Corona und die Liebe (Teil 3): Keine Lust mehr auf Bananenbrot – Deutsche vermissen ihren Alltag

08.04.2021 Anna Kustermann

Parship Studie zeigt: Vor allem Frauen sehnen sich nach alltäglichen Abläufen (70 Prozent; Männer: 62 Prozent). Überraschenderweise fehlt Paaren das gewohnte Leben mehr als Singles (69 Prozent; Singles: 59 Prozent).

Hamburg,

Vor etwas mehr als einem Jahr wurden die ersten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland beschlossen. Seitdem ist unser Leben nicht mehr so, wie es einmal war. Der Einfluss von Social Distancing und Lockdown auf die Stimmung ist mittlerweile deutlich zu erkennen: Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung vermissen ihren ganz normalen Alltag. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship (www.parship.de) unter rund 1.000 Bundesbürger:innen. Demzufolge sehnen sich vor allem Frauen nach alltäglichen Abläufen (70 Prozent; Männer: 62 Prozent). Überraschenderweise fehlt Paaren das gewohnte Leben mehr als Singles (69 Prozent; Singles: 59 Prozent).

Lockdown und Kontaktbeschränkungen drücken auf die Stimmung

Nach einem Jahr helfen auch Netflix, Sport oder Bananenbrot nicht mehr weiter: Zwei Fünftel der Befragten ist seit Beginn der Pandemie oft die Decke auf den Kopf gefallen (40 Prozent). 43 Prozent geben sogar an, dass ihre Stimmung im letzten Jahr meist schlechter war als sonst. Gerade die jüngere Generation zwischen 18 und 29 Jahren war im letzten Jahr öfter schlecht drauf als sonst (52 Prozent; 50-65 Jahre: 36 Prozent). Bei Frauen führt besonders der Verzicht von Kontakt zu Familie und Freund:innen zu Frust (71 Prozent). Doch auch einem Großteil der Männer macht die soziale Isolation zu schaffen (60 Prozent). Paare leiden insgesamt deutlich mehr unter dem Verzicht auf (weitere) soziale Kontakte als Singles (69 Prozent; Singles: 58 Prozent). Ob ein gemeinsames Mittagsessen oder ein kurzes Gespräch auf dem Flur – auch in beruflichen Kontexten wird der menschliche Kontakt schmerzlich vermisst. Durch das Arbeiten im Home Office fiel und fällt für viele Beschäftigte der Austausch mit den Kolleg:innen weg und das machte 39 Prozent der Befragten zu schaffen.

Vermisst: Freizeitgestaltung und Planungssicherheit  

Durch die begrenzten Möglichkeiten zur Gestaltung von Freizeitaktivitäten und sozialem Austausch, haben insbesondere jüngere Menschen bis 39 Jahre in Deutschland das Gefühl, ihr Leben ziehe ereignislos an ihnen vorbei (18‑29 Jahre: 68 Prozent; 30-39 Jahre: 67 Prozent; 50-65 Jahre: 49 Prozent). Reisen, Feiern und andere Tätigkeiten, schaffen auch in diesem Jahr nur bedingt Abhilfe. Zumindest können sie weiterhin nur sehr schwer geplant werden. Und das ist besonders für die weiblichen Befragten belastend: Mehr als die Hälfte der Frauen vermisst die Planungssicherheit stark (59 Prozent, Männer: 51 Prozent). Noch düsterer sieht es bei einem Viertel der Befragten aus: Sie haben das Gefühl durch die Pandemie, keine Kontrolle mehr über ihr Leben zu haben (25 Prozent). Immerhin 44 Prozent der Deutschen können der Pandemie zumindest irgendetwas Gutes abgewinnen und achten jetzt vermehrt auf das eigene Wohlbefinden.

Paartherapeut und Parship-Coach Eric Hegmann sagt: „Ganz egal ob Single oder vergeben, die meisten Menschen vermissen ihren normalen Alltag – beruflich und privat. Das ist sehr verständlich, aber dennoch: Bleiben Sie optimistisch und fokussieren Sie sich auf die Dinge, die Sie ändern können. Eine größere Unzufriedenheit von Frauen kann mit einer Rückkehr in eine traditionelle Rollenverteilung zusammenhängen – wenn sie neben ihrer Homeoffice-Tätigkeit auch die überwiegende Verantwortung für Home Schooling und Haushalt trägt. Die Beziehungszufriedenheit von Paaren steigt deutlich an, wenn sich beide Partner als Team den Veränderungen stellen.“

Über die Parship-Reihe „Corona und die Liebe“

In einer dreiteiligen Reihe widmet sich Parship der Frage, wie sich das erste Corona-Jahr auf Singles, Paare und die Gesellschaft insgesamt ausgewirkt hat. Die repräsentativen Umfrageergebnisse zu den Auswirkungen auf Singles sind am 18. März erschienen, die Ergebnisse für Paare am 25. März 2021.

Lese-Tipp
Dating in Zeiten von Corona: Darauf kommt es bei der Partnersuche jetzt an:
https://www.parship.de/ratgeber/suchen/dating-in-zeiten-von-corona-darauf-kommt-es-bei-der-partnersuche-jetzt-an/

Das Ranking im Überblick      

Frage: Die Corona-Pandemie begleitet uns nun schon seit einem Jahr und hat vieles in unserem Leben verändert. Wie beurteilen Sie nachfolgende Aussagen auf das vergangene Jahr bezogen auf einer Skala von 1 = „trifft voll zu“ bis 5 = „trifft gar nicht zu“? (Top-2-Boxes)

  Gesamt Männer Frauen 18-29 Jahre 30-39 Jahre 50-65 Jahre

Top-2-Boxes (Trifft voll zu / trifft zu)

           

Ich vermisse meinen normalen Alltag

66 % 62 % 70 % 68 % 68 % 63 %

Der Verzicht auf den persönlichen Kontakt mit Freunden und Familie ist mir schwer gefallen

66 % 60 % 71 % 64 % 72 % 66 %

Ich habe seit der Pandemie das Gefühl, mein Leben zieht ereignislos an mir vorbei und ich verpasse Gelegenheiten für Aktivitäten und Austausch (Freizeitaktivitäten mit Freunden und / oder Familie, Reisen, Kontaktknüpfen, etc.)

58 % 51 % 66 % 68 % 67 % 49 %

Ich vermisse seit der Pandemie die Planungssicherheit

55 % 51 % 59 % 61 % 61 % 51 %

Der Lockdown im Winter war für mich belastender als der erste Lockdown im Frühjahr 2020

48 % 45 % 50 % 52 % 55 % 41 %

Ich achte seit der Pandemie mehr auf mein Wohlbefinden

44 % 42 % 46 % 44 % 37 % 47 %

Meine Stimmung ist seit Beginn der Pandemie oft schlechter als sonst

43 % 40 % 46 % 52 % 51 % 36 %

Mir ist oft die Decke auf den Kopf gefallen

40 % 37 % 44 % 48 % 47 % 32 %

Der Verzicht auf den Kontakt mit Kolleg:innen hat mir zu schaffen gemacht

39 % 37 % 40 % 42 % 45 % 35 %

Mein Beziehungsleben hat sich durch Corona und die Einschränkungen verändert

34 % 34 % 34 % 43 % 43 % 22 %

Ich habe seit der Pandemie das Gefühl, keine Kontrolle über mein Leben zu haben

25 % 22 % 29 % 30 % 34 % 18 %

n=1.001, Prozentangaben gerundet

Über die Studie   

Für die vorliegende Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.001 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt – davon 708 in Beziehung lebend. Die Stichprobe entspricht nach Alter und Geschlecht der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand von Ende Februar bis Anfang März 2021 statt.