Fernbeziehung: So kann die Liebe auf Distanz gelingen

Traurig starrt Lisa auf ihr Telefon. Eigentlich wollte Lukas schon vor einer halben Stunde anrufen. Seit sechs Monaten führen die beiden eine Fernbeziehung. Mit jeder stummen Sekunde, in der das Telefon keinen Mucks von sich gibt, wächst Lisas Unmut. Hat Lukas sie vergessen? Trifft er sich mit der neuen Kollegin, von der er letzte Woche erzählt hat?

Je mehr Zeit verstreicht, desto spektakulärer werden die Höhenflüge, die Lisas Fantasie veranstaltet. Womöglich liegt Lukas jetzt in den Armen einer anderen, während sie hier sitzt und das Telefon in Grund und Boden starrt. Doch dann – endlich, es klingelt!

Inhalt:

Verliebt auf Distanz: Die Vor- und Nachteile

Rund jedes zehnte Paar in Deutschland führt eine Fernbeziehung. Und hat dabei mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen als Menschen, die mit ihrem Partner zusammenleben oder ihn beinahe täglich sehen. Damit es dennoch klappt, gibt es eine Vielzahl an Tipps für eine erfolgreiche Fernbeziehung. Befinden Sie sich selbst in einer solchen Situation, weil einer von beiden aufgrund von Studium oder Arbeit nicht im gleichen Ort wohnt, versuchen Sie dennoch, das Positive daran zu sehen. Sonst müssen Sie sich irgendwann der Frage „Trennung ja oder nein?“ stellen.

Denn wie Parship-Beziehungsexperte Eric Hegmann weiß, hat eine Liebe auf Entfernung durchaus ihre Vorteile: „Manchmal ist Sehnsucht – fast – genauso schön wie ein Wunsch, der in Erfüllung geht. Wer seinen Partner nur am Wochenende sieht, darf auch mal faul sein. Dann macht es auch gleich doppelt so viel Spaß, sich nach ein paar Tagen faulenzen wieder so richtig in Schale zu schmeißen.“ Wie also können Sie den Problemen einer Fernbeziehung entgegensteuern, und wie oft sollten Sie einander sehen?

Wie oft sehen ist genug?

Eine allgemeingültige Antwort zu geben, ist beinahe unmöglich. Schließlich ist jede Beziehung und jede Situation anders. Auf die Frage, wie oft man sich für eine Fernbeziehung sehen muss, rät Eric Hegmann: „So oft sie mögen und Lust aufeinander haben. Es kann auch bei einer stressigen Arbeitswoche mal besser sein, zu Hause zu bleiben. Das muss jedes Paar für sich herausfinden.“ Wie oft man sich sehen kann, hängt natürlich auch von der Strecke, die Sie trennt, ab.

a) Zwischen zwei Städten pendeln

Leben Sie und Ihr Partner in unterschiedlichen Städten, können Sie zumindest die Wochenenden miteinander verbringen. Um die typischen Konflikte einer Fernbeziehung zu vermeiden, sollten Sie regelmäßige Telefonate, Videoanrufe und Treffen vereinbaren. Natürlich können Sie auch mal nur jedes zweite Wochenende für den Partner reservieren, dennoch ist es wichtig, den Kontakt zu pflegen.

b) Eine Fernbeziehung zwischen zwei Ländern führen

Lebt der Partner in einem anderen Land, wird es schon schwieriger, die Wochenenden mit Unternehmungen zu zweit zu verbringen. Versuchen Sie sich dennoch zu treffen oder sich gegenseitig für längere Urlaube zu besuchen. Bei Beziehungen auf weite Entfernung kann die moderne Technik – Skype, Videoanrufe & Co. – besonders dabei helfen, dem Partner nahe zu sein.

Diese Probleme stehen Fernbeziehungen im Weg

Auch, wenn Sie sich im Vorfeld geschworen haben, dass es keine Beziehungsprobleme geben wird, werden Sie sich dennoch mit großer Sicherheit über kurz oder lang damit konfrontiert sehen. Dabei kristallisieren sich vor allem drei Themenfelder heraus, die bei den meisten Beziehungen mit räumlicher Entfernung zum ernsthaften Konflikt ausarten können.

  1. Eifersucht: Wie auch in dem zu Anfang beschriebenen Fall von Lisa und Lukas, erweist sich Eifersucht, gepaart mit einer lebhaften Fantasie, als echter Beziehungsstress in dieser Beziehungsform. Bei der geringsten Verspätung, wenn man ein paar Stunden nichts voneinander hört oder ein Bild mit Arbeitskollegen auf dem Facebook-Profil erscheint. Es kann in einem regelrechten Kontrollzwang ausarten, der Gift ist für die Beziehung. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen – beide Geschlechter können dem kalten Stich erliegen.
  2. Ungerechter Kostenaufwand: Besucht stets derselbe Partner den anderen und nimmt dafür mehr Unkosten und Aufwand auf sich, avanciert dies womöglich zu einem echten Problem. Fühlt sich der pendelnde Partner mit der Zeit zunehmend ungerecht behandelt, bietet das einen perfekten Nährboden für Streitereien.
  3. Körperliche Nähe wird zum Kraftakt: Nach Wochen, in denen Sie sich nicht gesehen haben, stehen Sie sich endlich wieder gegenüber. Doch auf den ersten Kuss und die begrüßende Umarmung folgt unangenehme Stille. In vielen Fernbeziehungen ist der Kontakt per SMS oder Telefon sehr intim, kommt es dann jedoch zu einem Treffen, herrscht betretenes Schweigen.

Mit diesen Tipps meistern Sie die räumliche Entfernung

Parship-Beziehungsexperte Eric Hegmann findet bei einer Beziehung auf Distanz am wichtigsten: „Viel Vertrauen, die Bereitschaft, es miteinander versuchen zu wollen, klare Kommunikationsrituale und für die meisten Paare die Perspektive, dass das Pendeln irgendwann ein Ende haben wird.“

  1. Vertrauen: Die Basis für eine gesunde Beziehung ist Vertrauen. Das gilt insbesondere für eine Partnerschaft an räumlich entfernten Orten. Denn die Momente, in denen sich die Partner mit körperlicher Nähe ihre Gefühle beweisen können, sind selten. Die Fantasie schürt bereits bestehende Trennungsängste. Paartherapeut Eric Hegmann rät deshalb, sich mit Aktivitäten abzulenken, die Solo-Frust abbauen. Unternehmen Sie unter der Woche mehr mit Ihren Freunden, und kümmern Sie sich um sich selbst.
  2. Gerechte Planung: Jedes zweite Wochenende ist fest für Ihren Partner reserviert? Dann planen Sie gerecht! Wechseln Sie ab, wer mit dem Besuch dran ist. So fühlt sich keiner innerhalb der Fernbeziehung ungerecht behandelt, und es entsteht kein Frust.
  3. Geben Sie sich Zeit: Stehen Sie sich endlich wieder gegenüber, scheinen Sie sich fremd zu sein? Keine Besonderheit, weiß Eric Hegmann. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Wochenend-Paare sich am Freitagabend plötzlich fremd sind, spätestens am Samstag aber schon wieder die traute Zweisamkeit genießen. Das Wichtigste: Nehmen Sie sich durch das Nähe-Distanz-Problem Zeit, um sich wieder näherzukommen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle. So entsteht kein unangenehmes Schweigen.

4 übergreifende Strategien, die Sie bei einer Fernbeziehung beachten sollte

Damit erst gar keine typischen Probleme aufkommen, sollten Sie und Ihr Partner einige grundlegende Regeln einhalten, die eine Liebe auf Distanz möglich machen.

  • Entwickeln Sie Rituale in Ihrer Fernbeziehung und pflegen Sie diese: Sie essen jeden Abend gemeinsam – per Telefon – oder sehen sich „zusammen“ eine Serie an? Diese kleinen Rituale helfen dabei, einen ständigen Kontakt aufrecht zu erhalten und die Beziehung zu pflegen.
  • Arbeiten Sie an einer gemeinsamen Perspektive: Ewig über die räumliche Trennung zu jammern bringt Sie nicht weiter. Vielmehr sollten Sie an gemeinsamen Zukunftsaussichten arbeiten, beispielsweise dass Sie irgendwann zusammenwohnen werden.
  • Vertrauen Sie dem Partner: Schenken Sie Ihrem Partner Vertrauen. Nur so schaffen Sie es, sich gegenseitig Freiräume zu lassen, um in der Fernbeziehung glücklich zu werden.
  • Machen Sie Geschenke: Kleine Aufmerksamkeiten erhalten die Liebe auch wenn Sie Kilometer voneinander entfernt leben. Schicken Sie Ihrem Partner spontan ein Schachtel Pralinen oder überraschen Sie ihn mit einem Strauß Blumen.

Fazit: So meistern Sie die Entfernung, wenn Sie sich in der Ferne verliebt haben

Wie oft man sich in einer Fernbeziehung sieht ist individuell zu klären und von der räumlichen Distanz abhängig. Typische Probleme, die bei vielen Paaren auftreten sind Eifersucht, ein ungerechter Kostenaufwand sowie das Phänomen, dass traute Zweisamkeit manchmal ihre Zeit braucht. Doch auch in einer gesunden Beziehung auf die Ferne lässt sich für jedes Hindernis eine Lösung finden. Diese Aspekte sind die Grundpfeiler dafür:

  • Vertrauen
  • Geben Sie sich Zeit
  • Planen Sie gerecht

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