Frau malt Herz

Pansexuell – Die höchste Form der Liebe?

10.09.2018 Holger Weißmann

Eine sexuelle Orientierung, bei der die Geschlechteridentitäten keine Bedeutung haben – so könnte das Phänomen „pansexuell“ in einem Satz definiert werden. Dabei verliebt man sich nicht nur in Mann oder Frau. Doch was bedeutet das genau, worin besteht der Unterschied zur Bisexualität und an welchen Anzeichen erkenne ich, ob ich pansexuell bin?

Inhalt:

Worin liegt der Unterschied im Vergleich zu Bisexualität?

Worin liegt der Unterschied im Vergleich zu Bisexualität?

Der Begriff Bisexualität beschreibt die sexuelle Anziehung zu Personen des eigenen und des anderen Geschlechts. Diese Definition geht also von genau zwei Geschlechtern aus: männlich und weiblich. Bei der Pansexualität wird diese Annahme grundsätzlich über Bord geworfen.

Ob jemand Mann oder Frau ist, sich einem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlt, das er rein äußerlich nicht trägt, Merkmale beider Geschlechter aufweist oder sich gar nicht zuordnen kann, spielt dabei keine Rolle.

Wer pansexuell ist, verliebt sich schlicht und ergreifend in einen Menschen, den er als attraktiv empfindet. Er schließt von vornherein keine Kategorie aus, die sich auf Basis des biologischen Geschlechts definieren lässt. Daher wird Pansexualität auch als Omnisexualität bezeichnet.

Die Vorsilbe „pan“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „umfassend“ – die gleiche Bedeutung hat das lateinische Wort „omni“.

Damit wurde also ein Begriff geschaffen, der die Möglichkeit der sexuellen Anziehung und romantischen Liebe zu jedem Menschen benennt, ganz gleich zu welcher bestehenden oder zukünftigen Geschlechteridentität sich eine Person zugehörig fühlt. Es geht darum, von vornherein nicht auszuschließen, mit wem eine sexuelle oder eine Liebesbeziehung infrage käme oder nicht.

Pansexuell – das sind die 3 Anzeichen

Nicht eindeutig sagen zu können, welche Gruppe von Menschen jemand anziehend findet, wird jedoch mit der Unsicherheit konfrontiert, wenn die Frage im Raum steht: „Bin ich pansexuell?“.  Diese Frage ist auch schwer zu beantworten. Da diese Form von Sexualität die traditionellen Beziehungsmodelle sprengt, könnten sich Pansexuelle orientierungslos fühlen. Es gibt schlichtweg keine konkrete Geschlechteridentität, zu der sich diese Personen hingezogen fühlen.

Vielmehr verlieben sich Betroffene in eine Ausstrahlung, einen Charakter oder eine Persönlichkeit. Natürlich spielen auch hier optische Reize eine Rolle – diese lassen sich jedoch nicht an biologischen Geschlechtsmerkmalen festmachen.Wenn du dir diese Frage stellst, solltest du in dich gehen und ehrlich über deine Gefühle zu anderen Menschen nachdenken. Achte dabei auf bestimmte Anzeichen.

1. Du stellst dir die Frage „Bin ich pansexuell?“ Du bist interessiert daran.

Du hast dich schon einmal in Personen unterschiedlichen Geschlechts verliebt und hast das Gefühl, dass es Erfahrungen geben könnte, die dich noch mehr erfüllen könnten? Ein erstes Anzeichen kann schon das tiefergehende Interesse daran sein. Hast du dich schon mit Homo- und Bisexualität auseinandergesetzt und findest die Definition für deine Gefühle nicht ausreichend?

Setzt du dich mit verschiedenen Geschlechteridentitäten auseinander und findest grundsätzlich jede davon spannend, solltest du dich fragen, ob für dich mit diesen Personen auch eine intime Beziehung infrage kommen könnte.

2. Du lehnst Kategorisierungen in der Liebe ab

Bist du pansexuell ist es nicht wichtig, welche Geschlechter zwei Menschen haben, die eine Liebesbeziehung führen. Du akzeptierst und befürwortest es, wenn Personen aus dem einfachen Grund zusammen sind, dass sie sich lieben.

Diskussionen über Homo-, Bi- oder sonstige Sexualität hältst du für unnötig. In der Liebe denkst du nicht in Schubladen, viel wichtiger ist dir das höchst individuelle Gefühl von authentischer Zuneigung und Vertrauen zu einem anderen Menschen.

Diese Fixierung auf den Menschen an sich und nicht auf sein Geschlecht ist es, was Pansexualität ausmacht. Du kannst trotz dieser Einstellung eine heterosexuelle Beziehung führen und dennoch Personen des eigenen Geschlechts interessant finden.

3. Pansexuell – dir fällt keine Geschlechteridentität ein, die du ausschließen würdest

Gehe konkrete Szenarien durch und überlege dir, was du im jeweiligen Fall tun würdest.

Ein überspitztes Beispiel: Stell dir vor vor, dein Partner erzählt dir, er fühle sich eher als Frau und überlegt, sich operieren zu lassen. Stehst du weiterhin zu ihm und nimmst ihn so, wie er ist oder würdest du versuchen, ihn von seinem Vorhaben abzubringen?

Derartige Fragen kannst du dir in Bezug auf das Thema in vielen Alltagssituationen stellen. Wie würdest du dich verhalten oder was würdest du fühlen, wenn du eine attraktive Frau in einer Bar ansprichst und diese sich als Transgender entpuppt? Wenn du bei diesen Gedankenspielen die entsprechende Person weiterhin ansprechend findest, spricht vieles dafür.

Mit Pansexualität umgehen – So geht‘s

Dieser Begriff hat im gesellschaftlichen Bewusstsein bisher noch wenig Verbreitung gefunden. Das macht es schwer, das Thema anzusprechen – Pansexuelle könnten Unverständnis oder sogar Ablehnung fürchten und es schwer haben, Gleichgesinnte zu finden. Selbst im familiären Kreis könnten sie Zurückweisung erfahren, weil Eltern und Geschwister eher konservative Vorstellungen einer romantischen Beziehung haben.

Spreche mit engen Freunden und deiner Familie darüber

Dennoch solltest du offen mit dem Thema umgehen, wenn du erkannt hast, dass du pansexuell bist. Nur so kannst du befreit deine Sexualität ausleben, ohne das Gefühl zu haben, dich ständig verstellen zu müssen. Das heißt zunächst, du solltest dich überwinden, im engsten Kreis darüber zu sprechen. Deine Vertrauten werden dich unterstützen und dir Verständnis entgegenbringen, wenn du ihnen klar machst, was das genau bedeutet. Auch zu potenziellen Liebespartnern solltest du von Anfang an ehrlich sein.

Erfahrungsaustausch mit Pansexuellen auf einer Wellenlänge

Suche Gleichgesinnte und spreche mit ihnen über ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Sie können dir helfen, die Offenheit zu entwickeln, die du zum ungezwungenen Ausleben deiner sexuellen Orientierung benötigst. Oft findest du in Queer-Vereinen, bei Queer-Partys oder Podiumsdiskussionen Anlaufpunkte.

Hast du die gesellschaftliche Hemmschwelle überwunden und eine breite Akzeptanz in deinen Kreisen erreicht, machst du es auch anderen leichter, ihren Weg zu gehen.

Fazit: Egal welche Sexualität – bleibe offen

Es kann einige Zeit dauern bis eine unkonventionelle sexuelle Orientierung eine breite gesellschaftliche Akzeptanz erreicht. Pansexualität ist noch ein recht junger Begriff und bringt gleichzeitig eine ganz neue Perspektive in die Debatte über sexuelle Vorlieben, da die Geschlechteridentität von vornherein keine Rolle spielt. Hier soll einzig und allein der Mensch an sich zählen.

Daher ist diese Form der Sexualität auch alles andere als verwerflich. Gehe selbstbewusst damit um, du musst dich nicht verstellen. Spreche mit engen Vertrauten und Gleichgesinnten – so wird es einfacher, pansexuell offen zu leben. Hast du Schwierigkeiten, jemanden zu finden, der dich akzeptiert, oder ist dir die Hürde, mit jemanden persönlich darüber zu sprechen, zu groß, versuche es mit der Online-Partnersuche.

Und bist nicht du selbst pansexuell, sondern eine Person, in die du dich verliebt hast, muss auch das kein Hindernis sein. Immerhin sind diese Menschen offen für alles.

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