Eine Frau begrüßt freudig einen Mann.

Getrennte Wohnungen, gemeinsame Liebe: Funktioniert „Living Apart Together“ als Beziehungsmodell?

Die klassische Liebesgeschichte führt meistens irgendwann zum gemeinsamen Heim. Doch unser Alltag nimmt heute immer vielfältigere Formen an: Schichtpläne, unterschiedliche Lebensrhythmen, der Wunsch nach eigenem Raum – und vor allem: das Bedürfnis, gemeinsame Zeit bewusst zu gestalten anstatt sie als Dauerzustand zu erleben. „Living Apart Together“ (LAT) kann darum gerade in der Lebensmitte eine smarte Entscheidung für Paare sein. Eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Studie der Dating-App Parship verrät: Das Modell der räumlich getrennten Beziehung wird in Deutschland immer beliebter – und zeigt, was moderne Liebe wirklich braucht.

Rund 6 von 10 Menschen in Deutschland (61 Prozent) können sich das Modell „Living Apart Together“ grundsätzlich vorstellen. Diese Offenheit zieht sich durch alle Altersgruppen. Frauen (58 Prozent) zeigen sich dabei weniger aufgeschlossen als Männer (63 Prozent) – vielleicht, weil für sie das Zusammenleben stärker mit Fürsorge und Nähe verknüpft ist. Allerdings: Für 4 von 10 (39 Prozent) kommt getrenntes Wohnen in einer Beziehung in keinem Fall infrage – bei ihnen lebt die klassische Vorstellung vom gemeinsamen Nest weiter.

„Ich könnte mir grundsätzlich „Living Apart Together“ vorstellen.“

Bevölkerungsrepräsentative Parship-Studie; Prozentangaben gerundet

58%

Frauen

63%

Männer

Die Top-Gründe für LAT:

Was macht „Living Apart Together“ so attraktiv? Der Wunsch nach Me-Time führt die Liste an – insgesamt 4 von 10 (41 Prozent) nennen ihn als Hauptgrund. Bei den 40- bis 49-Jährigen ist dieser Wunsch am stärksten ausgeprägt (44 Prozent). In einer der stressigsten Lebensphasen zwischen Familie, Beruf oder Neuorientierung braucht es manchmal einfach Raum zum Atmen.

Mehr als jede:r Dritte (37 Prozent) möchte durch getrennte Wohnungen die eigenen Routinen und Gewohnheiten bewahren – ein Wunsch, den Frauen (40 Prozent) häufiger äußern als Männer (34 Prozent). Männer hingegen schätzen vor allem die persönliche Freiheit (38 Prozent), während Frauen diesen Aspekt etwas weniger betonen (34 Prozent).

Befragte nach Alter: „Für mich würde Zeit für mich alleine für das LAT-Wohnmodell sprechen.“

18-29 Jahre
30-39 Jahre
40-49 Jahre
50-59 Jahre
60-69 Jahre
Parship-Umfrage 2026; Prozentangaben gerundet

Wer lange genug zusammengelebt hat, weiß: Ständige Nähe verstärkt die Reibung. Mehr als ein Drittel der 60- bis 69-Jährigen (36 Prozent) sieht in getrennten Wohnkonzepten daher die Chance, die gemeinsame Zeit bewusst zu schützen und wertzuschätzen. Jede:r Dritte in den 40ern (33 Prozent) nennt „weniger Konflikte im Alltag“ als konkreten Grund für eigenen Wohnraum. Das ist etwas mehr als der Gesamtdurchschnitt (31 Prozent). 

Fast jede:r Fünfte (18 Prozent) schätzt an „Living Apart Together“ die Möglichkeit, individuell zu entscheiden, wie man seine Zeit verbringt und mit wem man sich trifft – eine Form von Autonomie, die in modernen Beziehungen wichtiger wird. Für knapp ein Fünftel der 18- bis 29-Jährigen (22 Prozent) spielt die individuelle Gestaltung des eigenen Wohnraums eine entscheidende Rolle. Bei den 40- bis 49-Jährigen verliert dieser Aspekt hingegen an Bedeutung (16 Prozent) – hier geht es weniger um Ästhetik, mehr um Substanz.

Befragte nach Alter: „Für mich würde die individuelle Gestaltung meines Wohnraums für das LAT-Modell sprechen.“

18-29 Jahre
30-39 Jahre
40-49 Jahre
50-59 Jahre
60-69 Jahre
Parship-Umfrage 2026; Prozentangaben gerundet

Gerade für Singles ab 40 wird die Balance zwischen Nähe und Unabhängigkeit immer wichtiger.

Viele haben bereits Beziehungen erlebt, in denen viel Alltag, Verantwortung und Organisation im Vordergrund standen, und setzen heute bewusst einen anderen Fokus. Sie wollen echte Verbindung, aber ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Das Wohnmodell „Living Apart Together“ ermöglicht es, Nähe bewusst zu gestalten, ohne dass der Alltag die Beziehung dominiert.

Stella Schultner
Parship Expertin und Love-Coach

Gründe gegen LAT:

Doch während die einen von Freiheit träumen, rechnen die anderen bereits: Der größte Deal-Breaker ist materiell: Fast jede:r Zweite (48 Prozent) fürchtet durch zwei Haushalte höhere Kosten und Mehraufwand. So geht es besonders den 50- bis 59-Jährigen (52 Prozent) und den 60- bis 69-Jährigen (51 Prozent). LAT ist also ein Luxus, den sich nicht jede:r leisten kann oder möchte – gerade in Zeiten von Wohnungsnot und Inflation.

48%

„Für mich sprechen höhere Kosten und mehr Aufwand in der Haushaltsführung gegen das LAT-Modell.“

Bevölkerungsrepräsentative Parship-Studie 2025; Prozentangaben gerundet

Doch es geht nicht nur um Geld. Das fehlende „Wir-Gefühl“ mit gemeinsamen Alltagsmomenten würde durch LAT vor allem Frauen fehlen (45 Prozent), während Männer hier etwas weniger emotional reagieren (39 Prozent). Mehr als ein Drittel aller Befragten (35 Prozent) befürchtet weniger spontane Zeit mit dem oder der Liebsten. Für fast ebenso viele (32 Prozent) würde sich die räumliche Trennung wie emotionale Distanz anfühlen – ein Gefühl, das man in der Lebensmitte am wenigsten nachvollziehen kann (40-49 Jahre: 29 Prozent). Nähe ist für sie nicht unbedingt an die gleiche Adresse gebunden.

Welche Gründe würden für dich gegen das Wohnmodell sprechen?

„Mir würden gemeinsame Alltagsmomente fehlen, was das ‚Wir-Gefühl‘ schwächen kann.“

„Weniger spontane Zeit miteinander.“

Frauen
Männer

„LAT light“: Für jede:n Zweite:n der Kompromiss unter einem Dach

Praktikabel, sofort umsetzbar, deutlich günstiger: Wenn nicht zwei Adressen, dann wenigstens zwei Türen. „LAT light“ – getrennte Bereiche innerhalb derselben Wohnung oder desselben Hauses – ist für viele der perfekte Kompromiss zwischen Nähe und Raum. Rund jede:r Zweite findet ein eigenes Arbeitszimmer (48 Prozent) oder einen Hobbyraum (47 Prozent) eine gute Idee.

Moderne Liebe ist flexibler geworden – und individueller. „Living Apart Together“ zeigt: Eine Beziehung muss heute nicht mehr unter einem Dach stattfinden, um verbindlich zu sein.

Das Ranking im Überblick 

Das Wohnmodell „Living Apart Together“ beschreibt Paare, die in einer festen Beziehung leben, aber getrennte Wohnungen oder Haushalte führen. Unabhängig von deinem Beziehungsstatus, könntest du dir so ein Modell grundsätzlich vorstellen? 

 TotalFrauMann18-29 Jahre30-39 Jahre40-49 Jahre50-59 Jahre60-69 Jahre
Ja61%58%63%60%64%61%59%59%
Nein39%42%37%40%36%39%41%41%
Prozentangaben gerundet

Welche Gründe würden für dich für das Wohnmodell sprechen? Nenne bis zu 3 Antworten, die am ehesten auf dich zutreffen.

 TotalFrauMann18-29 Jahre30-39 Jahre40-49 Jahre50-59 Jahre60-69 Jahre
Zeit für mich allein41%42%41%41%41%44%43%36%
Ich kann meine eigenen Routinen und Gewohnheiten beibehalten37%40%34%37%36%36%37%37%
Persönliche Freiheit und Unabhängigkeit36%34%38%31%37%38%37%37%
Man schätzt die gemeinsame Zeit mehr, wenn man sich nicht ständig sieht32%33%31%32%29%32%30%36%
Weniger Konflikte im Alltag (z.B. über Haushaltstätigkeiten)31%32%30%30%36%33%29%27%
Ich kann individueller entscheiden, wie ich meine Zeit verbringe und wen ich treffe18%18%18%19%18%17%18%19%
Individuelle Gestaltung des eigenen Wohnraums18%18%18%22%18%16%16%17%
Finanzielle Unabhängigkeit bleibt weitgehend erhalten16%15%17%17%17%16%15%17%
(Potenzielle) Kinder aus früheren Beziehungen oder eigene Haustiere8%8%8%10%11%11%6%4%
Nichts davon13%14%13%9%10%13%16%19%
Prozentangaben gerundet

Welche Gründe würden für dich gegen das Wohnmodell sprechen? Wähle bis zu 3 Antworten, die am ehesten auf dich zutreffen.

 TotalFrauMann18-29 Jahre30-39 Jahre40-49 Jahre50-59 Jahre60-69 Jahre
Höhere Kosten und mehr Aufwand in der Haushaltsführung48%49%46%39%47%50%52%51%
Mir würden gemeinsame Alltagsmomente fehlen, was das ‚Wir-Gefühl‘ schwächen kann42%45%39%50%38%39%42%40%
Weniger spontane Zeit miteinander35%33%36%38%34%33%37%33%
Räumliche Trennung empfinde ich als Distanz in der Beziehung32%31%33%35%36%29%31%30%
(Potenzielle) gemeinsame Kinder oder Haustiere22%23%21%25%29%27%18%10%
Gemeinsame Zukunftsplanung fällt mir ohne gemeinsamen Wohnsitz schwerer21%20%21%26%23%22%17%15%
Die Organisation von Treffen ist mir zu aufwendig13%13%13%17%16%13%10%9%
Gesellschaftliche Erwartungen sprechen gegen getrennte Wohnungen9%7%11%12%10%10%6%5%
Nichts davon13%14%12%6%9%13%14%23%
Prozentangaben gerundet

Informationen zur Studie
  • Art der StudieBevölkerungsrepräsentative Parship-Studie 2025
  • MethodeOnline-Befragung
  • TeilnehmerSingles und Liierte im Alter von 18 bis 69 Jahren
  • Fallzahl3.056 Personen
  • ErhebungszeitraumSeptember 2025
  • InstitutInnofact AG
  • Region/Stadt/LandDeutschland
  • SpracheDeutsch