Bloggerinnen über die Liebe

Männer und Frauen, Partnerwahl und Partnerschaft – ein Thema, das auch zahlreiche Blogger beschäftigt. Es gibt eine ganze Menge wunderbarer Blogs da draußen, die sich dem schönsten Thema verschrieben haben.

Unsere Liebesbloggerinnen:

→ KussBlog – Spitzen Sie die Lippen
→ Das Mäuschen
→ liebeserklärer – Journalistin mit einem Herz für Herzensthemen
→ Is it love?
→ Kissnapping

KussBlog – Spitzen Sie die Lippen

Der Kuss ist die kleinste und zugleich größte Geste, die es zwischen zwei Menschen geben kann. Er kann die Welt auf den Kopf stellen oder wieder in seine Angeln heben.  Ein Kuss ist so vieles, man kann es kaum in Worte fassen. Lydia Evers vom KussBlog versucht es trotzdem.

Bloggerinnen über die Liebe - KussBlogLydia, als Journalistin schreibst Du über Lifestyle, Kultur und Frauenthemen. Da Du vom Schreiben nicht genug bekommen kannst, hast Du mit dem Bloggen begonnen. Wie kam es dazu und wieso hast Du dein Blog gezielt dem Kuss als Thema gewidmet?

Man kann sich als Journalist die Themen nicht immer selbst aussuchen. Und obwohl ich mit den Bereichen, über die ich schreibe, sehr zufrieden bin, wollte ich zusätzlich etwas eigenes, spielerisches kreieren. Ein Blog ist die perfekte Plattform, um sich auszutoben!

Was den Kuss als Thema meines Blogs angeht, so wollte ich über etwas schreiben, das sowohl Männer als auch Frauen anspricht. Außerdem ist küssen so vieles auf einmal: sexy, romantisch, liebevoll, wissenschaftlich, biologisch, süß; man wird von den Eltern geküsst, von der ersten Liebe, in einem Nachtclub; mal bleibt es beim Küssen, mal führt es zu mehr. Die Bandbreite ist einfach riesig! Und damit auch die Geschichten, die man darüber schreiben kann.

Dass sich der Kuss durch die Geschichte und Kultur zieht, kann man an Deinen Beiträgen wunderbar nachvollziehen. Von Filmküssen über Zitate bis zu Kunstprojekten findet alles Eingang in Dein Blog. Von all den Küssen: Welcher ist Dir dabei am ehesten im Gedächtnis geblieben?

Das ist gar nicht so leicht. Ich finde es generell spannend, was ich bei meiner Recherche so alles übers Küssen herausfinde. Ich meine, wenn man sich zum Beispiel nicht gerade mit dem Weltrekord des längsten Kusses (58 Stunden, 35 Minuten und 58 Sekunden) beschäftigt, weiß man nicht unbedingt, welche (teilweise absurden!) Regeln es beim Wettbewerbküssen gibt! Auch wusste ich nichts von den vielen skurrilen Kuss-Gesetzen oder davon, wie viele Muskeln beim Küssen benutzt werden. Zu meinen „Lieblings-Küssen“ zählen u.a. Andy Barters Foto-Projekt – er fotografierte küssende Pärchen von oben und unten – und in der Kategorie „Kuss-Kino“ der Kuss zwischen Marilyn Monroe und Toni Curtis im Film „Manche mögen’s heiß“.

Wie findest du die Personen, denen Du in der Kategorie “Lippengeständnisse” ihre Erinnerungen zu ihrem ersten Kuss entlockst?

Das ist definitiv eine meiner Lieblings-Kategorien, weil ich mich mit Menschen unterhalte. Und es läuft ganz unterschiedlich. Teilweise ergeben sich Gespräche einfach abends in einer Bar – da ist es auch oft leichter Gesprächsthemen zu finden, weil die Leute locker und gut gelaunt sind. Manchmal sind es Freunde von mir oder ich laufe gezielt durch die Stadt und spreche Menschen an, ob sie Lust haben, mir von ihrem ersten Kuss zu erzählen. Das Interview mit dem Schlagzeuger von „Revolverheld“ kam zustande, weil er vorher bei der #Mundpropaganda-Aktion von GQ mitgemacht hatte – der Bezug zum Küssen war da und er hat gerne mit mir gesprochen.

Am schönsten bei alldem sind die Reaktionen in den Gesichtern der Menschen: Die meisten lächeln, wenn sie nach dem ersten Kuss gefragt werden. Und das wiederum bringt meine Blog-Leser zum Lachen und Schmunzeln. Wer also Lust hat, mir von seinem ersten Kuss zu erzählen, soll sich unbedingt bei mir melden. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Geschichten!

Natürlich können wir uns die Frage nun nicht verkneifen: Wie war Dein erster Kuss?

Bei meinem allerersten Kuss war ich noch im Kindergarten. Da hat mich der kleine Enzo aus Italien hinter so einen riesigen Gymnasikball gezogen und mir einen Schmatzer auf den Mund gedrückt!

Meinen ersten „richtigen“ Kuss hatte ich mit zwölf mit meinem ersten Freund. Er kam mich zuhause besuchen, weil meine Katze gerade Babies bekommen hatte. Beim Abschied standen wir vor dem Haus und haben uns irgendwann geküsst. Wir sind heute noch gute Freunde und ich habe ihn im Nachhinein mal gefragt, wie das für ihn war. Er hat es ganz toll in Erinnerung, ich fand es eher zu nass und ein bisschen komisch. Das Video dazu gibt’s bald auf dem Blog – wir diskutieren darin unseren ersten Kuss und sind nicht so ganz einer Meinung! (lacht)

Als Expertin zum Thema, welche Tipps kannst Du für den perfekten Kuss geben?

Grundsätzlich würde ich sagen: nicht zu viel und nicht zu wenig. Dann gibt es aber bestimmt auch Menschen, die auf sehr nasse Küsse stehen, andere mögen vielleicht gar keine Zungenküsse. Küsst man jemanden zum ersten Mal, findet man sehr schnell heraus, ob es klappt und wie. Das pendelt sich ein (meistens zumindest…). Auch würde ich empfehlen, immer die Augen zu schließen. Man kann sich schließlich viel besser auf den Kuss einlassen, wenn man nicht rechts und links verfolgt, was so um einen herum passiert!

KussBlog finden Sie außerdem hier im Netz:
Hier geht es zum Blog. Oder besuchen Sie Lydia auf Facebook.

Das Mäuschen

Bloggerinnen über die Liebe - mucxmaeuschenHeute im Gespräch: Susi oder „Mäuschen“. Schon seit Mai 2009 treibt sie sich auf Twitter herum und erheitert ihre Gefolgschaft mit ihrer Art das Leben zu betrachten und zu genießen. Dabei teilt sie gerne auch mal aus, bis die rosarote Brille beschlägt. Seit März 2013 hat sie auch das Bloggen für sich entdeckt. Dort widmet sie sich ausführlicher dem Leben in einer auf Pärchen und Zweisamkeit konditionierten Welt und berichtet über Singlediskriminierung im 21. Jahrhundert, ausbleibenden Funkenflug und die Frage, was einen Mann ausmacht.

Susi, was hat Dich zum Bloggen bewegt?

Man sagt mir nach, ich wäre ein echter „Schnatterschnabel“ und, ja, ich habe immer viel zu erzählen. Zudem beschäftigen mich ständig lustige Geschichten und wirre Gedanken. Um eben ein bisschen Ordnung in meinem Hirn zu schaffen – und weil 140 Zeichen oft nicht ausreichen – bin ich auf der Suche nach einer „größeren Bühne“ im Bloggiversum angekommen.

Deine Tweets heben immer wieder die Laune im Büro. Setzt Du Dir beim Twittern einen Fokus oder haust Du einfach in die Tasten?

Freut mich, dass in eurem Arbeitsalltag Platz für ein paar MucXmäusische Späßchen ist. Das ist wirklich allerliebst!

Angefangen zu twittern habe ich aus Neugier. Alle haben auf einmal von „diesem neuen Netzwerk“ gesprochen. Also fix angemeldet und losgezwitschert. Ich bin ja eher von der Sorte „Erst reden, dann denken“ und das kommt mir auf Twitter entgegen. Man darf sagen, was man denkt und alle haben einen trotzdem lieb. Mittlerweile nutze ich es auch als Networking-Plattform, da ich durch das Münchner Twitterprojekt @munichlovesu sehr vielen lieben neuen Bekannten begegnen durfte.

Ich twittere tatsächlich genau das, was mich gerade bewegt, beschäftigt oder ärgert. Und wie das bei einem Single-Mädchen nun mal so ist, kann es auch mal passieren, dass ein Mann was abbekommt. Allerdings soll das nicht Fokus sein, denn ich bin und bleibe eher ein Gute-Laune-Twitterer, mit Gags über und unter der Gürtelline.

Auf Twitter dominiert Dein Alltag, während in Deinem Blog eher Themen zum Single-Dasein auftauchen. Hast Du jemand Bestimmtes im Sinn, wenn Du ins Netz schreibst?

Ja, da ist tatsächlich nichts erfunden oder beschönigt. Es sind reale Erlebnisse, Geschichten aus meinem Alltag und Teil meiner Gefühlswelt. Also alles sehr persönliche Sachen, die ich gern teile, weil sie, mit etwas Abstand betrachtet, ja auch Spaß machen können. Es kam sogar schon vor, dass der Betroffene die Zeilen über sich gelesen und es ihm gefallen hat. Das ist natürlich die schönste Auszeichnung für mich.

Meiner Erfahrung nach geht es überall, wo man steht und geht, um Liebe. Es ist das zentrale Thema, das Menschen beschäftigt. Sei es die Liebe zum Mann, Kind, Freund, die Liebe zu Verflossenen oder vielleicht eine nicht erwiderte Liebe.

Sie begegnet mir nicht nur im Freundeskreis oder unter Kollegen, nein, auch beim Zahnarzt, bei meiner Oma (!!!), beim Einkaufen und sogar mein Tattoowierer schüttet mir zwei Stunden lang sein Herz aus. Es gibt echt kein Entkommen.

Dir wird in deinem Revier München so auf jeden Fall nicht langweilig. Apropos … Die Stadt gilt als Single-Hochburg. Ist es für Flirtwillige ein gutes Pflaster?

Eine gute Frage und zudem ein Thema, das mich seit geraumer Zeit sehr beschäftigt. Was man meistens sieht, sind Flirts, erste Dates und Unverbindlichkeiten. Nett sein darf man immer und zu jedem (sollte man übrigens auch), aber was mir in unserer wunderschönen Bayrischen Landeshauptstadt ein bisschen fehlt, ist ein bisschen mehr Commitment.

Viele gehen gern den ersten Schritt in Richtung romantische Idee: Jungs laden Mädchen zum Essen ein, gehen ins Kino, machen Spaziergänge im Englischen Garten, aber danach kommt nichts mehr. Alle suchen, aber keiner will so recht finden. Woran das liegt? Ich kann es nicht sagen und bin da auch keine Ausnahme. Vielleicht ist es ein bisschen das Prokrastinieren des Erwachsenwerdens oder man ist zu sehr mit dem Job beschäftigt. Alles nur Vermutungen.

Ich freue mich allerdings sehr darüber, dass ich vereinzelt ein paar wenige Paare kennen darf, bei denen noch echte Liebe gelebt und vor allem auch Familienleben praktiziert wird. Das sind für mich kleine Inseln des Glücks, auf die ich mich gern zurückziehe, wenn es in meinem Leben mal wieder nur noch Platz für Absurditäten zu geben scheint.

Hab vielen lieben Dank für das Interview und vielleicht bis bald in München.

Das Mäuschen finden Sie außerdem hier im Netz:
Hier geht es zum Blog. Und auch auf Twitter ist das Mäuschen zu finden.

liebeserklärer – Journalistin mit einem Herz für Herzensthemen

Am Anfang ging es um das Flirten per Facebook, dann um das Herzklopfen mit WhatsApp, um das (Nicht-)Daten mit Hund, plötzliches Pärchen-Dasein, das Online-Einkaufen von Männern und vieles mehr. – So stellt sich Nicola Erdmann auf ihrem Blog liebeserklaerer vor. Im Versuch die Liebe zu erklären schlägt sie sich ganz vorzüglich und vergisst dabei nie die Sache mit Charme und Humor zu sehen. Im Gespräch mit der Frau, die seit Anfang 2012 für die Welt Kompakt die Kolumne “Liebeserklärungen” schreibt.

 

nicola-erdm-300x300 (1)Nicola, Du erklärst die Liebe schon länger in der Welt Kompakt für ein großes Publikum. Magst Du Deine Kolumne kurz vorstellen?

Ich versuche ein bisschen Licht in das rosavernebelte Dunkel der Liebe zu bringen. Dafür schaue ich mir jede Woche einen Promi und sein Beziehungsleben genauer an. Ich will die Fragen dahinter beantworten: Warum fragt man frischgetrennte Promis eigentlich sofort nach einer neuen Liebe? Weil es soziologisch eine „Begründungspflicht für Singles“ gibt. Wie haben Sylvie und Rafael van der Vaart Schluss gemacht? Und wie wäre es richtig? Warum verzeiht Rihanna Chris Brown eigentlich immer wieder? Das ist das Prinzip meiner Kolumne bei Welt Kompakt.

Deine Vita liest sich nämlich spannend und abwechslungsreich. Ein Auszug: Studium der Theater- und Medienwissenschaften, Psychologie mit Schwerpunkt Bindungspsychologie, christliche Publizistik und diverse namhafte Stationen im Journalismus … Nun aber Butter bei die Fische: Wie bist Du an die Kolumne “Liebeserklärungen” gekommen?

Vor dem Start bei Welt Kompakt – diese Zeit folgt auf unsere sechsmonatige Seminar- und Kursphase an der Axel Springer Akademie – wurde jeder gefragt: Welches Projekt willst du in den kommenden sechs Monaten bei der Zeitung verwirklichen?

Für mich war es keine Frage, dass das eine Liebeskolumne sein sollte. Umso hübscher fand ich es, als der Chef die Idee dazu dann auch tatsächlich gut fand und ich eine von denen war, die ihren Plan umsetzen durften.

Ich habe mich dann so sehr in das Kolumnenschreiben verliebt, dass ich sie auch jetzt noch, obwohl ich nicht mehr bei Welt Kompakt arbeite, nebenbei weiter schreibe. Die Liebe ist schließlich nie zu Ende „erklärt“ …

Was uns am meisten überraschte und auch freute: Du gehst als Journalistin den – nach wie vor – ungewöhnlichen Weg neben dem beruflichen Schreiben auch noch zum Thema Liebe und Stil zu bloggen. Sollte man nicht meinen, dass Du die Nase irgendwann voll davon hättest?

Klar ist das manchmal ein bisschen viel. Jeder, der bloggt, weiß, wie zeitintensiv es dann doch ist, wenn man es gut machen will. Aber im Redaktionsalltag kann man natürlich eigene Themen und Ideen nicht immer so umsetzen, wie man es möchte – obwohl ich in der Kolumne wirklich viele Freiheiten habe und sehr glücklich über die Möglichkeiten der „Zwischen Menschen“-Seite der Welt am Sonntag bin.

Aber oft ist es doch schon alleine aus profanen Platzgründen nicht möglich, all die netten Dinge, die man so rausgefunden hat, unterzubringen. All das steht dann so in meinen Block gekritzelt. Es soll aber raus in die Welt.

Weil es um manches eben so schade war, habe ich angefangen, es in meinem Blog zu erzählen – und kann hier auch aktualisierte Fassungen meiner Kolumne noch einmal verwenden. Auf meinem Blog kann sie nochmal hübsch aufbereitet rosa leuchten.

Bei Deiner Themenauswahl bist du angenehm modern unterwegs. Neben dem Spiel der Medien tauchen soziale Netzwerke und technische Spielereien ganz selbstverständlich bei Dir auf. Was hat sich in den letzten fünf Jahren mehr verändert: Die Art, wie wir Liebe bei all den Inszenierungen empfinden, oder das Dating- und Flirtverhalten mit den neuen Möglichkeiten?

Ich denke, die Art, wie wir Liebe empfinden, kann sich zum Glück auch durch noch so WhatsApp-Herzchen nicht verändern. Tatsächlich ist aber das Kennenlernen und Verlieben um einiges schwieriger geworden. Beim Online Dating ist es schwer, hinter der Inszenierung den echten Menschen zu sehen. Außerdem verleitet die vermeintliche Endlosigkeit der Datenbanken dazu, zu glauben, dass es den superperfekten Partner, an dem alles bis in Detail stimmt, irgendwo gibt, und zwar nur einen oder doch hundert Klicks weiter – statt sich auf Mr. oder Mrs. Right einzulassen. Mr. oder Mrs. Perfect gibt es nämlich nicht.

Insgesamt haben die neuen Entwicklungen unser Dating- und Flirtverhalten es leichter und gleichzeitig stressiger gemacht … Er hat die Nachricht schon gelesen, warum antwortet er nicht? War er online? Diese Gedanken kosten viele Nerven. Manchmal wäre es doch schön, würde man einander einfach anrufen und sagen, was man möchte. Stattdessen analysiert man die Facebook-Seite bis ins Detail und interpretiert sich dabei manchmal um Kopf und Kragen.

Und aus eigener Erfahrung würdest Du welche Schlüsse daraus ziehen, um den lieben Liebenden und Suchenden welchen Tipp mitzugeben …?

Versucht es mit Mr. oder Mrs. Right statt ewig nach einem “perfect match” zu suchen. Das lohnt sich. Und: Wenn das erste Date keine Vollkatastrophe war, ruhig weitermachen. Dieses Kribbeln, irgendwelche Blitze und Funken, sind Mythen, beziehungsweise extrem selten. Zuneigung muss wachsen.

Mehr von Nicola lesen Sie hier:
In ihrem Blog und bei Welt.de.

Is it love?

„Is it Love? Eine Geschichte über das Single-Leben mit 30 … Eine Geschichte von philophoben Männern und anuptaphoben Frauen.“ – Es ist ein Blog über Online-Dating und all die kleinen und großen Geschichten, die dahinterstecken, nimmt sich aber auch Zeit, um die Alltagsbegebenheiten eines Singles zu beschreiben. Carrie selbst meint, dass sei nicht immer schön, aber zum Brüllen komisch. Und es stimmt.

 

Carrie, sei so nett und stelle Dich kurz vor.

Ava_CarrieAber gerne doch. Ich bin Carrie, und – wie der Titel schon sagt – Single über 30. Single bin ich tatsächlich schon eine ganze Weile. Frag mich nicht warum, denn ich persönlich finde mich zumindest ziemlich okay so, wie ich bin. Ich habe ein recht annehmliches Erscheinungsbild, habe Humor, bin keine Zicke, nicht krankhaft eifersüchtig, gut im Bett, kann kochen, habe was im Kopf … was wollte ich sagen? Ja, ich glaube ich bin ein ganz guter Fang. Nur kann ich das irgendwie nicht so gut verkaufen. Also habe ich mich irgendwann dem Online-Dating verschrieben und so viele lustige, spannende, kuriose und herzerweichende Dinge erlebt, dass ich mir dachte: Das muss ich aufschreiben. Das muss geteilt werden! Und so entstand mein Blog Is it Love?.

In Deinem Blog fällt die Überschrift sofort auf: „Eine Geschichte von philophoben Männern und anuptaphoben Frauen.“ Philo-Wie? Anupta-Was? Kläre uns doch bitte auf, was es mit diesen Begriffen auf sich hat.

Für den Titel des Blogs habe ich mich spontan entschieden. Ich habe mich gefragt, um was es eigentlich geht, wenn man um die 30 ist und keinen Partner an seiner Seite hat.

Aus eigener Erfahrung ­und auch aus Gesprächen mit Freunden hat sich ziemlich schnell ergeben: Was wollen Männer? So ziemlich alles, so lange sie sich nicht fest an jemanden binden muss. Gerne Sex. Gerne Gespräche. Gerne Unternehmungen zu zweit. Eine Sache, die an sich beziehungsidentisch ist, aber niemals als solche definiert wird. Spaß ohne Verpflichtungen sozusagen.

Aber was wollen Frauen? Die Frau auf der anderen Seite plagen existentielle Probleme: Wie lange werde ich noch Kinder bekommen können? Werde ich einen Mann finden, mit dem ich mein Leben verbringen will? Wird er auch Kinder wollen? Was, wenn nicht? Und im Hintergrund macht es unermüdlich tick-tack-tick-tack …

Und so entstanden die philophoben Männer mit der Angst vor einer festen Bindung und die anuptaphoben Frauen mit ihrer Angst vorm Alleinsein. Die eine Seite entscheidet sich also bewusst gegen feste Bindungen, während die andere sie unbedingt will. Ziemlich schwer vereinbar, die ganze Sache, oder nicht?

Aber die Angst vor dem Alleinsein ist doch ein Antrieb, der Männer wie Frauen nicht zur Ruhe kommen lässt. Wie hilft dir das Schreiben über all die Erlebnisse, um damit zurechtzukommen?

Also zunächst einmal muss ich sagen, dass ich nicht wirklich Angst vor dem Alleinsein habe. Ich komme auch ganz gut mit mir selbst zurecht. Meistens zumindest. Heißt, ich schmeiße mich nicht jedem x-beliebigen Typen an den Hals, nur um jemanden an meiner Seite zu haben. Sagen wir es mal so: Ich bin bedürftig, aber nicht verzweifelt.
Das Tolle am Schreiben ist, dass ich mir all das Erlebte noch einmal vor Augen führen kann. Ich schreibe auf, wie zum Beispiel ein Date war, und sehr oft geht es mir dann so, dass ich mich erst noch darüber geärgert habe, wenn er nicht anruft, dann aber beim Schreiben merke: Moment mal! Der wäre ja sowieso nichts für mich gewesen. Das Noch-einmal-Revue-passieren-Lassen hilft mir mein neues „Dating-Ich“ von Weitem zu betrachten, um es dann zu beglückwünschen, zu bemitleiden, zur Vernunft zu bringen oder einfach nur herzlich zu lachen. Meistens muss ich darüber lachen, um ehrlich zu sein. Und so kann ich auch mit der einen oder anderen Enttäuschung besser umgehen.

Ein besonderes Highlight sind Deine kleinen Momentaufnahmen des Alltags. Zum Beispiel die Schüchternheit jemanden anzusprechen, wenn man gerade im Café sitzt und so gar nicht damit rechnet jemand Nettes zu treffen … Suchst Du nach diesen Ideen oder finden sie Dich?

Sie finden mich. Traurig, aber war. Mich hat mal jemand gefragt, wo ich denn all diese Geschichten hernehme. Ob da meine Freunde auch etwas dazu beisteuern würden. Die Reaktion auf meine Antwort, dass das tatsächlich alles mir passiert, war „Oh, das tut mir leid“. Das muss es aber nicht.

Ich schreibe auf, was ich denke, auch wenn es noch so absurd klingen mag. Mal ehrlich: wenn wir über Themen wie Dating, Kennenlernen und so weiter sprechen, dann ist doch jeder immer der tollste Hecht. Na klar, kein Problem, man spricht einfach so im Café, im Supermarkt oder in der U-Bahn jemanden an. Und wer macht das tatsächlich? Kaum einer!

Ich gebe es einfach offen und ehrlich zu: Ich bin eine Flirtnull. Noch … Ob und wie ich daran arbeite, das kann jeder mitlesen. Und wer weiß, vielleicht ist es ja Anlass für den einen oder anderen, sich selbst einen Ruck zu geben.

Hast Du einen (Dating-)Tipp für die Singles da draußen?

xoxo_CarrieWeniger quatschen, mehr machen! Viele Singles, mich eingeschlossen, werden zu Jammerlappen, die im Selbstmitleid versinken. Ich fühle mich einsam … Keiner will mich … Ich werde niemals jemand finden und alleine sterben … Aber die meisten unternehmen nichts dagegen. Mich – bis vor einer Weile – eingeschlossen.
Auch ich habe irgendwann gelernt, dass mein Traummann wohl nicht auf seinem weißen Ross bei mir vorbeigeritten kommen wird. Von nichts kommt nichts, heißt es doch so schön. Und das stimmt auch. Wenn euch das Single-Leben zum Hals raushängt: Macht euch auf die Suche! Wer sich nicht traut, das andere Geschlecht an der Wursttheke oder in der Bar um die Ecke anzusprechen, der oder die kann sich ja mal beim Online-Dating versuchen. Auch für mich ein Glück, dass das mittlerweile zu einem der normalsten Dinge der Welt geworden ist.

Carrie, wir danken für Deine Zeit und das Interview.

Ich habe zu danken und freue mich, hier vorgestellt worden zu sein.

Is it Love? Finden Sie außerdem hier im Netz:
Hier geht es zum Blog. Auch auf Facebook ist Carrie zu finden.

Kissnapping

kissnapping-logoMit Kissnapping widmen sich Katja und ihre Co-Autorinnen aktuellen Themen und Studien rund um Liebe, Dating, Singles und Partnerschaft und geben aus eigener Erfahrung Dating- und Liebestipps für Männer und Frauen. Mal mit Augenzwinkern, mal mit viel Tiefgang, der zum Nachdenken anregt. Grund genug, um bei ihr einmal direkt nachzufragen.

 

Katja, Kissnapping hat sich in der Blogosphäre längst einen Namen gemacht. Magst du Dich trotzdem noch einmal mit eigenen Worten vorstellen?

Gerne. Ein zentrales Thema von Kissnapping ist das ewige Hin und Her zwischen Männern und Frauen. Neben Dating- und Liebestipps gibt es auf unserem Blog aber auch News aus den Bereichen Mode, Lifestyle und Entertainment. Wir sind außerdem ständig im Netz unterwegs und entdecken dabei manch Kurioses, wie etwa lustige Apps oder außergewöhnliche Singlebörsen. Unser Team besteht aus mehreren Autorinnen, die alle miteinander befreundet sind. Jede von ihnen bringt ihre persönliche Note mit in das Blog ein. Inzwischen sind wir tatsächlich schon recht bekannt und über alle sozialen Netzwerke gut mit anderen Bloggern verdrahtet.

Was war für Dich der ausschlaggebende Punkt, um selber in die Tasten zu greifen? Warst Du mit dem bisherigen Angebot einfach unzufrieden?

Ich muss vorweg sagen, dass ich unheimlich gerne schreibe. Damit kann ich am besten ausdrücken, was mich bewegt. Da lag es für mich quasi auf der Hand, ein Blog zu starten. Ich habe viele Frauen-Ratgeber gelesen und war selten einverstanden mit den Tipps, die dort gegeben wurden. Frauen sollten beispielsweise bestimmte Regeln einhalten, um den Mann fürs Leben zu finden, oder passiv darauf warten, dass der Mann sie erobert. Mit meinen Freundinnen habe ich viel darüber diskutiert und wir haben auch unsere eigenen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht ausgetauscht. An diesen Erfahrungen wollten wir andere gerne teilhaben lassen. So wurde das Blog Kissnapping geboren.

Die thematische Bandbreite, die abgedeckt wird, lässt eigentlich keine Wünsche offen. An wen richtet sich Kissnapping genau?

Ursprünglich war die Idee eine Seite von Frauen für Frauen zu machen. Frauen wissen schließlich am besten, was andere Frauen lesen wollen, dachten wir uns.

Was uns nach einer Weile jedoch etwas verwundert hat, ist, dass wir unheimlich viele männliche Leser haben. Wobei das eigentlich gar nicht so verwunderlich ist: Die Männer von heute sind nämlich total verunsichert und wollen gerne wissen, wie Frauen so ticken.

Ein Leser schrieb uns zum Beispiel mal über unsere Facebook-Seite: „Ihr habt echt ´ne tolle Page! Nicht nur für Frauen. Macht bitte so weiter, um die teilweisen miserablen Zustände zwischen Mann und Frau zu verbessern!“

Und das haben wir uns jetzt irgendwie auf die Fahne geschrieben. Feministische Blogs, die kein gutes Haar an Männern lassen, gibt es viele. Wir wollen lieber die Kommunikation zwischen den Geschlechtern verbessern und so unseren Beitrag für ein schöneres Miteinander leisten.

Also ist das Hin und Her zwischen Mann und Frau die eigentliche Triebfeder des Blogs…

Ja, das kann man so sagen. Die Emanzipation hat, meiner Meinung nach, nicht nur Vorteile gebracht. Früher waren die Geschlechterrollen klar definiert. Der Mann war damals der aktive Part, die schüchterne Frau ließ sich erobern. Heutzutage wissen beide nicht mehr so recht, wie sie sich verhalten sollen. Darf ich mich als Frau zuerst melden? Darf ich einen Mann ansprechen, ohne dass er das Interesse verliert? Darf ein Mann Gefühle zeigen?

Wir versuchen Antworten auf diese und andere Fragen zu finden. Ich glaube nämlich, dass das Hin und Her zwischen Männern und Frauen tatsächlich durch fehlende oder falsche Kommunikation zustande kommt. Ein wahnsinnig spannendes Thema, finde ich.

Spannend ist es auf jeden Fall! Und welchen Tipp würdest Du jemandem geben, der auf der Suche nach Zweisamkeit ist, ohne auf die leider oft als Klischees verspotteten Ratschläge wie „Sei ganz du selbst und verstelle dich nicht“ zurückzugreifen?

Man sollte die Partnersuche in erster Linie etwas entspannter angehen lassen. Die meisten Singles sind verzweifelt auf der Suche nach dem Mann oder der Frau fürs Leben. Leider merkt man ihnen das an und dadurch wirken sie verkrampft und unattraktiv. Statt unglücklich mit sich zu sein und sich eine Art „Erlösung“ von einem neuen Partner zu wünschen, sollte man lieber sein Leben genießen. Einen Trauerkloß möchte niemand zum Partner haben. Besser ist es, ein neues Hobby zu beginnen, sich selbst öfter mal etwas Gutes zu gönnen und viel mit Freunden zu unternehmen.

Viele Singles haben außerdem einen Katalog an Partnerwahl Kriterien, die der neue Partner mitbringen sollte. Frauen wünschen sich oft die Eier legende Wollmilchsau – groß und stark, aber trotzdem sensibel; ein Macher, aber rücksichtsvoll; erfolgreich im Job, aber mit ganz viel Zeit für die Partnerschaft. Das Ding ist: So einen Mann gibt es nicht. Und falls doch, ist dieses Prachtexemplar sicherlich heiß begehrt.

Und: Wenn ich schon solche Anforderungen an einen potenziellen Partner stelle, was habe ich denn im Gegenzug zu bieten? Also lieber die Ansprüche etwas runterschrauben und nicht nach dem Traumprinzen auf dem weißen Pferd Ausschau halten, sondern lieber nach dem netten Mann von nebenan.

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Ganz wichtig: immer locker bleiben! Nicht in jedem Flirt gleich die große Liebe sehen und schon beim zweiten Date von Hochzeit und Kindern träumen.

Kissnapping finden Sie hier im Netz:
Hier geht es zum Blog. Kissnapping gibt’s auch auf Facebook.