Sapiosexuell: Die Anziehungskraft der Intelligenz

In der heutigen Welt hängt einiges vom eigenen Aussehen ab. Wer aber sapiosexuell ist, sieht das ganz anders – denn für Personen, die sich in diese Kategorie einordnen, zählt Verstand und Wissen viel mehr als der Look. Aber ist das nur ein vorübergehender Trend oder steckt mehr dahinter?

Wenn Sie sich stereotype Bilder von Wissenschaftlern, Bücherwürmern und Ärzten ins Gedächtnis rufen, ist es meist nicht gerade eine sexuelle Anziehung, die diese Gedanken begleitet. Doch oft haben diese Personengruppen eins gemeinsam: Sie zeichnen sich durch eine hohe Intelligenz aus. Genau dies ist der Faktor, anziehend wirkt und sexuelles Interesse weckt. Doch was genau steckt eigentlich hinter dem Begriff?

Sapiosexuell: Intelligenz macht sexy

Für sapiosexuelle Menschen stehen die gewohnten Schönheitsmerkmale erst mal im Hintergrund. Viel eher zählt, wie wortgewandt jemand ist, ob er einen großen Allgemeinwissensschatz besitzt und wie er sich in Debatten schlägt. Intelligenz ist dabei der Trumpf – egal ob auf ein Spezialgebiet fokussiert, oder breit gefächert. Aus diesem Grund fällt es besonders schwer, einen sapiosexuellen Menschen schnell rumzukriegen, da es am Anfang zu beweisen gilt, was im eigenen Köpfchen steckt.

Auf der anderen Seite sehen Personen, die sich diesem Spektrum zuordnen, genau das als großen Vorteil. Sie verlieben sich nicht in das Aussehen eines Menschen, das vergänglich ist, sondern in seinen Intellekt, der sich mit fortschreitendem Alter meist noch vertieft oder besser manifestiert. Diese Art der Beziehung findet dementsprechend auf einer ganz anderen Ebene statt.

Die Sapiosexualität aber auf die gleiche Stufe wie etwa Hetero-, Homo- oder Pansexualität zu stellen, ist nicht wirklich zutreffend. Meist wird es eher als Ergänzung gesehen – es kann also durchaus sein, dass eine Person, die sich als sapiosexuell bezeichnet, sich nur zu einem Geschlecht hingezogen fühlt und folglich die Sapiosexualität nur eine Ergänzung zu einer anderen sexuellen Neigung darstellt.

Die Anziehungskraft der Klugheit

Es gibt mehrere Gründe, warum Intelligenz auf uns Menschen generell anziehend wirkt. Auf der einen Seite besteht eine längerfristige Beziehung immer auch aus Kommunikation und gemeinsamen Zielen. Sie führen keine Partnerschaft mit einer rein körperlichen Hülle, deshalb ist es natürlich wichtig, dass sich auch die Gespräche auf einem vernünftigen Niveau bewegen.

Doch es gibt noch tiefere, evolutionsbedingte Gründe, warum wir Menschen der Intelligenz bei unserem Partner kaum widerstehen können. Eine US-amerikanische Studie konnte zum Beispiel bestätigen, dass Intelligenz und Spermienqualität zusammenhängen. In der Hoffnung auf gute Gene für den Nachwuchs haben intelligente Männer dadurch bessere Karten – auch wenn diese Mechanismen eher im Unterbewusstsein wirken.

Sapiosexuell: Nur ein Trend oder mehr?

Hinter der Sapiosexualität steckt also ein Urinstinkt, der in den meisten Menschen schlummert. Aus diesem Grund handelt es sich hier sicherlich nicht um einen reinen Trend, auch wenn sie heute in aller Munde ist. Gerade beim Online Dating wird häufig „sapiosexuell“ angegeben, um eben diesen Faktor der Anziehung hervorzuheben und so schnell klarzumachen, dass es sich etwa um eine akademische Partnersuche handelt.

Auf der anderen Seite wird der Begriff aus wissenschaftlicher Perspektive angefochten. Viel eher als um eine sexuelle Neigung handelt es sich nämlich um eine generelle Vorliebe für intelligente Frauen und Männer. Während sich also manche Personen von der Optik sexuell angezogen fühlen und andere auf Reichtum stehen, bildet bei Singles, die sich als sapiosexuell bezeichnen, eben die Intelligenz den größten Reiz. Eine alleinstehende sexuelle Kategorie ist es damit allerdings nicht sofort.

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Dating mit sapiosexuellen Singles

Egal ob in einem Online-Forum oder im echten Leben – wenn sich Ihnen gegenüber jemand als sapiosexuell bezeichnet, heißt dies auch, dass er oder sie besonderen Wert auf die allgemeine sowie oft auch emotionale Intelligenz legt. Bei einem ersten Chat oder Date geht es also weniger um das Aussehen, sondern viel eher um die richtigen Worte. Der andere bevorzugt tiefgründige und lange Gespräche gegenüber seichtem und unverbindlichem Smalltalk.

Darauf sollten Sie bei Dates auch achten: Wechseln Sie nicht zu oft das Thema, sondern zeigen Sie Ihre Expertise in bestimmten Bereichen und steigen Sie voll und ganz in die Materie ein. Sie werden schnell merken, dass Ihr Gegenüber in diesem Gespräch voll und ganz aufgeht, wenn denn der Funke übergesprungen sind. Die Quintessenz: Finden Sie Wege, Ihr Date intellektuell herauszufordern.

Abgesehen davon zeichnen sich auch Personen mit dem Label sapiosexuell natürlich durch viele andere Charakteristika aus. Sie haben Hobbys, Vorlieben und führen wie jeder andere auch ein spannendes Leben. Wie bei jedem anderen Date gilt es, diesen Bereich eingehend zu erforschen und die eigene Intelligenz zwar durchscheinen zu lassen, aber nicht alles von ihr abhängig zu machen.

Demisexuell: Emotional verbunden

Oft wird eine Abgrenzung von Demisexuellen gezogen, dabei haben diese zwei Ausrichtungen durchaus viele Gemeinsamkeiten, wenngleich die zweite am anderen Ende des Pols steht. Demisexualität ist eine Unterkategorie der Asexualität, die Personen beschreibt, die wenig bis kein sexuelles Empfinden haben. Doch bei dieser Form kann durchaus Lust auf Sex bestehen – allerdings nur mit Personen, mit denen man eine tiefe emotionale Bindung aufgebaut hat. Bis es zu diesem Punkt kommt, vergeht also ein längerer Zeitraum.

Gleichzeitig nehmen sowohl sapiosexuelle Neigungen als auch eine demisexuelle Einstellung denselben Weg: Am Beginn stehen tiefe Gespräche und das gegenseitige kommunikative Kennenlernen. Die Ausgestaltung ist aber im Kern eine andere – während demisexuelle Personen auf eine emotionale Verbindung hoffen, suchen sapiosexuelle Menschen nach einer intellektuellen Bereicherung. An dieser Stelle können die Grenzen durchaus fließend sein: Es ist zum Beispiel möglich, dass einem Sapiosexuellen besonders emotionale Intelligenz wichtig ist, was einer engen emotionalen Verbindung durchaus nahekommen kann. Der Kernunterschied liegt oft in der Dauer, bis es zu einer sexuellen Attraktivität kommt. Emotionale Anziehung, Geborgenheit und Vertrauen bauen sich erst über die Zeit auf, während eine rein intellektuelle Anziehung vergleichsweise schnell entstehen kann.

Was diese sexuellen Kategorien angeht, sind die Übergänge allerdings fließend und jeder Mensch ist einzigartig. Ihn einfach in eine Schublade zu stecken, ist damit nicht das Mittel der Wahl. Dennoch helfen diese Begriffe dabei, einen gemeinsamen Nenner zu finden oder die eigenen Neigungen zu beschreiben und sich damit von anderen Vorlieben abzugrenzen.

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Sapiosexuell: Mehr als nur ein Trend

Auch wenn keine Einigkeit darüber herrscht, ob Sapiosexualität als eigene sexuelle Kategorie zählt, kann der Begriff auf jeden Fall eines: das Gefühl beschreiben, dass eine intellektuellen Anziehung zugrunde liegt. Was genau das heißt, ist allerdings eine individuelle Angelegenheit und kann von emotionaler Klugheit bis hin zu Spezialwissen reichen. Sapiosexuelle finden Intelligenz einfach anziehend und sexy – auch und gerade auf sexueller Ebene.

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