Virtuelle_Beziehung

Virtuelle Beziehung: Neue Ära oder gefährlicher Abgrund?

19.10.2020 Jana Weinberg

Gerade durch Corona hat sich die Partnersuche für viele nicht nur ins Netz verlagert, sondern bleibt auch dort, wenn es ernster wird. Doch kann eine solche virtuelle Beziehung funktionierten? Wir erklären dir, was dahintersteckt, zeigen Vor- und Nachteile auf und geben dir Tipps für die Zukunft an die Hand.

Du hast deinen absoluten Schwarm oder die perfekte Traumfrau in der Onlinewelt kennengelernt? Dann stehen die Chancen gut, dass eine virtuelle Beziehung folgt. Für immer mehr Menschen ist die Kommunikation im Internet heute alltäglich und so hat sich auch das Flirten ins Netz verschoben. Laut einer Parship-Studie haben 43 Prozent der Deutschen Online-Dating bereits ausprobiert, weitere 18 Prozent können es sich gut vorstellen1.

Oftmals folgt darauf eine virtuelle Beziehung, die laut Definition nicht nur im Netz zustande gekommen ist, sondern sich auch dort abspielt. Doch was steckt dahinter?

Die virtuelle Beziehung in der Psychologie

In der Psychologie ist eine virtuelle Beziehung am Ende des Tages einfach eine neue Art der Kommunikation. Sie findet online statt und muss sich daher auch auf die dort zur Verfügung stehenden Mittel beschränken. Wenngleich das sinnliche Erlebnis auf der Strecke bleibt, verbergen sich hinter einer Cyberbeziehung einige Vorteile. Nicht nur ist die Schwelle sehr niedrig, überhaupt zu interagieren, noch dazu bist du hier unabhängig von Ort und Zeit und verfügst über den Zugang zu unzähligen Kontakten.

Auch auf emotionaler Ebene hat die virtuelle Beziehung Vorteile. Zufolge einer Parship-Erhebung trauen sich 23 Prozent der Partnersuchenden online eher, mit jemandem in Kontakt zu treten2. Es fällt Menschen leichter, sich zu öffnen. Das liegt zum einen daran, dass man sich etwa beim Schreiben für die Formulierung mehr Zeit lassen kann, zudem werden Enthemmungseffekte beschrieben – denn im Netz beschleunigt sich die Selbstoffenbarung, da man in diesem geschützten und vermeintlich privaten Raum eher heikle Themen anspricht und die Internetbekanntschaft vom eigenen Umfeld isoliert ist.

Die Risiken der virtuellen Netzbeziehung

Doch trotz aller Vorteile, bergen virtuelle Beziehungen im Internet auch einige Risiken, die du bedenken solltest, bevor du dich mit ganzem Herzen darauf einlässt:

  • Anonymität und Selbstdarstellung: Laut einer Parship-Studie wählen 26 Prozent der Singles die Partnersuche im Netz, um selbst entscheiden zu können, welche Information sie von sich preisgeben3. Doch das bedeutet auch, dass sich so einiges verstecken lässt und du nie weißt, wer wirklich auf der anderen Seite hinter dem Bildschirm steckt. Eine unwahre Selbstdarstellung ist keine Seltenheit. Noch gefährlicher wird es, wenn du Menschen außerhalb einer sicheren Plattform wie Parship kennenlernst. Am Ende existiert die Person gar nicht, mit der du gerade deine intimsten Gedanken teilst. Wenn sie oder er nur eine virtuelle Beziehung will, solltest du stutzig werden.
  • Falsche Projektion: Wenn du nur das virtuelle Profil deines Partners kennst, kann es sein, dass du deine Wünsche und Sehnsüchte auf diesen überträgst. Das passiert ganz unbemerkt und ist völlig menschlich. Dieses Bild kann aber wirklichkeitsfremd sein.
  • Missverständnisse: Nicht nur Humor geht beim Versenden einer Chatnachricht oft verloren, auch sonst kann es zu Missverständnissen kommen. Gefühle werden ad hoc kommuniziert und eine Beziehung nimmt einen schnelleren Anfang als im realen Leben. Die Hürden für eine virtuelle Verliebtheit sind niedrig.
  • Kontrolle: Gleich auf zwei Arten übt eine virtuelle Beziehung Kontrolle aus – zum einen steigt deine Bildschirmzeit, zum anderen hat dein Partner hier eine große Kontrolle über dich, da ein Kontaktabbruch im Netz einfach ist.
  • Sinkende Exklusivität: Überhaupt geht es online weniger verbindlich zu. Es ist ein leichtes, viele Kontakte gleichzeitig zu haben, dementsprechend sinkt auch die Exklusivität.

So funktioniert es: Tipps für deine virtuelle Beziehung

Trotz aller Risiken nimmt die virtuelle Beziehung aber einen immer größer werdenden Anteil ein. Wir leben in verschiedenen Ecken der Welt und versinken in Arbeit und Verpflichtungen, da scheint eine virtuelle Liebe sehr verlockend. Wichtig hierbei ist, dass du immer ehrlich und authentisch bleibst. Verstelle dich nicht und versuche keine überzogenen Ideale zu entwickeln. Mithilfe von regelmäßigen Videochats lernt ihr euch besser kennen als nur über Text.

Irgendwann ist es aber an der Zeit, dich mit deinem virtuellen Kontakt zu treffen. Denn es wird dir nicht verwehrt bleiben, die Realität mit deinen Erwartungen abzugleichen und so das Vertrauen zu vertiefen. Gleichzeitig kannst du deinen Partner dann mit allen Sinnen erfahren.

Damit beendest du die virtuelle Beziehung und bringst sie auf die nächste Stufe. Das ist ein durchaus heikler Moment, für den du dir Zeit nehmen solltest. In der Onlinesphäre sind viele Personen mutiger, also wirst du unter Umständen einen ganz neuen und facettenreichen Menschen kennenlernen dürfen. Für das Treffen eignet sich ein neutraler Ort, vorbereitend kannst du dir bereits einige Gesprächsthemen überlegen.

An dieser Hürde scheitern virtuelle Beziehungen, die zu lange im Netz verblieben sind, oft. Falls du merkst, dass du dir deine Bekanntschaft leider doch ganz anders vorgestellt hast und nun desillusioniert zurückbleibst, ist das oft auch das Ende für die virtuelle Beziehung, auch wenn gerade eine Trennung im Netz schwerfällt – laut einer Parship-Erhebung hadern 29 Prozent der Deutschen mit der Tatsache, im Netz immer wieder mit dem Ex konfrontiert zu werden4. Doch Vorsicht: Bleib auch hier fair, es ist wichtig, die virtuelle Beziehung auf Augenhöhe zu beenden – am besten persönlich und falls das nicht möglich ist in einem Videochat oder Telefonat.

Funktioniert eine virtuelle Beziehung?

Dank Corona oder entfernten Wohnorten kann eine virtuelle Beziehung für dich durchaus Sinn ergeben. Allerdings findet im Netz trotz aller kommunikativer Möglichkeiten eine gänzlich andere Partnerschaft statt als im realen Leben. Das Körperliche fehlt, dafür zählen andere Dinge wie etwa der gute Ausdruck oder eine ausgewogene Kommunikation.

Auf Dauer ist es aber nie schlecht, sich zumindest einmal persönlich getroffen zu haben, auch wenn danach wieder nur virtueller Kontakt möglich ist. Aber nur so hast du die Sicherheit, um wen es sich am anderen Ende der Leitung wirklich handelt. Nur Mut, du hast viel zu gewinnen!

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