Fernbeziehung: Frau winkt zum Abschied

So meisterst du deine Fernbeziehung

26.04.2021 Jana Weinberg

Das Online-Dating ermöglicht Singles, Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Eigentlich eine wunderschöne Sache. Doch was ist, wenn du dich plötzlich Hals über Kopf verknallst und die große Liebe nicht nur in einer anderen Stadt, sondern sogar noch hunderte oder tausende Kilometer weit weg lebt? Kann so eine Fernbeziehung funktionieren?

Die Liebe auf Distanz kann für viele Paare zur Zerrreißprobe werden. Vor allem, wenn die Beziehung nicht von Anfang an einer räumlichen und zeitlichen Trennung unterzogen war. Sie kann nicht nur organisatorisch eine Herausforderung darstellen, sondern emotional ebenfalls belastend sein. Aber sie bietet auch einige Vorteile.

Die Herausforderungen einer Fernbeziehung

Je nachdem, wie oft sich Paare in einer Beziehung sehen, gibt es verschiedene Hürden zu bewältigen. So führen viele schon aufgrund ihrer beruflichen Situation eine Wochenendbeziehung. Hier herrscht noch eine überschaubare Struktur und Regelmäßigkeit. Schwieriger wird es, wenn eine Beziehung eine größere Distanz auf sich nehmen muss. Dann ist nicht nur eine längerfristige Planung erforderlich, es fallen auch höhere Kosten für Auto, Bahn oder Flugzeug an. Der finanzielle Aspekt, sowie die Reisezeit gewähren somit nur wenig Routine und bieten kaum Platz für Spontaneität.

Das hat nicht nur zur Folge, dass so gut wie kein gemeinsamer Alltag möglich ist, sondern die Treffen auch mit einer höheren Erwartungshaltung aufgeladen sind. Die wenige gemeinsame Paarzeit steht daher häufig unter Druck, harmonisch und perfekt ablaufen zu müssen. Das kann nicht nur für Stress sorgen, sondern ein immer wiederkehrendes Gefühlschaos bei der An- und Abreise produzieren.

Eine Fernbeziehung bedeutet zudem auch manchmal Verzicht. Wünsche und Bedürfnisse müssen häufig zurückgesteckt werden. Nicht nur die Sehnsucht nach dem Partner, auch das Alleinsein und Momente der Einsamkeit können zu schaffen machen. Nicht selten kommt hier Fragen der Eifersucht ins Spiel. Ist er oder sie mir in meiner Abwesenheit wirklich treu? Nutzt er oder sie die Zeit zum Flirten? Die Liebe auf Distanz erfordert daher ein hohes Maß an Vertrauen. Aber auch die Gefahr des Auseinanderlebens ist nicht von der Hand zu weisen.

Vorteile einer Beziehung auf Distanz

Mehr Zeit für eine intensivere Beziehung: Die Paarzeit wird in einer Fernbeziehung um einiges intensiver erlebt und gelebt. Schließlich ist die Sehnsucht groß, die Vorfreude auf den Partner kann die Stimmung heben und das Wiedersehen selbst fühlt sich an wie Geburtstag und Weihnachten zugleich.

Der Wille „Wir schaffen das“ wurde für beide mit jedem Sehen und Treffen stärker. So wurden auch die langwierigen Zugfahrten leichter, wie Monika erklärt: „Jedes Mal überwiegt die Vorfreude, dass man sich wieder in den Arm nehmen kann.“

Diese Erfahrung haben Journalistin Monika (45) aus dem Sauerland und Maschinentechniker Hanspeter (49) aus der Schweiz gemacht.1

Mehr Zeit für die Karriere und eigene Projekte: Auch Menschen, die beruflich breit aufgestellt sind oder viel Zeit in Job und andere Projekte investieren wollen, sehen hier Vorteile. Du musst nicht Rücksicht auf andere nehmen, wenn du mal länger im Büro bleibst. Die erhöhte Flexibilität und Wendigkeit kann sich am Ende noch positiv auf deine Karriereleiter auswirken.

Mehr Freiheit für sich selbst: Natürlich genießt du selbst auch mehr Freiheiten und bist unabhängiger in deiner Alltagsplanung. Es gibt Paare, die sich bei ihrem Modell der Fernbeziehung für eine offene Beziehung aussprechen, um den Partner und sich selbst mehr sexuelle Freiheiten zu gewähren.

Keine Alltagsprobleme: Wer bringt den Müll raus? Wer kümmert sich um den Haushalt? Wer macht die Einkäufe? Eines steht fest: Von den kleinen Streitigkeiten und Problemen des Zusammenlebens dürftet ihr verschont bleiben.

Keine Langeweile: Da bei diesem Beziehungskonzept die Paarzeit gut verplant wird, bleibt nur wenig Zeit für Routine. Die Liebe auf Distanz hält die Beziehung frisch und lebendig. Die Gefahr einer Beziehungsmüdigkeit ist daher sehr gering.

7 Tipps, wie deine Fernbeziehung gelingen kann

1. Kommunikation

Eine Fernbeziehung lebt sehr stark von einer guten Kommunikation. Hier werden alle Register von WhatsApp über Video-Chat und Telefonaten gezogen, um dem anderen nah zu sein. Wichtig ist dabei vor allem, dass ihr einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander pflegt. Wenn euch Fragen der Eifersucht plagen wie „Ist er oder sie mir treu?“, „Mein Partner ist so anders, stimmt was nicht mehr?“ oder „Das Treffen wurde abgesagt, steckt jemand anders dahinter?“, dann verschone deine Partner nicht damit, das Thema Vertrauen und Treue auf den Tisch zu bringen.

„Absolute Ehrlichkeit, keine Verschleierung von unangenehmen Tatsachen sind bei einer solchen Beziehung notwendig, glauben wir beide. Das Zeigen der Freude aneinander ist genauso wichtig, wie gemeinsam zu träumen, zu planen, aber auch den Hürdenlauf des Alltages mit all den Sorgen und Problemen zu besprechen, und dies täglich.“

Auch Monika aus dem Sauerland weiß, wie wichtig die Kommunikation in ihrer Fernbeziehung mit Hanspeter ist.

2. Gemeinsame Rituale trotz Distanz

Nur weil euch vielleicht gerade hunderte von Kilometern trennen, muss das nicht bedeuten, dass ihr nicht gemeinsamen Unternehmungen nachgehen könnt. Vereinbart gemeinsame Aktivitäten, z.B. ein Video-Dinner, zudem ich euch gegenseitig ein Überraschungsessen vom Lieferservice bestellt. Oder schaut gleichzeitig eine Serie, über die ihr euch parallel per WhatsApp austauscht. Es tun auch klassische Telefonier-Spaziergänge. Gemeinsame Rituale lassen nicht nur die Distanz vergessen, sondern schaffen Nähe.

3. Nutzt Online-Aktivitäten

Das soziale Leben spielt sich immer mehr im Netz ab. Viele Menschen machen von den technischen Errungenschaften Gebrauch, um miteinander in Kontakt zu bleiben. So könnt ihr beispielsweise gemeinsam Online-Feiern veranstalten, in die ihr eure Freundeskreise mit einbezieht. Viele Partyspiele sind über Zoom, Microsoft Teams und Co. möglich. Es gibt online auch Spiele zu zweit, bei denen ihr Spaß haben und euer Gegenüber immer wieder von einer neuen Seite kennenlernen könnt.

4. Plant Spontaneität mit ein

Eure Live-Treffen müssen nicht immer Event-Charakter aufweisen. Plant ruhig auch das Faulsein und Nichtstun mit ein. Umso weniger ist eure Paarzeit mit Erwartungshaltungen aufgeladen und umso spontaner könnt ihr bestimmen, wonach euch ist.

5. Kleine Aufmerksamkeiten

Es sind oft die kleinen  Gesten, die immer wieder dafür sorgen, dass die Fernbeziehung lebendig bleibt. Kleine Aufmerksamkeiten (Postkarten, Briefe, Blumen), die ihr euch per Post zukommen lasst, oder wenn ihr Erledigungen für den anderen übernehmt, bringen eure Zuneigung zum Ausdruck und zeigen, dass ihr für den anderen da seid.

6. Entspannter Umgang beim Abschied

Eine Verabschiedung ist immer schmerzlich. Gerade, wenn eine Durststrecke bevorsteht, ist man oft traurig und betrübt.

„Das Schlimmste ist es, Abschied zu nehmen oder es als ‚normal‘ zu empfinden, wenn man am Sonntag schon am Nachmittag wieder seinen eigenen Weg gehen muss, während der andere im Zug seinem Heim entgegen rattert“, erklärt Monika. Dennoch wissen beide: „Zu Haus ist man dort wo das Herz sich wohlfühlt.“

Davon können auch Monika und Hanspeter ein Lied singen. Beide trennen 810 Kilometer voneinander.

Doch gerade ein entspannter Umgang mit Abschied will geübt sein. Mach deinem Partner keine Vorwürfe, wenn er bei der Abreise seine Emotionen zurückhält. Sprecht offen darüber, wie ihr damit umgeht, akzeptiert euren Kummer und zeigt Verständnis füreinander.

7. Schafft gemeinsame Perspektiven

Sprecht darüber, welche Lebensziele, Wünsche und Träume ihr als Paar verfolgt. Gemeinsame Zukunftsvorstellungen stärken die Beziehung und geben vor allem in Phasen der Einsamkeit sehr viel Hoffnung, Kraft und Halt.

Trotz der großen Distanz fühlen sich beide „endlich angekommen“. Auch ihrer Zukunft blicken sie ganz entspannt entgegen, „weil wir wissen, dass wir ganz einfach nur wir selbst sein müssen, dann können wir einfach alles schaffen“, sagt Petra.

Wie das genau funktioniert, wissen Petra (56) aus dem bayerischen Oberpframmern und Bauingenieur Bodo (54)2 aus dem 640 Kilometer entfernten Dortmund.

Fazit: Sag niemals nie zur Fernbeziehung!

Unsere Paare haben jeweils unterschiedliche Erfahrungen mit einer Fernbeziehung gemacht. Für viele kam sie erst gar nicht infrage. Sie nahmen sie aber dann doch in Kauf und waren am Ende sogar dankbar. Schließlich kennt die Liebe keine Grenzen. Zudem kann dieses Beziehungsmodell Vorteile bieten und mehr Freiheiten gewähren.

Natürlich bedeutet eine erfolgreiche Beziehung über eine große Distanz viel Arbeit. Vor allem, wenn es darum geht, eine Fernbeziehung zu beenden und in eine „Nahbeziehung“ zu verwandeln. Dann müssen häufig berufliche oder private Kompromisse eingegangen werden. Doch hier kann die Liebe helfen, wie Monika aus dem Sauerland verrät:

„Liebe ist mehr als ein Gefühl, sie ist auch Energie und schöpferischer Motor – gerade in einer Fernbeziehung, denn hier muss man ständig Phantasie und Kraft entwickeln, Leidenschaft, Hoffnung, Herzlichkeit und Gelassenheit in eine Balance aus Geben und Nehmen zu bringen.“

Bist du bereit für eine Fernbeziehung?

Eine Fernbeziehung ist nie einfach – so manch einer kommt jedoch besser mit der Liebe auf Distanz zurecht, während das Wagnis für andere schlicht und ergreifend zu groß ist. Kannst du eine Fernbeziehung meistern oder brauchst du neben der seelischen auch stets die körperliche Nähe? Mach unseren Test, um mehr über dich zu erfahren: Kann eine Fernbeziehung für dich erfolgreich sein?

  1. [1/11] Eine Bekannte, die du länger nicht gesehen hast, möchte unbedingt mit dir skypen. Wie reagierst du?

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  3. [3/11] Die kommende Woche hast du mit vielen Treffen vollgepackt – und das fällt dir erst am Sonntagabend auf. Fast jeden Abend hast du etwas geplant. Wie geht es dir damit?

  4. [4/11] Bald steht der nächste Wochenendtrip zu einem guten Freund an. Am Vortag machst du dich ans Kofferpacken. Was sind deine Gedanken dazu?

  5. [5/11] Versuche dein Leben als Ganzes zu betrachten. Wie wichtig ist dir die berufliche Selbstverwirklichung im Vergleich zu deinem Privatleben?

  6. [6/11] Stell dir vor, die Liebe deines Lebens müsste plötzlich beruflich in eine andere Stadt und möchte sich diesen Traum verwirklichen. Was sind deine Gefühle dazu?

  7. [7/11] Eine ehemalige Schulfreundin plant in drei Monaten eine Reise in Richtung Heimat und würde dich gern treffen, schlägt konkret einen Abend vor. Was ist deine Antwort?

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  10. [10/11] Erst letztens warst du mal wieder mit einem Verwandten, der weit weg wohnt, im Urlaub. Wie schwer fallen dir Abschiede?

  11. [11/11] Streiten gehört zu jeder Beziehung dazu. Wie löst du Konflikte?

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