Parship-Paarbefragung 2013: Online-Partnerschaften sind alltagstauglicher

Das wissenschaftliche Team von Parship führte im Frühjahr 2013 die dritte Parship-Paarbefragung durch. Bei der Befragung handelt es sich um den zweiten Vergleich zwischen Paaren, die sich online bei Parship und Paaren, die sich nicht im Internet – also offline – kennengelernt haben. Rund 1.600 Paare wurden unter anderem zu ihrem täglichen Zusammenleben und der damit verbundenen Aufgabenverteilung sowie dem Verhalten bei Meinungsverschiedenheiten befragt.

Kostenaufteilung und Aufgabenverteilung

Ein Bereich der Befragung widmete sich der Kosten- und Aufgabenverteilung im Haushalt. Eine faire Aufteilung von gemeinsamen Kosten im Haushalt in Bezug auf das jeweilige Einkommen ist bei den Online-Paaren stärker vorhanden (M=4,32) als bei den Offline-Paaren (M=3,81). Auch bei der Aufgabenverteilung zeigt sich ein Unterschied zwischen den Gruppen. Von den befragten Personen, die in einer Partnerschaft leben, die nicht durch das Internet zustande gekommen ist, gaben im Vergleich zu den Online-Paaren (M=3,71) weniger an, dass ihr Partner Ihnen regelmäßig Aufgaben im Haushalt abnimmt (M=3,45). Vor allem bei den Frauen ist der Unterschied besonders groß: Ein Viertel der Frauen, die einen Partner haben, den sie offline kennengelernt haben (24 Prozent), bekommen von ihrem Partner keine regelmäßige Unterstützung im Haushalt. Bei den Frauen, die Ihren Partner online kennengelernt haben, sind es nur knapp 15 Prozent, also deutlich weniger.

Streit über die Verteilung der Aufgaben im Haushalt gibt es allerdings selten: Nur 5,5 Prozent aller Befragten gaben an, dass dieser Bereich aktuell ein belastendes Problem in der Partnerschaft darstellt. Betrachtet man die Häufigkeiten in den einzelnen Gruppen, fällt auf, dass fast dreimal so viele Offline- (10,1 Prozent) wie Online-Paare (3,7 Prozent) unter belastendem Streit über die Aufgabenverteilung im Haushalt leiden. Bei den befragten Männern gaben 3,2 Prozent der Männer in Online-Partnerschaften an, dass die Aufgabenverteilung im Haushalt ein Streitpunkt darstellt. Bei den männlichen Teilnehmern, die ihren Partner offline kennengelernt haben, sind es mit 7,7 Prozent mehr als doppelt so viele. Der Unterschied bei den Frauen ist noch größer: 4 Prozent der Frauen aus der Gruppe der Onliner streiten sich mit ihrem Partner über die Aufgabenverteilung, bei den Offline-Paaren gaben dreimal so viele Frauen an (11,7 Prozent), dass dies für sie ein belastendes Problem in der Partnerschaft darstellt.

Verhalten bei Meinungsverschiedenheiten

Des Weiteren wurde das Verhalten der Partner bei Meinungsverschiedenheiten abgefragt. Ein Gruppenvergleich zeigt, dass die Online-Paare (M=2,04) deutlich seltener nachtragend sind und einen Streitpunkt erneut thematisieren als die Offline-Paare (M=2,43). Gerade die Männer sind diesbezüglich besonders sensibel: Während die Männer, die ihre Partnerin über das Internet kennengelernt haben, nie oder sehr selten nachtragend sind, wenn es im letzten Jahr Konflikte mit der Partnerin gab, kam dies bei den Offline-Paaren deutlich häufiger vor. Die mittleren Werte der Onliner und Offliner unterscheiden sich hier deutlich(M=1,88 vs. M=2,35, Skala von 1=nie bis 5=immer).

Auch was das Verzeihen nach einer Kränkung betrifft, sind die Online-Paare den Offline-Paaren voraus: Während fast drei Viertel aller Online-Paare (73 Prozent) angeben, dass ihr Partner ihnen nach einer Kränkung immer schnell verzeiht, sind es bei den Offline-Paaren deutlich weniger, die dies angeben, nämlich nur 58 Prozent. Dieser Unterschied zwischen den Gruppen bleibt auch unter Berücksichtigung des Geschlechts und der Dauer der Partnerschaft signifikant.

Die Auswertungen der offenen Angaben am Ende der Befragung haben darüber hinaus gezeigt, dass viele Online-Paare Probleme damit hatten, das Verhalten bei Meinungsverschiedenheiten mit dem Partner zu beurteilen. Sie behaupteten, dass es noch nie eine Meinungsverschiedenheit oder gar Streit gab und sie deshalb die Fragen nicht wirklich beantworten konnten.

Aufmerksamkeiten für den Partner

Wie häufig machen sich die Partner gegenseitig Aufmerksamkeiten? Die Analysen haben ergeben, dass dies bei den befragten Online-Paaren häufiger vorkommt: Zwei Drittel aus der Gruppe der Online-Paare (68 Prozent) gaben an, dass sie ihrem Partner regelmäßig eine kleine Freude bereiten, zum Beispiel das Frühstück ans Bett bringen oder das Lieblingsessen kochen. Bei den befragten Personen, die mit einem Partner zusammen sind, den sie nicht im Internet kennengelernt haben, gaben nur 56 Prozent an, regelmäßig kleine Aufmerksamkeiten in dieser Form zu machen.

Das Ergebnis bei der Frage danach, wie häufig man selbst vom Partner kleine Freuden gemacht bekommt, fällt zwischen den Gruppen noch unterschiedlicher aus, vor allem bei den befragten Männern. Während 70 Prozent der männlichen Onliner regelmäßig von ihrer Partnerin verwöhnt werden, kann sich nur knapp die Hälfte der Offline-Männer (49,7 Prozent) über regelmäßige Aufmerksamkeiten von ihrer Herzensdame freuen.

Zusammenfassung

Zusammengefasst kann behauptet werden, dass die Online-Paare ihren Alltag insgesamt hinsichtlich der untersuchten Bereiche besser bewältigen. Die Online-Paare sagen, dass sie eine faire Kostenverteilung innerhalb des Haushaltes zu haben, nehmen sich häufiger gegenseitig Aufgaben im Haushalt ab und machen sich öfter kleine Aufmerksamkeiten. Zudem geben sie an, weniger Probleme zu haben, die die Beziehung belasten, streiten sich weniger über Aufgabenverteilungen und sind nach einer Meinungsverschiedenheit deutlich seltener nachtragend.

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