Der erste Eindruck im Alltag und bei der Partnersuche

Der erste Eindruck ist entscheidend. Ob im Alltag, im Beruf oder beim Date – binnen einer Zehntelsekunde fällen wir ein unglaublich genaues Urteil über einen anderen Menschen, welches wir nur schwer wieder aufheben. Danach steht fast unwiderruflich fest, wie wir jemanden finden, ob uns unser Gegenüber attraktiv, sympathisch und vertrauenswürdig erscheint. Alles Kriterien, die vor allem bei der Partnersuche wichtig sind.

Inhalt:

Der erste Eindruck: Das steckt dahinter und so entsteht er

Aber warum ist der erste Eindruck so genau und welche Psychologie steckt dahinter? Unser Gehirn schafft es blitzschnell, Informationen über Sprache, Mimik, Geruch und Gestik einer anderen Person aufzunehmen und auszuwerten – ohne, dass wir groß darüber nachdenken müssen. Der erste Eindruck entsteht in der Amygdala, unserem „emotionalen Gehirn“, das in uns ein Gefühl erzeugt, wie wir unser Gegenüber finden. Rational begründen lässt sich dieses Gefühl, dieser erste Eindruck unserer Wahrnehmung, nicht wirklich. Doch verlassen wir uns immer auf unsere Einschätzung, ob jemand vertrauenswürdig und sympathisch auf uns wirkt – oder eben nicht.

Psychologie hinter dem ersten Eindruck: Fünf Faktoren nehmen Einfluss

  1. Geruch

Die Nase entscheidet darüber, ob Sie jemanden sprichwörtlich „gut riechen können“. Nicht nur der Körpergeruch, sondern auch Parfums oder Deodorants nehmen Einfluss darauf, ob eine Person sympathisch, gepflegt und intelligent rüberkommt.

  1. Mimik und Körpersprache

Ein Lächeln wirkt freundlich und offen und ist ein Teil der Psychologie beim ersten Eindruck, Studien haben sogar ergeben, dass man sich an lächelnde Personen später besser erinnert. Die Körpersprache von Frau und Mann, der Gang, ja sogar, wie ein Raum betreten wird, verrät viel über die Persönlichkeit und das Bild, das wir von jemandem haben.

  1. Der erste Eindruck durch Augenkontakt

Beim Gespräch oder bereits bei der Begrüßung den Blickkontakt zu halten, zeigt persönliches Interesse und Aufgeschlossenheit. Wir wirken automatisch sympathisch – und mehr noch: Laut einer Studie der Loyola Marymount Universität hält uns der Gesprächspartner für intelligenter, wenn wir ihm in die Augen sehen.

  1. Äußerlichkeiten

Unsere Kleidung, unser Make-up, unser ganzes Auftreten sind unmittelbar wahrnehmbar und beeinflussen so den ersten Eindruck maßgeblich. Die Kleidung verrät bereits viel über die eigene Persönlichkeit. Haben also beispielsweise zwei Menschen einen ähnlichen Kleidungsstil, leiten wir daraus automatisch auch charakterliche Gemeinsamkeiten ab. Also achten Sie beim ersten Date auf Ihr Outfit und zeigen Sie sich authentisch.

  1. Wahrnehmung der Stimme beim ersten Eindruck

Unsere Stimme ist nicht nur einzigartig, sondern beeinflusst sehr stark unsere Wirkung auf andere. Betonung, Atmung, Räuspern, die Tonlage – ist sie piepsig oder eher tief und ruhig? Die Stimme verrät sofort, ob jemand aufgeregt oder sicher ist und trägt entscheidend dazu bei, wie di erste Einschätzung einer Person ausfällt.

Wahrnehmung beim ersten Eindruck: So bewerten wir uns gegenseitig

Gerade beim ersten Date ist es wichtig, dass der erste Eindruck zu einem positiven Ergebnis führt. Männer wie Frauen müssen sich ihrer Wirkung auf das andere Geschlecht bewusst sein und Eigenschaften, die diese positiv beeinflussen, zeigen oder gegebenenfalls verstärken.

Das nehmen Männer beim ersten Eindruck wahr

  1. Äußerlichkeiten

Für Männer stehen Äußerlichkeiten bei einer Frau ganz oben und beeinflussen maßgeblich, ob sie sie attraktiv finden. Hierbei spielt vor allem Symmetrie eine Rolle, denn ist das Gesicht einigermaßen symmetrisch, empfindet es der Mann automatisch als schön. Hierbei können Frauen mit Kleidung und Make-up nachhelfen. Wie trägt sie ihre Haare – offen oder als Pferdeschwanz? Hier hat sich gezeigt, dass Frauen mit zurückgebunden Haaren als kompetenter eingestuft wurden.

  1. Augenkontakt bestimmt den ersten Eindruck

Auch der Blickkontakt spielt eine Rolle. Wie intensiv schaut sie ihm in die Augen? Je starrer der Blick, desto stärker und charismatischer kommt sie rüber. Häufiges Augenklimpern hingegen wirkt unterwürfig.

  1. Geruch

Männer reagieren deutlich empfindlicher auf nasale Reize als Frauen. Eine US-Studie konnte nachweisen, dass stark parfümierte Frauen einen weniger gepflegten und intelligenten, unattraktiveren sowie auch unfreundlicheren ersten Eindruck hinterließen als die Vergleichsgruppe ohne Parfum.

Das nehmen Frauen beim ersten Eindruck wahr

  1. Geruch

Frauen hingegen reagierten ganz anders auf Duftstoffe an einem Mann. Hier zeigte die Studie, dass parfümierte Männer einen deutlich gepflegteren und attraktiveren ersten Eindruck hinterließen.

  1. Äußerlichkeiten

Ungepflegtheit strafen Frauen mit einer sehr negativen ersten Einschätzung ab. Schlechte Zähne, Mundgeruch, schwarze Ränder unter den Fingernägeln – mangelnde Körperhygiene ist ein absolutes No-Go. Denn der erste Eindruck einer Frau basiert laut einer Parship-Umfrage zu 55 Prozent auf der äußeren Erscheinung und die Körpersprache eines Mannes. Muskulöse Männer wirken gesund, mutig und attraktiv, schmale Männer hingegen zwar intelligent – dafür aber ängstlich. Übrigens spielt sogar die Wahrnehmung der Frisur beim ersten Eindruck eine Rolle: Eine Studie an der Universität von Pennsylvania hat gezeigt, dass Männer mit rasierten Köpfen dominanter wirken als Männer mit vollem Haar.

  1. Sprache in Verbindung mit dem ersten Eindruck

38 Prozent der Frauen achten darauf, wie er spricht – dafür nur sieben Prozent darauf, was gesprochen wird. Also spielen die Körpersprache und die Tonlage eine wichtigere Rolle als der Inhalt bei der ersten Einschätzung. Frauen beobachten sehr genau und interpretieren dabei anhand der Stimme und dem Verhalten, mit welchem Typ Mann sie es zu tun haben: „Was meint er wirklich damit, was bedeutet das?“

Darum ist der erste Eindruck so wichtig, wenn man sich kennenlernt

Der erste Eindruck zählt – und stecken wir erst einmal in einer Schublade, kommen wir da nicht mehr so leicht heraus. Was bedeutet das für den Alltag und für Verabredungen?

Die Bedeutung des ersten Eindrucks beim zufälligen Kennenlernen im Alltag

Wir kommen nicht umhin: Treffen wir im Alltag – sei es in der Freizeit oder auf der Arbeit – aufeinander, bilden wir uns unweigerlich ein Bild von anderen Personen. Halten Sie sich dabei an die Regeln, also Blickkontakt, fester Händedruck, ein Lächeln auf dem Gesicht, ein sicherer, ruhiger Tonfall und vor allem ein gepflegtes Äußeres, dann werden Sie die meisten Menschen als sympathisch einstufen.

Vorteile durch das persönliche Aufeinandertreffen

Eine Studie der Universität von British Columbia untermauert die Einschätzung, ein zufälliges Kennenlernen im Alltag könne sogar einen Vorteil bringen, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen: Versuchspersonen sollten andere beurteilen, die sie entweder bei einem kurzen, persönlichen Gespräch kennengelernt hatten oder nur beim Online Dating einen Eindruck von ihnen gewinnen konnten. Zwar wurden die Persönlichkeitsmerkmale in beiden Fällen sehr genau eingeschätzt – doch beim realen Treffen wurden diese Attribute mit weiteren positiven Eigenschaften verknüpft, sodass sich letztlich ein sympathischeres Gesamtbild ergab.

Das bedeutet: Online werden Menschen viel kritischer eingeschätzt. Interagiert man also direkt mit anderen, kommt man meist besser weg.

Die Bedeutung des ersten Eindrucks bei einem geplanten Date

Wenn Sie sich zu einem Date verabreden, zählt der erste Eindruck sogar noch mehr. Denn haben sie sich vorher online kennengelernt, fand bereits eine Kommunikation statt, bei der Sie sich beide ein Bild voneinander gemacht haben. Letztlich muss dieses Bild nach den obigen Erkenntnissen sehr positiv sein.

Nun hängt es vom Treffen ab

Stimmt der erste Eindruck mit dem bereits vorgefertigten Bild überein, wird die Verabredung ein Erfolg, die Schmetterlinge im Bauch werden sich schnell einstellen. Anders liegt der Fall, wenn die Wahrnehmung beim ersten Eindruck in der Realität nicht mit der gedanklichen Konstruktion übereinstimmt. Je höher die Erwartungen an das Date und die andere Person, desto größer die Fallhöhe.

Das bedeutet: Anstatt Schmetterlingen im Bauch bleibt letztlich nur die Enttäuschung.

Der erste Eindruck: Können wir uns auf ihn verlassen?

„Der erste Eindruck zählt“ – wenn Sie diesen Satz wörtlich nehmen, dann ist es auch so. Doch sind Sie es, die eine andere Person in eine Schublade stecken. Schließlich kommt es ab und zu vor, dass wir uns in anderen täuschen. Beim ersten Eindruck setzen Männer wie Frauen Prioritäten, wir nehmen das wahr, was wir brauchen, um uns im Bruchteil einer Sekunde ein Bild zu machen. Gerade, wenn wir uns nur auf Äußerlichkeiten verlassen, treffen wir häufig die falschen Entscheidungen – im Alltag wie beim Date.

Die erste Einschätzung im Alltag

Im Alltag, im Beruf, in der Freizeit – das erste Auftreten ist immer wichtig, kann aber auch falsch sein. Denn es gibt Menschen, die in Stresssituationen sensibel reagieren. Lernen wir sie aber besser kennen, erfahren wir, dass sie diese dennoch souverän meistern. Dann erst machen sie einen überzeugenden Eindruck. Es lohnt sich also, sich nicht immer auf die Wahrnehmung des ersten Eindrucks zu verlassen, sondern sich mit anderen zu beschäftigen. So entsteht ein Gesamtbild, das bleibend und vor allem nachhaltig ist.

Der erste Eindruck beim Date

Bei einem Date sollten Sie sich vom ersten Eindruck nicht in Ihrer Psyche täuschen lassen. Bedenken Sie: Wäre keine Sympathie vorhanden gewesen, wäre es wahrscheinlich nie zu einem persönlichen Treffen gekommen. Wagen Sie einen weiteren Blick, einen zweiten Eindruck. Fragen Sie sich: Sind wir soweit auf einer Wellenlänge, dass hieraus eine Freundschaft entstehen könnte? Falls Sie das bejahen, stehen die Chancen gut, dass sich mittelfristig doch Gefühle entwickeln.

Gut zu wissen: Es kann sich also lohnen, nicht auf den ersten Eindruck zu vertrauen, sondern es langsam angehen zu lassen. Möglicherweise führt die Aufregung beim Date dazu, dass Sie sich ein falsches Bild von Ihrem Gegenüber machen. Treffen Sie sich häufiger und sehen Sie, was passiert. Nicht immer ist es die Liebe auf den ersten Blick. Ihr Bauchgefühl ist da Ihr bester Berater: Solange Sie keine körperliche Abneigung verspüren, stehen alle Chancen offen.

Fazit: Der erste Eindruck zählt viel – aber nicht alles

Der erste Eindruck steuert im Alltag oder bei einem Date häufig, wie es weitergeht. Zwar lassen sich Menschen schnell anhand bestimmter Signale einschätzen. Doch diese Bewertung kann trügen. Wichtig ist es, offen zu bleiben und zu beobachten, wie sich der andere bei weiteren Treffen verhält: Ist er höflich, aufmerksam, wie hat sich die Körpersprache verändert? Dann erst können Sie sicher sein, das richtige Urteil gefällt zu haben – und nicht etwa eine Chance vertan zu haben nur aufgrund des ersten Eindrucks.