Alena (25) und Jan (25): Ein Paar seit dem 3. Date

Können Autisten lachen? Klar! Jan ist Asperger-Autist und seine Beziehung mit Alena daher vielleicht etwas ungewöhnlich. Oder..?

Verliebt mit Parship – Erfolgsgeschichte von Alena und Jan
© privat

Wie seid ihr zu Parship gekommen?

Er: Parship kannte ich irgendwo mal aus der Werbung und Online-Dating machte ich schon lange, da ich selbst als Sportler (kein Alkohol/ Zigaretten) nicht der Diskotheken-Besucher war. Wie gesagt Erfahrungen waren reichlich da, aber langfristige Beziehungen entwickelten sich nicht.

Sie: Über diverse Werbungen kenne ich diese Plattform und wollte es auch mal testen, nachdem ich viele Dating-Apps ausprobiert habe, die mich aber meistens enttäuscht haben.

Wie waren eure Erfahrungen mit anderen Kontakten?

Er: Als ich mir Parship installiert hatte, habe ich schnell gemerkt, dass Online-Dating bei Parship länger dauert als üblich. Die Kontakte, die man dann aber knüpft, sind umso wertvoller. Ich habe vielleicht nicht mit sehr vielen „geschrieben“, aber mit den paar Leuten, die dabei waren, hat man sich auch sehr gut verstanden.

Dadurch, dass beide Seiten zahlen und der Dienst nicht kostenlos ist, ist die Ernsthaftigkeit der Partnersuche bei beiden Seiten umso höher und vor allem die Qualität. Was ich wirklich super finde ist, dass das die Nutzer immer jünger werden, also auch immer mehr um die 18 Jahre alt sind. Das Potential, auch in jungen Jahren auf Parship fündig zu werden, ist auf jeden Fall da.

Sie: Die Auswahl an Leuten, mit denen man schreiben konnte, war auch groß. Aber dadurch dass Parship kostenpflichtig ist, geht man hier von mehr Ernsthaftigkeit aus, obwohl ich auch erst nur Leute kennenlernen wollte und nicht gleich auf Beziehung aus war. Trotzdem konnte man merken, dass die Leute nicht so oberflächlich geschrieben haben, was ich schonmal sehr gut fand.

Wie seid ihr miteinander in Kontakt gekommen?

Er: Parship. Von Anfang bis Ende. Wir haben uns auf Parship geschrieben, ich fand dann im Laufe der Unterhaltung raus, dass sie direkt bei mir in der Nachbarstadt (Jan = Grevenbroich, Alena = Jüchen) wohnt. War wirklich ein schöner Zufall, aber man muss ja auch mal Glück im Leben haben. Unsere Städte sind sehr klein, gesehen haben wir uns aber trotzdem bis dato noch nie.

Ich habe mich auf das Date eingelassen, war aber eher nicht in der Einstellung, dass daraus irgendwann mal eine Beziehung wird.

Aber wie man so schön sagt, man muss dem Samen Zeit lassen damit er eine Blume wird. Nein, also wirklich wir haben uns 3 mal getroffen bis ich die Entscheidung dann getroffen habe „Jo das passt“ (in Wirklichkeit natürlich auch anders.

Sie: Wie bei jedem anderen auch, hatte ich mir auch Jans Profil genau angeschaut. Das Schreiben mit ihm war sehr angenehm und man merkte auch, dass er interessiert war, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Zudem war ich auch erfreut endlich mal mit jemand zu schreiben der in meiner Nähe wohnt, was ich sonst leider nicht immer hatte.

Was hat euch füreinander besonders gemacht?

Er: Also zuerst (passend zum kitschigen Foto, um auch mal die Vorurteile hier zu stärken) haben wir uns beide nicht wegen des Aussehens „genommen“, haha. Es war eher so eine ausgeglichene Balance, als würde man sich schon ewig kennen. In unserer Beziehung gab es bis heute keine riesigen Wellen und diese, vielleicht nennen wir es Ruhe, macht die Beziehung bis heute so angenehm.

Etwas besonderes für uns gegenseitig haben wir glaube ich nie wirklich gemacht. Wir zeigen unsere gegenseitige Wertschätzung eher in den kleinen alltäglichen Geschenken, wie zum Beispiel Schwarzwälder-Kirschtorte, die sie so gerne isst.

Ich denke das „einzige“ besondere was sie für mich getan hat, ist mich so zu nehmen wie ich bin. Und (Asperger-) Autisten sehr anstrengend haha.

Sie: Dass er Humor hat, was ihn für mich besonders gemacht hat, weil ich das fast nie so wirklich mit jemand konnte (also jungstechnisch). Und er kann ja auch sehr zärtlich und fürsorglich sein, was ich auch sehr an ihm schätze.☺️

Wie lief das erste Treffen?

Er: Das erste Date war an einem Sommertag in der Eisdiele. Sie Latte Macchiatto ich eine Tasse Tee. Ich trug ganze Zeit eine Sonnenbrille, wofür sie mich heute hasst, haha. Also versuche mal, bei einem Autisten die „Lippen zu lesen“, mit Sonnenbrille erst Recht nie. Zu meiner Verteidigung, die Sonne war mir zu hell. Im Anschluss waren wir bei McDonalds und haben eine Kleinigkeit im McCafé gegessen.

Sie: Das erste Treffen war an einem heißem Sommertag. Als wir uns getroffen haben, habe ich, wie ich es immer mache, ihn zur Begrüßung freundschaftlich umarmt, was ihn wohl überrascht hatte. Dann sind wir in ein Café gegangen, wobei er die ganze Zeit seine Sonnenbrille getragen hatte, wodurch ich nicht sehen konnte ob er mich jetzt anguckt oder nicht. Im Gespräch ist mir die ganze Zeit dieser fehlende Blickkontakt und die gleichbleibend Mimik aufgefallen, bis er mir gesagt hate dass er Asperger-Autist ist. Von da an konnte man auch besser mit der Situation umgehen, weil ich mich tatsächlich schon vorher mit dieser Krankheit bzw. Behinderung befasst hatte. Was mich aber noch richtig geflasht hatte war, als wir im McDonald’s essen waren und ich ihn lachen gehört hatte, weil man Autisten ja nachsagt, dass sie keinen Humor hätten. Von da an war ich umso neugieriger, ihn näher kennenzulernen, weil ich mich schon immer mehr von Leuten hingezogen gefühlt hab, die etwas anders sind.

Und wie ging es weiter?

Er: Es war das 3. Date, bei dem wir bzw. ich 😀 entschieden habe(n), dass wir zusammen sind. Genauer gesagt hatte ich sie eigentlich nach dem heutigen Datum gefragt (Uhrzeiten und Datum kann ich mir bestimmt mehrmals täglich angucken, um es dann zu vergessen). Sie hat es mir genannt und ich habe gesagt „damit ich weiß wann unser Jahrestag ist.

Sie fand es süß, in Wirklichkeit wollte ich in dem Moment aber dominant sein. Hat sich aber generell alles ausgezahlt, sonst wäre sie heute nicht meine Freundin (lass dir im Leben nicht zu viel Zeit). Also bei ihr war es am Ende die Neugier zu Autisten (ein Glück hat sie sich schonmal damit beschäftigt) und ich finde die Balance bzw. diese Ruhe sehr angenehm.

Oder wie Alena immer sagt „Ihr Autisten seid alles Langweiler“… naja wir lieben uns immer noch 😀 meistens 😀

Wir sind jetzt seit dem 19. Juni 2019 zusammen und was soll ich sagen… uns gibt’s immer noch 🙂

Sie: Nachdem wir uns das dritte Mal getroffen hatten, hat er beschlossen das wir zusammen sind. Ich war an diesem Tag sehr überrascht als er mich nach dem genauen Datum unseres ersten Treffens fragte, weil er nicht blöd da stehen wollte, wenn er unseren Jahrestag nicht weiß, was ich irgendwie schon süß und dennoch sehr spontan fand. Seitdem sehen wir uns regelmäßig und ich hab auch gemerkt, dass er sich neben mir sehr entspannen kann. Für mich ist das immer wichtig, dass sich jeder Mensch so zeigen kann wie er ist.