Parship Studie: Corona und die Liebe (Teil 2) – so geht es Paaren nach einem Jahr Krise

25.03.2021 Anna Kustermann
Parship Studie zeigt: Das erste Pandemiejahr führte bei einem Viertel der Paare zu Beziehungsproblemen. Für jede zehnte Beziehung bedeutete die Corona-Pandemie sogar das Liebes-Aus. Aber knapp die Hälfte der Vergebenen ist sich durch den Lockdown nähergekommen.

Hamburg,

Egal ob gemeinsam im Lockdown oder in einer Fernbeziehung – die anhaltende Corona-Pandemie stellt Beziehungen vor ganz neue Herausforderungen. Eine aktuelle Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship (www.parship.de) unter rund 1.000 Bundesbürger:innen zeigt, dass über die Hälfte der Paare seit Beginn der Corona-Pandemie im letzten Jahr mehr Zeit gemeinsam verbracht hat als sonst (51 Prozent). Zum Großteil hatte das einen positiven Effekt: 44 Prozent der Paare geben an, dass sie die Pandemie zusammengeschweißt hat. Dieses Gefühl hat sich zu Beginn 2021 nochmal verstärkt, wie der Vergleich mit Zahlen aus Ende 2020 zeigt: So gaben im Dezember 2020 nur 23 Prozent der Vergebenen an, dass sie die Pandemie zusammengeschweißt hat.

Liebesrisiko „Paarantäne“

Aber nicht alle sind glücklich über die vermehrte gemeinsame Zeit: 27 Prozent der vergebenen Männer haben in der Pandemie mehr Zeit mit ihrer Partnerin verbracht als ihnen lieb ist (Frauen: 20 Prozent). Die gemeinsamen Stunden können eben auch an den Nerven zerren. Für knapp ein Viertel der Bundesbürger:innen wurde diese Zeit daher zur Belastungsprobe für die Beziehung (23 Prozent) und 22 Prozent der Paare haben sich öfter gestritten als üblich. Besonders bei jüngeren Paaren hat die Pandemie für mehr Beziehungsprobleme gesorgt (18-29 Jahre: 34 Prozent; 30-39 Jahre: 32 Prozent). Im Vergleich: Nur bei zwölf Prozent der Paare über 55 Jahre hat Covid-19 für einen Anstieg der Probleme in der Partnerschaft geführt.

Wenn die Pandemie zum Beziehungskiller wird

Seitensprünge bleiben auch in Corona-Zeiten ein Thema: Neun Prozent der vergebenen Menschen in Deutschland hatten eine oder mehrere Affären. Vor allem Jüngere bis 29 Jahre haben sich während der Pandemie außerhalb ihrer Partnerschaft vergnügt (16 Prozent). Immerhin jede:r zehnte Bundesbürger:in hat sich aufgrund der Pandemie von ihrem/seiner Partner:in getrennt. Zwölf Prozent der Vergebenen haben sich aus Angst, in Corona-Zeiten alleine zu sein, nicht von ihrem/seiner Partner:in getrennt. Und fast jedes zehnte Paar plant aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise eine Paartherapie (9 Prozent).

Jüngere Paare im Lockdown auf Kuschelkurs

Es geht aber auch anders: Besonders junge Erwachsene bis 29 Jahre finden, dass sie ihrem/seiner Partner:in im letzten Jahr nähergekommen sind (38 Prozent; Gesamt: 31 Prozent). Kein Wunder also, dass es bei jüngeren Paaren trotz der Pandemie heiß herging – 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen hatte in der Corona-Krise mehr Sex als sonst (50-65 Jahre: 8 Prozent). Auch die Familienplanung ist von der Pandemie betroffen: Während bei 14 Prozent der Pärchen das Babyfieber ausgebrochen ist, haben 13 Prozent die Familienplanung erstmal auf Eis gelegt.

Paartherapeut und Parship-Coach Eric Hegmann sagt: „Egal, ob im Lockdown, Fernbeziehungen oder die Vereinbarung von Home Office, Kinderbetreuung und Paarbeziehung – gemeinsam die Corona-Krise zu bewältigen, sorgt neben den zahlreichen Belastungen auch dafür, dass Paare zusammenschweißen. Das Wissen als Team solche große Herausforderungen meistern zu können, sorgt für Zuversicht, auch auf künftige Veränderungen erfolgreich reagieren zu können. Solcher Optimismus schafft tragfähige Beziehungen.“

Über die Parship-Reihe „Corona und die Liebe“

In einer dreiteiligen Reihe widmet sich Parship der Frage, wie sich das erste Corona-Jahr auf Singles, Paare und die Gesellschaft insgesamt ausgewirkt hat. Die repräsentativen Umfrageergebnisse zu den Auswirkungen auf Singles sind am 18. März erschienen, die Ergebnisse für die allgemeine Bevölkerung erscheinen am 8. April 2021.

Lese-Tipp
Beziehungskiller: Die 15 häufigsten Dinge, die Sie als Paar belasten:
https://www.parship.de/ratgeber/loslassen/beziehungskiller/

Das Ranking im Überblick      

Frage: Die Corona-Pandemie begleitet uns nun schon seit einem Jahr und hat vieles in unserem Leben verändert. Wie beurteilen Sie nachfolgende Aussagen auf das vergangene Jahr bezogen auf einer Skala von 1 = „trifft voll zu“ bis 5 = „trifft gar nicht zu“? (Top-2-Boxes)

 

  Gesamt Männer Frauen 18-29 Jahre 50-65 Jahre

Top-2-Boxes (Trifft voll zu / trifft zu)

         

Mein:e Partner:in und ich verbringen seit der Pandemie mehr Zeit zu zweit als sonst

51 % 52 % 50 % 60 % 50 %

Die Corona-Pandemie hat uns als Paar zusammengeschweißt

44 % 42 % 46 % 40 % 45 %

Meine Partnerschaft ist durch die Pandemie gestärkt worden

41 % 40 % 42 % 39 % 39 %

Ich bin meinem:r Partner:in seit Beginn der Pandemie näher gekommen als sonst

31 % 30 % 32 % 38 % 26 %

Ich habe durch Corona mehr Zeit mit meinem:r Partner:in verbracht als mir lieb ist

24 % 27 % 20 % 32 % 17 %

Die Pandemie ist eine echte Belastungsprobe für meine Beziehung

23 % 24 % 23 % 34 % 10 %

Wir haben uns im letzten Jahr mehr gestritten als üblich

22 % 24 % 20 % 30 % 14 %

Aufgrund der Corona-Pandemie hatten wir mehr Beziehungsprobleme als sonst

22 % 22 % 22 % 34 % 12 %

Ich hatte in diesem Jahr mehr Sex

20 % 21 % 19 % 40 % 8 %

Wir haben in der Pandemie unsere Familienplanung in Angriff genommen

14 % 16 % 12 % 23 % 5 %

Ich habe meine:n Partner:in seit Beginn der Pandemie seltener gesehen als sonst

13 % 15 % 12 % 23 % 5 %

Wir haben unsere Familienplanung wegen der Pandemie erstmal auf Eis gelegt

13 % 13 % 13 % 18 % 5 %

Aus Angst vor Einsamkeit habe ich mich während der Pandemie nicht von meinem:r Partner:in getrennt

12 % 14 % 10 % 16 % 7 %

Wegen der Corona-Krise machen (oder planen) wir gerade eine (Online-)Paartherapie, um an unserer Beziehung zu arbeiten

9 % 11 % 7 % 13 % 5 %

Ich hatte eine / einige unverbindliche Affären / Seitensprünge

9 % 11 % 6 % 16 % 2 %

n=708, nur Paare, Prozentangaben gerundet

Über die Studie    

Für die vorliegende Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.001 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt – davon 708 in Beziehung lebend. Die Stichprobe entspricht nach Alter und Geschlecht der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand von Ende Februar bis Anfang März 2021 statt.