Parship Studie: Beziehungskiller Arbeit – mehr als 60 Prozent der Deutschen waren schon betroffen

16.08.2018 Jana Bogatz

Parship-Studie zeigt: Jobstress und lange Arbeitszeiten haben bei rund zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen schon zu Beziehungsstreitigkeiten geführt. Jede fünfte Beziehung ist daran zerbrochen. Häufigster Streitpunkt ist die schlechte Laune des Gestressten.

Hamburg,

Geschäftsreisen, Schichtarbeit, viele Überstunden oder ständige Erreichbarkeit: Häufig nimmt die Arbeit einen großen Teil des Alltags ein – manchmal sogar mehr als die eigene Beziehung. Bei 64 Prozent der Deutschen hat sich der Job daher schon negativ auf die eigene Partnerschaft ausgewirkt. Bei 40 Prozent hat die Liebe sogar schon mehrmals für berufliche Aktivitäten zurückstecken müssen. Besonders viele jobbedingte Beziehungskrisen gibt es bei den 30- bis 39-Jährigen: Hier hat es wegen zu viel Arbeitsstress sogar bei 76 Prozent mindestens einmal gekriselt. Das zeigt eine aktuelle, bevölkerungsrepräsentative Umfrage von Parship (www.parship.de), Deutschlands größter Online-Partnervermittlung, unter rund 1.000 Bundesbürgern.

Jobbedingtes Liebesaus bei jedem Fünften

Viel Zeit im Büro und wenig Zeit zu Hause bieten viel Streitpotential. Bei mehr als jedem fünften Deutschen (21 Prozent) ist die Beziehung durch Arbeitsbelastung und daraus resultierende Streitereien bereits in die Brüche gegangen. Bei 37 Prozent haben Überstunden und Co. zwar zu vielen Unstimmigkeiten geführt und die Beziehung stark gefährdet, aber zu einer Trennung kam es nicht. Bei immerhin 42 Prozent sorgt der Job zwar immer wieder für Zank und Zoff in der Partnerschaft, aber gefährdet wurde die Liebe dadurch nie.

Schlechte Work-Love-Balance: Zu viel Arbeit, zu wenig Sex

Vor allem die schlechte Laune und Niedergeschlagenheit des Gestressten und zu wenig gemeinsame Zeit sorgen am häufigsten für Beziehungsprobleme (je 60 Prozent). Unfair verteilte oder nicht erledigte Aufgaben im Haushalt (45 Prozent) landen auf Platz drei der jobbedingten Streitgründe. Insbesondere bei Frauen (49 Prozent; Männer: 40 Prozent) stößt ungleiche Aufgabenverteilung in den eigenen vier Wänden auf Unmut. Wer sich im Job auspowert, ist abends für Liebesspiele im Schlafzimmer meist nicht mehr zu begeistern: Über zu wenig oder fehlenden Sex streiten sich 40 Prozent der Befragten. Unzufriedenheit und schlechte Laune steigen zudem, wenn die eigenen Bedürfnisse ständig zugunsten des Partners zurückgestellt werden müssen oder man sich nicht mehr auf den eigenen Partner verlassen kann (36 Prozent).

Parship-Psychologe und Single-Coach Markus Ernst meint: „Wenn Paare keine Zeit mehr füreinander finden und ein Partner dauerhaft gestresst ist, wirkt sich das natürlich auf die Beziehung aus. Wichtig ist, dass beide Partner miteinander kommunizieren und den Frust nicht in sich hineinfressen. Beide sollten darauf achten, dass am Ende des Tages die Work-Love-Balance noch stimmt. Kleine gemeinsame Auszeiten dürfen auch in stressigen Phasen nicht zu kurz kommen, sei es ein romantisches Abendessen oder ein Wochenendtrip.“

Lese-Tipp: „Beziehungskrise: Wie kommt es dazu und wie meistern Sie sie?“

https://www.parship.de/ratgeber/loslassen/beziehungskrise/

Das Ranking im Überblick

Frage: Haben sich lange Arbeitszeiten oder zu viel Arbeitsstress schon einmal auf Ihre Beziehung ausgewirkt?

 

Gesamt Männer

Frauen

Ja

64 % 67 % 62 %

Ja, bereits einmal

24 % 25 % 23 %

Ja, bereits mehrmals

40 % 42 % 39 %

Nein, bisher noch nicht

36 % 33 % 38 %

n=1.014

 

18-29 Jahre

30-39 Jahre 40-49 Jahre

50-65 Jahre

Ja

70 % 76 % 66 % 54 %

Ja, bereits einmal

25 % 35 % 22 % 19 %

Ja, bereits mehrmals

45 % 41 % 44 % 35 %

Nein, bisher noch nicht

30 % 24 % 34 % 46 %

n=1.014 

Frage: Sie haben angegeben, dass sich Überstunden und Co. auf Ihre Partnerschaft ausgewirkt haben. Welche Folgen hatte das für Ihre Beziehung(en)?

 

Gesamt

Männer

Frauen

Diese Faktoren haben zum Ende meiner Beziehung(en) geführt.

21 % 26 % 16 %

Diese Faktoren haben zu viel Streit geführt und unsere Beziehung gefährdet, aber wir haben die Kurve nochmal bekommen.

37 % 35% 39 %

Diese Faktoren haben zwar zu Unstimmigkeiten geführt, aber unsere Beziehung war dadurch nicht in Gefahr.

42 % 39 % 45 %

n=653; nur Personen, bei denen sich lange Arbeitszeiten oder zu viel Arbeitsstress schon einmal auf Ihre Beziehung ausgewirkt haben

Frage: Langes Arbeiten und Stress im Job kann eine Partnerschaft beeinflussen. Was sind die häufigsten Streitpunkte in diesem Zusammenhang? Wenn Sie aktuell nicht in einer Partnerschaft leben, denken Sie bitte an Ihre letzte(n) Beziehung(en).

  Gesamt Männer Frauen

Schlechte Laune / Niedergeschlagenheit des Gestressten drücken auf die Stimmung in der Beziehung.

60 % 54 % 67 %

Zu wenig Zeit füreinander: Wir sehen uns kaum mehr / noch / keine Zeit für Ausgehen / Verabredungen.

60 % 57 % 63 %

Die nicht erledigten Aufgaben im Haushalt / ungleiche Arbeitsverteilung im Haushalt.

45 % 40 % 49 %

Wenig oder fehlender Sex.

40 % 43 % 38 %

Meine eigenen Bedürfnisse, die ständig zurückgestellt werden müssen.

40 % 35 % 45 %

Unzuverlässigkeit: Nicht eingelöste Versprechen, Zuspätkommen, Absage von Verabredungen etc.

36 % 33 % 40 %

Mangelnde Kommunikation: Wir reden kaum noch miteinander.

36 % 32 % 39 %

Einseitige Kommunikation: Wenn wir miteinander reden, drehen sich die Gespräche nur um den Job.

28 % 25 % 32 %

Geringe Wertschätzung durch den Anderen.

22 % 17 % 28 %

Die gemeinsame Kindererziehung, die darunter leidet.

21 % 22 % 21 %

Ständige Erreichbarkeit für den Chef / Kollegen (per E-Mail, Telefon).

21 % 20 % 22 %

Eifersucht auf Kollegen, mit denen zu viel Zeit verbracht wird.

14 % 12 % 17 %

n=653; nur Personen, bei denen sich lange Arbeitszeiten oder zu viel Arbeitsstress schon einmal auf Ihre Beziehung ausgewirkt haben

Über die Studie

Für die vorliegende Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.014 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt – davon 653 in Beziehung lebend. Die Stichprobe entspricht nach Alter und Geschlecht der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im Juni 2018 statt.