Trennungsprozess auf friedlichem Weg vonstatten. Dieses Verhalten nimmt erfreulicherweise auch in der Realität zu. Nicht selten handhaben Eltern die Scheidung sogar freundschaftlich.
  • Das Kind hat immer Priorität: Auch wenn man kein Liebespaar mehr ist, bleibt man immer ein Elternpaar, welches zum Wohle der Kinder gut funktionieren sollte. Die angenehme Grundstimmung macht es dann auch einfacher dem Kind die Trennung zu erklären.
  • Streit untereinander klären: Doch selbst wenn ein Liebesaus mit Beziehungsproblemen einhergeht, sollten die beiden immer bestrebt sein, die Kinder davon fernzuhalten und sie auf keinen Fall mit hineinziehen oder dafür zu instrumentalisieren.
  • Kontakt aufrechterhalten: Wichtig ist, dass beide Elternteile Kontakt zum Kind halten und Nähe bieten in dieser schweren Zeit.
  • Die Situation gemeinsam verarbeiten: Außerdem sollte die Trennung mit dem Kind verarbeitet werden. Es hilft zum Beispiel mit ihm oder ihr über persönliche Ängste zu reden.

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10 goldene Regeln dem Nachwuchs die Trennung zu erklären

Da dieser Moment einen erheblichen Einschnitt im Leben des Kindes darstellt, sollte erst mit ihm gesprochen werden, wenn die gemeinsame Entscheidung getroffen worden ist. Die Eltern sollten sich gründlich vorbereiten, bevor sie dem Kind die Trennung erklären. Empfehlenswert ist es das Gespräch mit dem Kind gemeinsam zu führen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich sein ganzes Leben lang an diesen Austausch erinnern wird. Das Gespräch sollte dann so einfühlsam und kindgerecht wie möglich geschehen. Die nachfolgenden zehn Tipps können dabei nützlich sein:

  1. Schauen Sie ihr Kind dabei an.
  2. Erst Schulkinder können kognitiv begreifen, dass Mama und Papa die Option haben, sich zu trennen, weil sie sich nicht mehr verstehen.
  3. Kleineren Kinder wird am besten gesagt, dass Mutter und Vater nicht mehr zusammenleben wollen.
  4. Stellen Sie die dem Kind die Trennungsgründe mit einfachen, neutralen Worten in Kürze dar, ohne Schuldzuweisungen.
  5. Halten Sie sich an die Fakten – und halten Sie zusammen bei einer Trennung mit Kind.
  6. Die wichtigste Botschaft für das Kind ist, dass beide Elternteile es, egal was kommen mag, immer lieben und für es da sein werden.
  7. Dem Kind muss klar sein, dass es keine Schuld daran hat, dass sich Vater und Mutter getrennt haben.
  8. Haben Sie Antworten parat, wenn das Kind fragt, wie es nun konkret weitergeht.
  9. Heben Sie alle Dinge hervor, die unverändert bleiben.
  10. Direkt nach dem Gespräch sollten beide Elternteile noch für weiteren Redebedarf eine Weile in der Nähe des Kindes bleiben

Beide Eltern müssen nun die Trennung mit ihrem Kind verarbeiten.

Wo Sie nach einer Scheidung mit Kind Hilfe finden

Sowohl für finanzielle Hilfen als auch für psychologische Unterstützung gibt es diverse Anlauf- und Beratungsstellen. Oft ist eine gemeinsame Therapie von Vater, Mutter und Nachwuchs eine gute Möglichkeit für alle Beteiligten, um die Trennung mit Kind verarbeiten zu können und die neue Lebenssituation anzunehmen. Neben dem örtlichen Jugend- und Arbeitsamt gibt es diverse Beratungsstellen freier, öffentlicher oder kirchlicher Träger, welche in der Regel kostenlos beraten – letztere allerdings nur auf sozialpsychologische Aspekte begrenzt. Eine juristische Scheidungsberatung kann dort nicht geleistet werden:

  • profamilia: www.profamilia.de
  • Diakonie Deutschland (evangelisch): www.diakonie.de
  • Caritas (katholisch): www.caritas.de
  • Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV): www.vamv.de
  • Verband berufstätiger Mütter e.V. (vbm): www.berufstaetige-muetter.de
  • Bundesverband für Kindertagespflege e.V.: www.tagesmuetter-bundesverband.de
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen e.V. (BAGE): www.bage.de
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9 von 10 Paaren bleiben zusammen.

Fazit: Bei der Trennung mit Kind gilt nur das Beste für das Kind

Die Kenntnis juristischer Ansprüche gewährleistet die bestmögliche Versorgung des Kindes. Denn egal ob verheiratet oder nicht: Beim gemeinsamen Sorgerecht entscheiden beide Beteiligten über wichtige Belange des Kindes. Und dieses hat immer ein Anrecht auf Unterhalt, auch bei unverheirateten Paaren. Wenn Eltern ihren Kindern erklären, dass Sie sich getrennt haben, sollten Sie dies einfühlsam, kindgerecht und ohne Schuldzuweisungen tun. Außerdem sollten Eltern wissen, wo sie sich Hilfe bei der Trennung mit Kind holen können – beispielsweise für eine gemeinsame Therapie zur psychischen Verarbeitung.

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