Parship Studie: Liebesrisiko „Paarantäne“ – Corona-Maßnahmen stellen mehr als jede vierte Partnerschaft vor die Zerreißprobe

06.04.2020 Jana Bogatz

Parship Studie zeigt: Vor allem Bundesbürger mit schulpflichtigen Kindern haben derzeit Beziehungssorgen. Wichtig für den Stressabbau: In der Corona-Krise haben Paare mehr Sex als sonst.

Hamburg,

Das Coronavirus bestimmt momentan den Alltag. Selbstisolation, Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen führen dazu, dass Paare sehr viel oder sehr wenig gemeinsame Zeit miteinander verbringen – je nachdem, ob sie in einem gemeinsamen Haushalt leben oder nicht. Das kann zur Belastungsprobe werden – insbesondere dann, wenn man Kinder hat. Insgesamt sind sich 27 Prozent der Bundesbürger, die in einer Partnerschaft leben, unsicher, ob ihre Beziehung die Corona-Krise unbeschadet übersteht. Auffällig: Besonders Befragte mit schulpflichtigen Kindern (38 Prozent) sorgen sich um ihr Liebesglück. Unter den Paaren, die keine schulpflichtigen Kinder haben, rechnet jeder Fünfte (21 Prozent) in den kommenden Wochen mit Beziehungsstress. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship (www.parship.de) unter rund 1.000 Bundesbürgern.

Auch Liebe auf Distanz bringt Beziehungen ins Wanken

Dabei führt nicht nur zu viel Nähe zu belasteten Partnerschaften. So erwarten Befragte, die nicht mit ihrem Partner zusammenleben (35 Prozent), eher, dass die Corona-Maßnahmen zum Liebesrisiko werden als Menschen, die sich mit ihrem Partner einen Haushalt teilen (25 Prozent).

Parship-Coach und Paartherapeut Eric Hegmann erklärt: „Menschen gehen Beziehungen ein, um Bindung zu spüren und Antworten auf die Fragen zu erhalten: ‚Bist du hier für mich? Nimmst du mich wahr? Kann ich mich auf dich verlassen?‘ Paare mit einer intakten Beziehung können deshalb aus einer Ausnahmesituation sogar gestärkt hervorgehen. Aber für Paare, deren Beziehung schon vor Corona angespannt war, wird es zur Zerreißprobe, wenn zur Angst vor der Bedrohung noch die Furcht hinzukommt, die Bindung zum Partner zu verlieren – obwohl dieser im gleichen Raum sitzt. Deshalb seien Sie immer erreichbar füreinander und teilen Sie Ihre Sorgen und Ängste.“

Der aktuelle Beziehungsmix: Mehr Streit, mehr Sex

Etwas jeder fünfte in Partnerschaft Lebende (21 Prozent) rechnet für die kommenden Wochen mit einem erhöhten Streitpotenzial. Besonders unter 30-Jährige rechnen mit einer steigenden Zahl an Auseinandersetzungen (34 Prozent). Bei Befragten mit schulpflichtigen Kindern erwartet ebenfalls jeder Dritte (33 Prozent) konfliktreiche Wochen.

Ein Lichtblick: Zumindest werden nicht nur die Konflikte mehr, sondern auch die intimen Stunden häufiger: Jedes vierte Paar (26 Prozent) gibt an, mehr Sex als normalerweise zu haben. Bei den unter 30-Jährigen stimmen sogar 43 Prozent dieser Aussage zu. Und erstaunlicherweise geht auch bei 28 Prozent der Eltern von schulpflichtigen Kindern zwischen den Laken mehr ab als sonst.

Beziehungen intensivieren sich

Der Verzicht auf persönlichen Kontakt mit Freunden und Familienangehörigen fällt allen Befragten schwer (51 Prozent). Besonders Frauen (58 Prozent) und Menschen unter 30 Jahren (60 Prozent) leiden unter dem sogenannten Social Distancing. Dafür konzentrieren sich 41 Prozent der Paare in gemeinsamen Haushalten aktuell verstärkt auf ihre Beziehung und sind sich sicher, dass ihre Partnerschaft sich in den kommenden Wochen intensivieren wird.

Lese-Tipp

Paarantäne – was die Corona Quarantäne mit unserer Beziehung macht https://www.beziehungsweise-magazin.de/unterhaltung/nacktaktiv/paarantaene-was-die-corona-quarantaene-mit-unserer-beziehung-macht/

Dating in Zeiten von Corona: Darauf kommt es bei der Partnersuche jetzt an https://www.parship.de/ratgeber/suchen/dating-in-zeiten-von-corona-darauf-kommt-es-bei-der-partnersuche-jetzt-an/

Das Ranking im Überblick


Frage: Mal abgesehen von anderen finanziellen oder privaten Sorgen, die mit der Corona-Epidemie einhergehen, was bedeutet es für Sie und Ihre Beziehung, dass Sie derzeit gezwungen sind, viel mehr gemeinsame Zeit zuhause miteinander zu verbringen. Wie beurteilen Sie nachfolgende zwischenmenschlichen Herausforderungen auf einer Skala von 1 = „ich stimme voll zu“ bis 5 = „ich stimme überhaupt nicht zu“?

 

Gesamt

Männer Frauen

18 – 29 Jahre

Auf den persönlichen Kontakt mit Freunden und Familienangehörigen zu verzichten, ist schwer für mich. 51 % 44 % 58 % 60 %
Mit Blick auf mein Beziehungsleben ändert sich durch die Corona- Einschränkungen nahezu nichts. 50 % 49 % 51 % 44 %
Die Beziehung zwischen meinem Partner und mir wird sich durch diese Ausnahmesituation intensivieren.* 42 %  44 % 40 % 48 %
Für mich persönlich wichtige Veranstaltungen fallen gerade aus (z.B. Hochzeit, Taufe, großer Geburtstag). 36 % 32 % 41 % 48 %
Die Betreuung der Kinder stellt eine große Herausforderung für alle da. 35 % 36 % 33 % 35 %
Ich habe Angst, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. 32 % 27 % 38 % 45 %
Ich erwarte, dass meine Stimmung schlechter sein wird als sonst. 30 % 29 % 31 % 42 %
Die kommenden Wochen könnten zu einer echten Belastungsprobe für unsere Beziehung werden.* 27 % 27 % 26 % 34 %
Wir werden mehr Sex haben als sonst.* 26 % 31 % 22 % 43 %
Der Verzicht auf den Kontakt mit meinen Kollegen macht mir zu schaffen. 23 % 22 % 23 % 33 %
Mein Partner und ich werden wahrscheinlich (etwas) mehr streiten als sonst.* 21 % 21 % 21 % 34 %
So viel gemeinsame Zeit mit meinem Partner macht mir Angst.* 13 % 14 % 11 % 16 %

n=1.037; Prozentangaben gerundet; *in Partnerschaft

 

Ohne schul-pflichtige Kinder

Mit schul-pflichtigen Kinder Partnerschaft gemeinsamer Haushalt

Partnerschaft getrennter Haushalt

Auf den persönlichen Kontakt mit Freunden und Familienangehörigen zu verzichten, ist schwer für mich. 51 % 53 % 50 % 56 %
Mit Blick auf mein Beziehungsleben ändert sich durch die Corona- Einschränkungen nahezu nichts. 50 % 51 % 51 % 44 %
Die Beziehung zwischen meinem Partner und mir wird sich durch diese Ausnahmesituation intensivieren.* 41 % 44 % 41 % 46 %
Für mich persönlich wichtige Veranstaltungen fallen gerade aus (z.B. Hochzeit, Taufe, großer Geburtstag). 33 % 45 % 36 % 41 %
Die Betreuung der Kinder stellt eine große Herausforderung für alle da. 29 % 50 % 27 % 26 %
Ich habe Angst, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. 30 % 39 % 30 % 44 %
Ich erwarte, dass meine Stimmung schlechter sein wird als sonst. 28 % 35 % 26 % 32 %
Die kommenden Wochen könnten zu einer echten Belastungsprobe für unsere Beziehung werden.* 21 % 38 % 25 % 35 %
Wir werden mehr Sex haben als sonst.* 26 % 28 % 24 % 36 %
Der Verzicht auf den Kontakt mit meinen Kollegen macht mir zu schaffen. 21 % 28 % 21 % 29 %
Mein Partner und ich werden wahrscheinlich (etwas) mehr streiten als sonst.* 15 % 33 % 20 % 27 %
So viel gemeinsame Zeit mit meinem Partner macht mir Angst.* 9 % 19 % 12 % 16 %

n=1.037; Prozentangaben gerundet; *in Partnerschaft

Über die Studie

Für die vorliegende Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.037 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt – davon 712 in Beziehung lebend. Die Stichprobe entspricht nach Alter und Geschlecht der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im März 2020 statt.