Es war mir nicht fremd

Ellen (53, Verwaltungsangestellte) lernte 2003 ihren jetzigen Ehemann Rolf (55, selbstständiger Planer für Haustechnik) kennen. Das Paar lebt im Saarland. Ellen hat uns geschrieben:

So verliebten sie sich:

Erfolgsgeschichten

„Es war mein letzter Versuch mit einer Anzeige bei Parship, als ich merkte, dass mein schön gezimmertes Leben ohne einen Partner doch nicht so ideal war, wie ich es mir ausgedacht hatte. Das Erstellen eines Profils erschien mir als sehr hilfreich. Es dauerte einige Monate, bis ich Anfang Juli nach einigen Versuchen ein Profil entdeckte, das irgendwo mit meinem übereinstimmte.

 

Zwei Zwillinge

Aber: fünf Kinder! Ich öffnete es mehrmals, bevor ich den Kontakt eröffnete. Er antwortete und schrieb, er sei Sternzeichen Zwilling. Ich war entsetzt. Aber irgendetwas an der Art und Weise, wie er schrieb, sagte mir, dass ich ihn nicht stillschweigend wegdrücken darf, das würde ihn in einen Abgrund stürzen. Also antwortete ich ihm, dass vZwillinge nicht zueinander passen. Er reagierte sofort mit einer langen Überzeugungs-Mail, dass sie doch zueinander passen, und daraus entspann sich ein Dialog von Mails.

Das alles begann an einem Mittwoch im Juli. Freitags telefonierten wir in der Mittagspause miteinander. Es war so anregend, dass ich, als Rolf auflegen wollte, ganz enttäuscht fragte: ‚Ja, war’s das jetzt?‘
Er: ‚Wieso?‘
‚Ja, wollen wir uns nicht sehen?‘
Er: ‚Ich kann morgen kommen.‘
Ich: ‚Oh, da hab ich leider schon einen Frisörtermin. Aber wie wär’s Sonntag?‘
Er: ‚Okay. Ich komme.‘

Das erste Treffen

Und so vereinbarten wir nach einigem Hin und Her ein Treffen um 10 Uhr am Bostalsee im Norden des Saarlandes. Sonntagmorgen fuhren aus entgegengesetzten Richtungen zwei Menschen zum Bostalsee. Und das Schönste war, als ich zum Parkplatz abbiegen wollte, da kam Rolf mit seinem Auto auf mich zugefahren – er war kurz vorm Ziel zu weit gefahren. Ich sah ihn und er gefiel mir sofort, und als wir uns begrüßten und spazieren gingen und erzählten, da war nichts Fremdes zwischen uns.

Da Rolf gegen vier Uhr in der Früh aufstehen musste, hatte ich Kaffee in eine Thermos gekocht, Croissants gekauft und alles für ein Frühstück eingepackt. Aber das Frühstück fiel aus. Rolf lud mich später zum Mittagessen ein. Auf einer Lichtung im Wald saßen wir danach auf einer Decke und redeten und redeten, vergaßen fast die Zeit. Wie zwei alte Bekannte. Von da an trafen wir uns jedes Wochenende; mal fuhr ich mit dem Zug, später mit dem Auto nach Eschweiler, mal kam er mit seinem Auto zu mir nach Saarbrücken. Dazwischen lagen an den Wochentagen tagsüber und abends nicht enden wollende Telefonate.

Endlich Zusammenleben

Ende des Jahres gab es einen Umzug: wir hatten uns in Saarbrücken eine Wohnung gesucht, Rolf zog zu mir. Da er selbstständig ist, gab es kein größeres Problem mit Arbeitsplatzsuche. Im Jahr darauf wurde im Oktober geheiratet. Der Standesbeamte meinte, er habe schon viele Paare getraut, bei uns habe er ein sehr gutes Gefühl: wir würden es schaffen. Schon viele Menschen, die wir auf Seminaren oder bei Gesprächsrunden getroffen haben, sprachen uns erstaunt auf die Harmonie und Zufriedenheit, die von uns ausgeht, an.“