Wenn Verlustangst die Partnersuche & Beziehung auf die Probe stellt

Sie haben eben noch Zeit mit Ihrem ersten Date verbracht und nun sitzen Sie allein zu Hause und starren verkrampft auf Ihr Smartphone. Warum meldet er sich nicht? Er datet jemand anderen! Was macht er gerade? Wo ist er gerade? Beim wem ist er gerade? Sie merken, dass Sie Ihre Gedanken und Gefühle sich unmittelbar an Ihren Date-Partner verlieren und zunehmend ins Negative abdriften. Sie haben einen Zustand erreicht, bei dem Sie sich fragen sollten, ob Sie eventuell unter Verlustangst leiden. Eine Emotion, die sich in verschiedenen Facetten zeigen kann und Singles die Partnersuche erheblich erschwert.

Auch feste Beziehungen werden durch die Trennungsangst immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Alarmsignale erkennen, warum Menschen Angst haben, den Partner zu verlieren, und wie Sie sich Ihren Ängsten stellen können.

Inhalt:

5 mögliche Anzeichen von Verlustangst erkennen

Sowohl Singles als auch Paare haben mit den Auswüchsen ihrer Ängste zu kämpfen. Wir zeigen die fünf wichtigsten Warnhinweise auf, die sich wachrütteln sollten.

1. Emotionale Abhängigkeit

Verlustangst hat oft tiefersitzende Wurzeln. Vielleicht mussten Sie bereits als Kind traumatisierende Erfahrungen machen, wie zum Beispiel die Scheidung der Eltern oder der Verlust eines geliebten Menschen. Die Panik vor dem Alleinsein und der Einsamkeit führt häufig dazu, dass Sie sich in emotionale Abhängigkeiten begeben. Betroffene laufen Gefahr, gleich nach der ersten Begegnung direkt emotional involviert zu sein.

In Beziehungen geben Menschen, die Angst haben, den Partner zu verlieren, sehr schnell ihre eigene Freiheit auf. Sie richten ihr ganzes Leben nach der Partnerschaft aus und lassen sich auch gerne ausnutzen, um den Verlust der Beziehung zu vermeiden.

2. Misstrauen und Kontrollzwang

Sie erkennen die Verlustangst bei einem Partnersuchenden daran, dass er sich ständig meldet und versucht, lückenlos Kontakt in der Datingphase zu halten. Grund dafür ist sein Misstrauen, das zur Folge hat, dass der Betroffene den anderen prophylaktisch kontrollieren will.

In der Beziehung können diese Kontrollversuche zwanghafte Züge annehmen. Partner mit Verlustängsten sind Meister in Kontrollanrufen. Sie wollen immer Up-to-date sein und sich vergewissern, ob der andere wirklich das macht, was vereinbart war oder sich dort aufhält, wo man ihn vermutet.

3. Eifersucht

Die Angst vor Verlust kann sich auch schnell in Eifersucht verwandeln. Bei Singles ist das beispielsweise der Fall, wenn sie in der Kennenlernphase mitbekommen, dass sich der Kontakt parallel mit anderen trifft.

In Partnerschaften wird man eifersüchtig, wenn der Partner viel Zeit mit Freunden verbringt oder sich auch mit anderen Frauen oder Männern gut versteht.

4. Klammern

Für betroffene Singles kann auch das Loslassen ein belastendes Thema werden. Sei es, dass sie bei der Partnersuche nur über ihre vergangene Beziehung reden, über die sie nicht hinwegkommen oder durch übermäßiges Klammern an das neue Date auffallen. Diese Form der Verlustangst kann in Beziehungen bis zur Selbstaufgabe führen, weil ein Partner die eigenen Bedürfnisse ausschließlich an die des anderen anpasst, um diesen nicht zu verlieren.

5. Verlassens- und Bindungsangst

Auch die Bindungsangst geht als wichtiges Symptom mit der Verlassensangst einher. Durch das Vermeiden einer festen Bindung gehen beziehungsunfähige Singles von Anbeginn dem Risiko aus dem Weg, den anderen zu verlieren. So sagen sie vorzeitig Dates ab oder erscheinen gar nicht erst zum vereinbarten Rendezvous. Solche Menschen tun sich grundsätzlich schwer, Vertrauen zu anderen aufzubauen, Nähe zuzulassen und eine Beziehung einzugehen.

Dennoch finden sich Menschen mit dieser Angst vor dem Verlust auch unter Paaren. Sie sind darauf fokussiert einen Partner zu suchen, der sich nicht wirklich auf eine Beziehung zu ihnen einlässt. Diese Ausprägung zeichnet sich vor allem durch extreme Wechsel von Nähe und Distanz aus.

Warum die Angst, den potentiellen Partner zu verlieren, die Partnersuche erschwert

Betroffene Singles haben keine guten Voraussetzungen, eine neue Bindung einzugehen. Denn die dauerhafte Panik führt häufig zu negativen Verhaltensweisen, die sich auch beim Dating bemerkbar machen. Hier spielt das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung hinein. Partnersuchende, die Angst davor haben, verlassen zu werden und gleichzeitig auch davon überzeugt sind, haben von vornherein eine pessimistische Sicht auf die Dinge und verhalten sich auch dementsprechend, dass sie ihre negativen Befürchtungen bestätigt sehen. Nachfolgend stellen wir Ihnen drei verschiedene Folgen vor, die aus der Verlustangst eines Betroffenen resultieren und einen negativen Einfluss beim Gegenüber auslösen.

1. Ihr Kontakt fühlt sich überrumpelt

Hochzeit, Haus und Kind. Bereits beim persönlichen Aufeinandertreffen laufen Singles Gefahr, gemeinsame Zukunftspläne zu schmieden oder diverse Szenarien der Verbindlichkeit zu entwerfen, obwohl sie sich noch gar nicht richtig kennen.

Die Folge: Ihr Gegenüber fühlt sich von den „gemeinsamen“ Visionen überrumpelt und zeigt sich unter Umständen zu keinen weiteren Treffen bereit.

2. Ihr Date-Partner fühlt sich von der Verlustangst eingeengt

Sie hegen das starke Bedürfnis sich immer und ausschließlich sehen zu wollen. Sie halten sich deswegen nicht an die vereinbarten Zeiten und passen den Date-Partner nach der Arbeit oder vor der Wohnung ab. Was Sie vielleicht für eine nette Überraschung halten, kann beim Gegenüber rasch das unangenehme Gefühl von Beschattung und Abhängigkeit auslösen. Auch eine hohe Frequenz an Telefonaten oder Kontaktaufnahmen kann dafür sorgen, dass sich Ihr potentieller Partner in die Enge getrieben fühlt und vielleicht sogar plötzlich den Kontakt abbricht.

3. Ihr potentieller Partner fühlt sich kontrolliert

Als Single mit der Angst jemanden verlieren zu können haben Sie das starke Bedürfnis, alles über den anderen in Erfahrung zu bringen. Natürlich ist das gesteigerte Interesse im Kennenlernprozess normal und Fragen zum Tag oder zu bestimmten Planungen durchaus legitim. Aber Telefonate, die einem Verhör gleichen, kommen gar nicht gut an. Wenn Sie beginnen Ihr Date zu kontrollieren, erreichen Sie am Ende genau das Gegenteil von dem, was Sie sich eigentlich wünschen. Sie treiben denjenigen selbst in die Flucht.

Tipps um die Verlustangst zu bekämpfen

Die Angst verlassen zu werden in der Kennenlernphase überwinden

  • Akzeptieren Sie Ihre Gefühle
  • Bleiben Sie mit den Gedanken im Hier und Jetzt
  • Pflegen Sie auch andere Kontakte und versteifen Sie sich nicht nur auf einen Kontakt
  • Hinterfragen Sie Ihr eigenes Misstrauen und lenken Sie negative Gedanken um
  • Nehmen Sie auch Zeitfenster für sich

Als betroffener Partner Verlustangst in der Beziehung bekämpfen

  • Üben Sie mehr Achtsamkeit im Beziehungsalltag und genießen Sie den Augenblick
  • Hinterfragen Sie, ob berechtigte Gründe für das Misstrauen vorliegen
  • Sprechen Sie gemeinsam über Ihre Ängste und Sorgen
  • Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl
  • Bauen Sie sich außerhalb der Partnerschaft ein soziales Umfeld auf und pflegen Sie Ihre Freundschaften

Als Partner dem Betroffenen die Verlustangst nehmen

  • Reden Sie offen mit Ihrem Partner darüber und zeigen Sie ihm was Sie bei Ihnen auslöst
  • Versichern Sie ihm, dass er Ihnen vertrauen kann
  • Vermitteln Sie ihm, dass Sie die Verlustangst verstehen wollen

Fazit: Der erfolgreiche Kampf gegen die Angst beginnt mit der Einsicht

Verlustängste zu bekämpfen und erfolgreich zu überwinden ist kein einfacher Weg. Viele Gründe finden sich in tiefsitzenden Kindheitstraumata. Häufig sind Kontrollzwänge und Eifersucht Folgeerscheinungen dieser Angstzustände. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Erst wenn Sie sich über die Ursachen der Verlustangst im Klaren geworden sind und diese akzeptiert haben, können Sie aus dem Teufelskreis der negativen Gedankenwelt ausbrechen und an einer positiven Lebenseinstellung arbeiten. Das erfolgreiche Verarbeiten der Ängste erleichtert insbesondere Singles die Suche nach dem richtigen Partner und endet in einer glücklichen Beziehung.

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