Fremdgehen: Wie Sie in 4 Schritten mit einem Treuebruch umgehen

Es ist ein Prüfstein für jede Partnerschaft: das Fremdgehen. Es kann viele Gründe geben, die einen in der Partnerschaft dazu führen: mangelnde Anerkennung, sexueller Frust, die Flucht vor Beziehungsproblemen oder einfach eine gerade passende Gelegenheit. Wir gehen den Fragen nach, welche Bedeutung das Fremdgehen in der Partnerschaft hat, was das überhaupt ist, ob es immer so weit kommen muss und wie Sie damit umgehen.

Inhalt:

Wann Fremdgehen beginnt – von Blickkontakt bis One-Night-Stand

Es muss nicht immer gleich ein sexueller Fehltritt sein. Oftmals wird der Gedanke an Untreue schon als Ausrutscher gewertet. Und das ist gar nicht so selten:

Laut einer Parship-Studie werten 44 Prozent der Frauen es als Fremdgehen, wenn der Partner beim Sex an andere denkt. Bei Männern beträgt dies immerhin noch 32 Prozent.

Der Treuebruch kann aber auch schon früher beginnen. 12 Prozent der Frauen stufen bereits den Blickkontakt des Partners mit einer anderen Person als eine Form des Fremdgehens ein.

Beim Fremdflirten gehen die Meinungen noch etwas auseinander

Während lediglich jeder dritte Mann in Flirt-Gesprächen, Schäkern und Berührungen das Vertrauensverhältnis gefährdet sieht, fühlen sich fast die Hälfte der Frauen dabei von ihrem Partner bereits betrogen.

Seitensprung auf Platz 1

An oberster Stelle sind bei 94 Prozent der Befragten unverbindliche Liebeleien mit einer anderen Frau beziehungsweise einem anderen Mann ausschlaggebend: während rund 40 Prozent der Befragten einen One-Night-Stand noch verzeihen könnten, ist eine parallele Partnerschaft oder eine längerfristige, sexuelle Affäre ein klarer Trennungsgrund.

Fremdgehen: Gründe für Männer und Frauen

Haben Sie es darauf angelegt oder sind Sie eher Opfer der Umstände geworden? Manche lassen sich absichtlich auf eine Liaison ein, andere geraten eher unbewusst in eine Fremdgeh-Situation. Die Gründe dafür sind oft vielschichtiger gelagert. Wir wollen Ihnen einige Punkte aufzählen, was Männer und Frauen zum Treuebruch veranlasst.

1. Der unbewusste Flirt

Ein Blick, eine versehentliche Berührung oder ein charmantes Kompliment, das Ihnen völlig unbewusst über die Lippen kommt. Es gibt Situationen, in denen Sie einem Flirt verfallen, ohne dass Sie dies überhaupt beabsichtigt haben oder gar merken. Es erfordert oft ein sensibleres Gespür für das Deuten von Körpersprache beim Flirt. Was für Sie ein bedeutungsloses Schäkern oder angeregtes Gespräch ist, kann von Ihrem Gegenüber schnell als Aufforderung zum Fremdgehen oder für Außenstehende als Fehltritt interpretiert werden. Dieser Meinung sind immerhin 36 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen.

2. Die unkontrollierte Affäre führt zum Fremdgehen

Wie gut haben Sie sich im Griff, wenn Sie Alkohol getrunken haben? Partys laden häufig zum begleiteten Kontrollverlust ein, der schon mal in einem One-Night-Stand enden kann. Unter Alkoholeinfluss fühlen Sie sich natürlich lockerer und enthemmter und denken vielleicht auch nicht sofort über die Konsequenzen ihrer Handlungen nach. Dennoch obliegt es immer noch dem Partner, der hintergangen wurde, ob er Ihnen diesen Ausrutscher verzeiht, auch wenn Sie ihm versichern, dass dieses Fremdgehen keine Bedeutung hatte.

3. Langeweile im Beziehungsalltag

Irgendwann ist das Kribbeln im Bauch weg, die Schmetterlinge sind verflogen und die Verliebtheit ist den routinierten Gewohnheiten gewichen. Der Alltag wird nicht selten zum Beziehungskiller. Weil die Prioritäten sich verlagern, ist häufig ein Mangel an Aufmerksamkeit die Folge. Eine daraus resultierende Sexflaute oder nachlassendes sexuelles Interesse verführt gerne mal zum Seitensprung.

4. Gefrustet vom Beziehungsstress

Fremdgehen ist aber auch oft der Versuch, den Problemen der Partnerschaft zu entfliehen. Gerade nach der Geburt eines Kindes wird die Beziehung oft auf die Probe gestellt. Die Bedürfnisse der Männer müssen den Bedürfnissen des Nachwuchses weichen. Es entsteht leicht sexueller Frust, der wieder abgebaut werden will. Doch das unmoralische sexuelle Abenteuer kann auch eine Realitätsflucht vor weiteren Problemen sein – ob familiärer, finanzieller oder beruflicher Art.

5. Fremdgehen, um den Marktwert zu testen

Das Ego will gefüttert werden. Und das Bedürfnis nach Bestätigung wird mit Fremdgeh-Aktionen gerne kompensiert. Gerade wenn in der Partnerschaft die gegenseitige Wertschätzung auf der Strecke bleibt, sind Sie hierfür besonders anfällig. Ihr Selbstwert spielt hier eine große Rolle. Wenn Sie an Ihrer eigenen Attraktivität zweifeln, ist die Gefahr höher, dass aus einem Flirt ein Seitensprung wird.

Fremdgegangen was nun?

Wie sollten Sie sich verhalten, wenn Sie untreu waren? Was sollten Sie dagegen unternehmen, wenn Sie derjenige sind, der betrogen worden ist? Wir möchten Ihnen einige Vor- und Nachteile über das Beichten und Verzeihen aufzeigen.

Sollen Sie das Fremdgehen beichten?

Vertrauen ist die Basis einer jeden Partnerschaft. Offenheit und Ehrlichkeit spielen dabei eine große Rolle. Je nachdem um welchen Grad des Fremdgehens es sich handelt, müssen Sie mit den entsprechenden Konsequenzen leben. Dabei hängt es davon ab, wie Sie selbst Ihren Fehltritt einstufen. War es ein einmaliger Ausrutscher? Oder ist Ihre Beziehung schon länger ernsthaft gefährdet? Sollte aus einem Seitensprung eine dauerhafte Geschichte werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihr Partner den Schlussstrich zieht. Sind Sie aber überzeugt, dass Ihr Ausrutscher einmalig war, gilt es das Vertrauensverhältnis wiederherzustellen, indem Sie bei Ihrem Geständnis klare Gründe für das Fremdgehen anführen.

Wichtig: Hinterfragen Sie, warum Sie sich in diese Situation gebracht haben. Eine Beichte mit einer nachvollziehbaren Begründung kann helfen, die Partnerschaft wieder zu verbessern. Erst wenn Ihr Partner Ihre Wünsche und Bedürfnisse kennt, kann er darauf eingehen.

Sollen Sie das Fremdgehen verzeihen?

Sie haben soeben erfahren, dass Sie Ihr Partner Sie betrogen hat und sollen nun dem Übeltäter auch noch verzeihen? Als Opfer einer Fremdgeh-Aktion liegt es natürlich auch in ihrem Ermessen, ob Sie die Ehrlichkeit bereits als ersten Schritt zu einer Verbesserung des Vertrauensverhältnisses werten.

Immerhin sind bei einem One-Night-Stand noch 32 Prozent der Befragten gnädig mit dem Täter und sind bereit, das Thema Fremdgehen zu überwinden.

Lediglich 12 Prozent könnten die Beichte einer parallelen Partnerschaft akzeptieren. Und gerade mal noch 10 Prozent der Befragten würden eine längerfristige, sexuelle Affäre verkraften. Die Frage ist, ob der Täter überhaupt Einsicht und Reue zeigt.

Beachten Sie: Bevor Sie den Schritt wagen und die Beziehung beenden, sollten Sie sich Gedanken machen, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Haben sich behebbare Beziehungskiller eingeschlichen? Oder will Ihr Partner womöglich der Partnerschaft und letztlich sogar Ihnen entfliehen? Bedenken Sie, dass es zwar jeder Zehnte bereits als Untreue ansieht, wenn der Partner jemand anderem heiße Blicke zuwirft, aber nur ein Prozent würde sich deswegen auch trennen.

Wie Sie das Fremdgehen verarbeiten?

Wenn Sie gerade erfahren haben, dass Sie hintergangen worden sind, kann es Ihnen schnell den Boden unter den Füßen wegziehen. Doch bevor Sie sich zu überstürzten Reaktionen oder Kurzschlusshandlungen hinreißen lassen, möchten wir Ihnen vier Wege aufzeigen, wie Sie eine durchdachte Entscheidung für sich und die Partnerschaft treffen können.

1. Denken Sie zuerst an sich

Auch wenn Ihr Partner nach einem Geständnis auf Knien bettelnd die Absolution für sich einfordert, sollten Sie erst einmal an sich denken. Fremdgehen verarbeiten heißt auch, alle infrage kommenden Möglichkeiten durchzuspielen – dafür braucht es Abstand. Lassen Sie sich also nicht bedrängen, sondern nehmen Sie sich Zeit für sich. Nutzen Sie die Möglichkeit, bei Freunden, Bekannten und Verwandten unterzukommen. Außenstehende Gesprächspartner können Ihnen helfen, die Situation zu reflektieren und zu verstehen.

2. Versuchen Sie, die Beziehung zu retten

Wenn Sie beschlossen haben, das Fremdgehen zu verzeihen, machen Sie Verbesserungsvorschläge, wie Sie die Beziehung retten. Oftmals hilft es schon, mehr Zeit zu zweit für sich einzufordern. Reden Sie über Ihre Probleme und formulieren Sie ihre Wünsche und Bedürfnisse. Auch der Gang zu einer Paarberatung kann viel bewirken.

3. Machen Sie eine Beziehungspause

Manchmal ist auch eine Trennung auf Zeit notwendig. Eine Beziehungspause kann die nötige Distanz schaffen, einen neuen Blick auf die Partnerschaft und die Bedeutung des Fremdgehens zu bekommen. Aus einem gesunden Abstand heraus lässt sich dann die Frage leichter beantworten, ob Sie gemeinsam neu starten können oder ob Sie sich für getrennte Wege entscheiden.

4. Fremdgegangen? Es gibt einen klaren Trennungsgrund für Sie

Laut Parship-Statistik ist knapp ein Drittel der Befragten noch bereit, einen One-Night-Stand zu verzeihen. Machen Sie aber nicht alles mit, wenn Sie betrogen worden sind. Parallele Partnerschaften sind bei 88 Prozent der Befragten und längerfristige, sexuelle Affären bei 90 Prozent immer noch der Haupttrennungsgrund. Wenn es für Sie einen eindeutigen Grund zur Trennung gibt, dann sollten Sie auch einen klaren Schlussstrich ziehen, um nach vorne blicken zu können.

Fazit: Versuchen Sie das Fremdgehen erst zu deuten bevor Sie handeln

Nicht für jeden hat es die gleiche Bedeutung. Ab wann der Treuebruch beginnt und wie man damit umgeht, ist jeweils aus der Sicht der betroffenen Person zu sehen. So können Fremdgeher durchaus ihre nachvollziehbaren Gründe haben, warum Sie fremdgehen, und sei es nur in Gedanken. Auch die Opfer von Fremdgehern sollten erst einmal herausfinden, wie es dazu kommen konnte, bevor Sie den Laufpass erteilen. Geben Sie sich und Ihrem Partner die Chance, das Fremdgehen zu verarbeiten. Ist die Partnerschaft nicht zu retten, dann ist eine Trennung die richtige Konsequenz. Dieser Schritt ist zwar häufig sehr schmerzhaft, aber nur so können Sie sich selbst einen Neustart und die Aussicht auf eine neue und bessere Beziehung nach der Trennung ermöglichen.

Jetzt kostenlos anmelden und den passenden Partner finden