Lange Blickkontakte

12.08.2015 Jana Bogatz

Das zweite Date mit Matthias (49) fand bereits in Sandras (44) vier Wänden statt - und nur zwei Wochen später kündigte er seine Wohung, um mit ihr zusammenzuziehen. Wie konnte das so schnell gehen? Hier erzählen die zwei ihre Geschichte.

So verliebten sie sich:

© privat

Beim Durchblättern meiner Partnervorschläge blieb ich im Profil des Mediengestalters hängen. Seine Einträge ließen mich schmunzeln und unser Harmoniepotenzial machte mich neugierig. Also schenkte ich ihm ein Lächeln und eröffnete das „Feuer“ mit einer Frage auf das, was er sich wünschte zu können. Er antwortete schnell und es gab einen regen Nachrichtenaustausch, der leider nach einigen Tagen unerwartet abbrach.Mich enttäuschte das zwar, aber ich ließ es erst einmal darauf beruhen. Nach ca. drei Wochen Sendepause war ich drauf und dran, ihn zu verabschieden. Kurz vor dem entscheidenden Klick war meine Neugier auf ihn doch noch immer groß genug, um doch noch einen Versuch zu wagen. Also forderte ich ihn auf mit den Worten: „Sag‘ mal was!“

Von da an dauerte es nur wenige Tage bis zum ersten Date

Den Grund für die Nachrichtenpause erfuhr ich während unseres ersten Telefonats. Drei Stunden lang hatten wir uns so viel zu erzählen und der Grund für die Nachrichtenpause klang plausibel für mich. Da er in einer Nachricht schon angedeutet hatte, mich sehen zu wollen, traute ich mich zu Ende des Telefonats nach einem Date zu fragen. Das fand dann auch wenige Tage später statt. Wir verabredeten uns an einem neutralen Ort in einer Kleinstadt, die er noch nicht kannte. Er war schon dort, als ich eintraf. Aufgeregt stieg ich aus dem Wagen, ging auf ihn zu und begrüßte ihn. Seine Profilfotos wurden ihm nicht gerecht.

Seine Reaktion auf mich fiel nur leider ganz anders aus als erwartet

Er zog die Schultern hoch und schien sich gar nicht über mich zu freuen. Dazu später mehr. Unser Date verlief dennoch sehr positiv. Stundenlang hörte ich seiner schönen Stimme zu. Es gab viele lange Blickkontakte, die mir signalisierten, dass auch er sich mittlerweile mit mir wohl zu fühlen schien. Für mich stand schnell fest, dass ich ihn wiedertreffen wollte. Das zweite Date folgte nur wenige Tage später und sollte ein Outdoor-Date werden. Leider spielte das Wetter nicht mit, so dass eine Alternative her musste. Er zeigte sich dabei sehr kreativ und griff meine handwerkliche Not auf, von der ich ihm beim ersten Date erzählt hatte. Die Türen eines Kleiderschranks mussten eingebaut werden. Ich sagte begeistert zu.

Erst anschließend beschlichen mich Zweifel…

Sollte ich ihm tatsächlich schon meine Anschrift nennen? Ihn in mein Zuhause lassen? Irgendetwas an ihm verriet mir, dass ich vertrauen kann. Nichtsdestotrotz liefen meine Freundinnen „Streife“ vor meiner Haustür und ich musste regelmäßig WhatsApp-Nachrichten verschicken, als er bei mir war. Davon bekam der er natürlich nichts mit. Nachdem meine Schranktüren eingebaut waren, servierte ich Abendessen. Im Anschluss quatschten wir bis tief in die Nacht. Wir entdeckten immer mehr Gemeinsamkeiten, konnten einander zuhören, fühlten uns immer wohler miteinander. Die Blickkontakte wurden noch intensiver, die Spannung schien ins Unermessliche zu steigen.

Ich hatte mich verliebt

Er machte allerdings keinerlei Anstalten, diese Spannung aufzulösen. Da es so spät geworden war und sein Heimweg über eine Stunde dauern würde, bot ich ihm ein Gästebett an. Anständig wünschten wir einander eine gute Nacht. Ich bekam nicht ein Auge zu! Wand an Wand mit ihm … also war ich froh, als es Zeit war aufzustehen. Holte Brötchen und eine Zahnbürste. Legte ihm alles bereit und verließ meine Wohnung, um zur Arbeit zu fahren. Später am Tag erreichte mich sein Anruf. Es wären noch die Griffe der Schranktüren anzubringen. Das könne er gleich am Abend erledigen. Ich freute mich so!

Dieser Abend verlief fast wie der vorherige

Mit dem Unterschied, dass mich mein Mediengestalter nach Anbau der Griffe und meinem Abendessen endlich in den Arm nahm! Er gestand mir, dass er sich bereits beim ersten Anblick in mich verliebt hatte, dies aber nicht zeigen wollte. Daher also seine hochgezogenen Schultern beim ersten Date! Danach ging alles sehr schnell. Nach nur zwei Wochen kündigte er seine Wohnung, um bei mir einzuziehen. Damit nahm er einen täglichen Arbeitsweg mit erheblichem, zeitlichem Mehraufwand in Kauf. Mittlerweile fiebern wir unserem ersten Jahrestag entgegen. Nach wie vor können wir kaum glauben, einander gefunden zu haben, dass Parship uns verkuppelt hat. Wir sind glücklich. Überglücklich.