Eifersucht

Eifersucht bekämpfen: Tipps gegen toxische Gedanken und Gefühle

15.10.2021 Holger Weißmann

Wer in die Gefühlswelt von eifersüchtigen Personen abtaucht, findet sich schnell in einem rotierenden Gedankenkarussell wieder. Denn jegliches Verhalten des Partners wird misstrauisch beäugt. Er oder sie will sich nur mit Freunden verabreden, aber du hast das Gefühl, dass dir etwas verheimlicht wird. Und diese Überstunden im Büro oder langen Workouts im Fitness-Studio, sind das nicht nur fadenscheinige Ausreden und in Wahrheit steckt viel mehr dahinter?

Beziehungscoaches und Paartherapeut*innen wissen, dass in langfristigen Partnerschaften Eifersucht nicht unbedingt negativ gewertet werden muss. Schließlich ist es ein Zeichen, dass noch starke Gefühle vorhanden sind und einem noch etwas am anderen liegt. In der Kennenlern- sowie Verliebtheits-Phase kann Eifersucht allerdings auch recht schnell zerstörerische Züge annehmen. Wir verraten dir, was der Unterschied zwischen „normaler“ und krankhafter Eifersucht ist, welche Fallen sie frisch Verliebten stellt und mit welchen Strategien und Tipps du die Eifersucht bekämpfen kannst.

Was ist Eifersucht und warum empfinden wir sie?

Die Eifersucht bezeichnet in Liebesbeziehungen Gefühle und Gedanken der Angst, der Unsicherheit, des Misstrauens oder auch der Besorgnis, dass der Partner einen mit anderen betrügen oder vergleichen und im Extremstfall sogar verlassen könnte. Sie tritt häufig als Angstreaktion auf den Plan, wenn das Liebesglück beispielsweise von einer dritten Person gestört oder bedroht zu sein scheint. Gerade in der Kennenlern- und Verliebtheitsphase sind solche Gefühle von Misstrauen und Neid nicht selten, da man sich einerseits dem neuen Partner emotional öffnet, andererseits das gegenseitige Vertrauen noch nicht erprobt ist. Die Ursachen für die Eifersucht liegen häufig in einem mangelnden Selbstvertrauen aber auch eine ausgeprägte Verlustangst kann eine maßgebliche Rolle spielen.

Wann ist Eifersucht „normal“?

Eifersucht muss nicht zwingend negativ gewertet werden. Gerade in der „Frisch verliebt“-Phase gelten kleine Eifersüchteleien als Liebesbeweise. Gibt es Situationen oder Momente, in denen es plötzlich Konkurrenz zu geben scheint, dienen Sticheleien dazu, dass der oder die Partner*in sich klar positioniert und zu einem bekennt. Wer Eifersucht an den Tag legt, signalisiert aber auch, dass er oder sie es ernst mit seinem Gegenüber meint. Eifersucht kann also in der Anfangszeit sogar zur gegenseitigen Vertrauensfindung dienlich sein.

Wann wird die Eifersucht Gift für die Beziehung?

Eifersucht kann aber auch schnell ungesunde bzw. krankhafte Züge annehmen. Dies macht sich häufig an besitzergreifendem Verhalten bemerkbar: Der Partner untersteht beispielsweise einer permanenten Überwachung oder Kontrolle (von Handy, Uhrzeiten, Hobbys, Aktivitäten, Tagesabläufen etc.). Immer wiederkehrende Verdachtsmomente oder Unterstellungen von Untreue können dafür sorgen, dass beide Partner leiden. Hier macht sich die Eifersucht vor allem in einer emotionalen Abhängigkeit bemerkbar, die jegliches Vertrauen infrage stellt.

Welche Gefahren birgt Eifersucht bei frisch Verliebten?

Gerade in der Anfangsphase können Paare nicht genug voneinander bekommen und verbringen fast jede freie Minute miteinander. Eifersuchtsmomente entstehen dann, wenn der Alltag Einzug hält und die Beziehung in den persönlichen Tages- oder Wochenrhythmus integriert werden soll. Schließlich wurden alte Strukturen, wie Hobbys, Unternehmungen mit Freunden und Familie in dieser Zeit vernachlässigt. In dieser Phase lernen viele ihre*n Partner*in noch einmal neu kennen. Das sorgt für Verunsicherung, weil das nötige Vertrauen noch nicht aufgebaut ist und durch die Eifersucht wird womöglich sogar die Liebe aufs Spiel gesetzt. Wer die Eifersucht bekämpfen will, sollte überprüfen, ob folgende drei Aspekte ins Gewicht fallen:

1. Selbstaufgabe

Da du plötzlich Misstrauen hegst und Untreue witterst, investierst du deine Energie darin, deine*n Partner*in permanent zu kontrollieren. Dabei läufst du Gefahr, dass du dich selbst aufgibst und deine eigenen sozialen Kontakte und Interessen vernachlässigst.

2. Verlustangst

Auch an deinem Verhalten zeigt sich, ob die Eifersucht bereits krankhafte Züge annimmt. Aus Angst, deinen Partner zu verlieren, erteilst du ihm zunehmend Verbote oder machst ihm Vorschriften. Er darf beispielsweise seine Freunde nicht mehr treffen oder eigenen Hobbys und Interessen nachgehen. Sämtliche Freiheiten werden entzogen. Kontrolle und Überwachung haben das Sagen.

3. Besessenheit und Liebessucht

Die emotionale Abhängigkeit kann sich in einer gesteigerten Besessenheit äußern. Du wirst zunehmend süchtig nach deinem Partner und alles dreht sich nur noch um ihn. Ebenso erwartest auch du von ihm permanente Bestätigung und Anerkennung. Von Selbstliebe keine Spur mehr.

Eifersucht: Ein Beziehungskiller und Treiber für Trennung

Macht sich die Eifersucht wie in den oben beschriebenen Aspekten auch in deinem Verhalten bemerkbar, ist höchste Vorsicht geboten. Beim verzweifelten Versuch, deine*n Partner*in festzuhalten, erwirkst du in der Regel das Gegenteil. Krankhafte Eifersucht kann die Liebe zerstören und deine bessere Hälfte dazu nötigen, dass sie Schluss machen will.

Tipps, um die Eifersucht zu besiegen

Bin ich eifersüchtig? Wenn du die Anzeichen einer krankhaften Eifersucht an dir selber erkennst, ist es ratsam schnell zu handeln. Im Folgenden findest du einige Soforthilfetipps und Strategien, mit denen du deine Eifersucht in den Griff bekommen und deine Beziehung noch retten kannst.

Unmittelbare Tipps gegen Eifersucht

Du bist gerade wieder in einer Situation eines Eifersuchtsmoments: Dein Gefühls- und Gedankenkarussell setzt sich in Bewegung, weil dein*e Freund*in unterwegs ist und sich nicht bei dir meldet. Folgende Schnelltipps können helfen:

  • Entspann dich: Nimm ein paar tiefe Atemzüge, erde dich und versuche in eine innere Balance zu kommen.
  • Fokussiere dich auf das Positive: Dein*e Partner*in liebt dich und kommt auch zu dir zurück.
  • Versetz dich in dein Gegenüber: Freiräume für Freunde oder Sport tun gut. Das wirkt sich auch positiv auf eure Beziehung aus.
  • Sag bewusst „Stopp!“ zu negativen Gedanken, die immer noch hochkommen könnten.
  • Achte auf dich selbst: Lenk dich mit Dingen ab, die dir wiederum guttun oder telefoniere mit Freunden oder Familie.

Langfristige Strategien zur Bekämpfung von Eifersucht

Neben den Notfallsituationen helfen aber auch langfristige Strategien beim Umgang mit der Eifersucht. Folgende vier Schritte können dich dabei unterstützen:

1. Stell dich deiner Eifersucht

Zunächst gilt es, wahrzunehmen, dass du überhaupt eifersüchtig bist. Ignoriere dieses Gefühl nicht, sondern geh offen damit um. Sprich auch mit deinem Partner oder deiner Partnerin über deine Ängste und Sorgen. Diese*r kann dir eine wichtige Stütze sein, die Eifersucht zu bekämpfen.

2. Stärke deinen Selbstwert

Nimm dich selbst als liebenswert wahr. Erst, wenn du genügend Eigenliebe aufgebaut hast, definierst du dich nicht mehr über dein Gegenüber und kommst wieder in deine eigene Kraft.

3. Baut Vertrauen zueinander auf

Wichtig ist, dass die Eifersucht die Partnerschaft nicht dominiert. Indem du nicht alles infrage stellst, sondern deinem Partner oder deiner Partnerin auch Glauben schenkst, ist das ein erster Schritt, die Kontrolle abzugeben und wieder mehr Vertrauen aufzubauen. Gewährt euch gegenseitig bewusst Freiräume und Freiheiten, um aus dem Hamsterrad der emotionalen Abhängigkeit auszubrechen.

4. Such dir professionelle Hilfe

Solltest ihr es beide nicht schaffen, die Eifersucht zu bekämpfen, wäre auch Hilfe von außen angebracht, um die Beziehung wieder in den Griff zu bekommen. In einer Therapie können hierfür individuelle Lösungsansätze speziell für eure Situation entwickelt werden.

Fazit: Lass los, um die Eifersucht zu bekämpfen

Schon Konfuzius sagte „Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer“. Ähnlich verhält es sich mit der Eifersucht. Kontrolle und Einschränkungen sorgen dafür, dass dein*e Partner*in sich in der Beziehung unwohl und gefangen fühlt. Die Gefahr einer Trennung erhöht sich dadurch. Wenn du lernst, loszulassen, Vertrauen zu schenken und Freiheiten zu gewähren, wirkt sich das auch positiv auf die Partnerschaft aus. Die oben genannten Tipps und Strategien können dir dabei helfen, dass sich am Ende nicht nur dein*e Partner*in, sondern auch du selbst dich in der Beziehung wieder frei und glücklich fühlst.

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