Parship Studie: Toxische Beziehung – wenn die Liebe giftig ist

04.02.2021 Jana Bogatz

Parship Studie zeigt: Jede:r dritte Deutsche hat bereits eine toxische Beziehung geführt. Insbesondere Frauen werden häufiger Opfer von toxischen Partnern, einige sogar mehrmals. Ein klares Merkmal einer solchen Beziehung ist für die meisten Deutschen eine Partnerschaft, die anstatt glücklich zu machen, Kraft kostet und Energie raubt.

Hamburg,

Zu Beginn einer neuen Beziehung schwebt man im Idealfall auf Wolke sieben. In toxischen Partnerschaften kann sich dieses Bild jedoch schnell ändern. War man zunächst Hals über Kopf verliebt, entpuppt sich die Beziehung mit der Zeit als wahres Gift. Insgesamt jede:r dritte Bundesbürger:in war selbst bereits in einer toxischen Beziehung (36 Prozent). Ebenfalls ein Drittel war zwar selbst noch nie betroffen, kennt jedoch jemanden, der:die bereits eine ungesunde Partnerschaft geführt hat. Insbesondere Frauen geben an, dass sie bereits einen toxischen Partner an ihrer Seite hatten (41 Prozent; Männer: 31 Prozent) – 15 Prozent sogar schon mehr als einmal (Männer: 7 Prozent). Das ergibt eine aktuelle Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship (www.parship.de) unter rund 1.000 Partnersuchenden in Deutschland.

Warnsignale einer schmerzhaften Liebe sind oft nicht eindeutig

Machtspiele, Eifersucht, Narzissmus – toxische Beziehungen äußern sich oft diffus und werden von Betroffenen nur schwer erkannt. Für die Deutschen ist ein klares Merkmal einer giftigen Partnerschaft, wenn die Beziehung einem die ganze Energie raubt (86 Prozent). Unter Frauen nehmen dies sogar 92 Prozent als deutliches Zeichen für eine toxische Partnerschaft wahr (Männer: 79 Prozent). Auch Manipulation (81 Prozent), verdrehte Wahrheiten (80 Prozent) und ein herabwürdigendes Verhalten des:der Partner:in (78 Prozent) bewerten die Mehrheit der deutschen Bundesbürger:innen als pures Gift für die Beziehung. Während für 84 Prozent der Frauen auch rücksichtsloses Verhalten ein Anzeichen für eine toxische Beziehung sein kann, stimmen dem nur 69 Prozent der Männer zu. Grundlose Anklagen, unberechenbare Stimmungsschwankungen, Machtspiele und Diskussionen, die immer im Streit enden, gehören außerdem für je 77 Prozent zu den Anzeichen einer ungesunden Partnerschaft.

Lügen: Für Singles ein klares Zeichen einer toxischen Beziehung

Sobald starke Schwankungen zwischen Zuneigung und Ablehnung zum Vorschein kommen, läuten bei Frauen die Alarmglocken (77 Prozent; Männer: 65 Prozent). Das Gleiche trifft auf einen Partner zu, der ständig im Mittelpunkt stehen will und viel Aufmerksamkeit braucht (74 Prozent; Männer: 64 Prozent). Liebesentzug spielt für 65 Prozent der Befragten in einer ungesunden Partnerschaft eine Rolle. Insbesondere Singles bezeichnen regelmäßiges Lügen als „Red Flag“ (81 Prozent; In Partnerschaft: 69 Prozent) und sehen es außerdem als Warnhinweis an, wenn der:die Partner:in sie von dem eigenen sozialen Umfeld isolieren will (78 Prozent; In Partnerschaft: 69 Prozent). Deutlich auseinander gehen die Meinungen, wenn es um physische Gewalt geht: Nur etwas mehr als die Hälfte der Männer (55 Prozent) würde physische Gewalt als Hinweis einer toxischen Beziehung wahrnehmen – 76 Prozent der Frauen sehen körperliche Gewalt hingegen als ganz klares Merkmal für ungesunde Verhältnisse innerhalb der Beziehung.

Der Weg aus einer toxischen Beziehung ist oft nicht leicht

Ist man erst einmal in einer toxischen Beziehung gefangen, gelingt es häufig nur schwer, dieser auch wieder zu entkommen. Über die Hälfte der Frauen, die bereits in einer toxischen Beziehung waren, haben selbst herausgefunden, dass sie sich in einem ungesunden Umfeld befinden (59 Prozent; Männer: 48 Prozent). 21 Prozent der Männer wurden hingegen vom eigenen Bekannten- und Freundeskreis darauf hingewiesen (Frauen: 16 Prozent). Immerhin mehr als die Hälfte der deutschen Bundesbürger:innen, die schon in einer so ungesunden Beziehung waren, haben es geschafft, diese selbst zu beenden (52 Prozent). Rund 14 Prozent der Deutschen haben sich aufgrund einer „giftigen“ Partnerschaft professionelle Hilfe bei einem Therapeuten oder einer Selbsthilfegruppe geholt und zumindest zwölf Prozent der Befragten haben sich über das Thema informiert, als sie selbst betroffen waren.

Single-Experte und Parship-Coach Eric Hegmann sagt: „Toxische Beziehungen sind daran erkennbar, dass sie einer:m Partner:in gar nicht gut tun. Ganz im Gegenteil – sie können sogar sehr verletzend sein sowie seelisch und auch körperlich krank machen. Um sich losreißen zu können, ist es wichtig, dass die Betroffenen lernen, wieder zu sich selbst zu finden. Sie müssen sich selbst und ihre Bedürfnisse erneut wahrnehmen und auch wertschätzen.“

Lese-Tipp
Eifersucht bei der Partnersuche: Auswege aus der Negativitätsspirale
https://www.parship.de/ratgeber/verabreden/eifersucht/

 

Das Ranking im Überblick     

Frage: Liebe soll einem gut tun und glücklich machen. Machtspiele, Eifersucht oder Narzissmus sorgen aber dafür, dass manche Beziehungen wie Gift für uns sind. Diese toxischen Beziehungen rauben Energie und Kraft. Waren Sie in Ihrem Leben bereits in einer toxischen Beziehung?

  Gesamt Männer Frauen

Ja, ich war bereits in einer toxischen Beziehung.

36 % 31 % 41 %

Nein, aber ich kenne jemanden, der:die in einer toxischen Beziehung war oder ist.

27 % 28 % 25 %

Nein und ich kenne auch niemanden, der:die in einer toxischen Beziehung war oder ist.

37 % 41 % 33 %

n=1.031; Prozentangaben gerundet; gestützt

Frage: Sie haben angegeben, dass Sie bereits in einer toxischen Beziehung waren oder jemanden kennen, der:die in einer toxischen Beziehung war oder ist. Welche Merkmale machen für Sie eine toxische Beziehung aus?

  Gesamt Männer Frauen In Partner-schaft Single
Die Beziehung raubt einem die Energie 86 % 79 % 92 % 84 % 90 %

Der:die Partner:in versucht immer wieder, mich zu manipulieren

81 % 73 % 87 % 77 % 88 %
Der:die Partner:in verdreht Wahrheiten 80 % 74 % 86 % 78 % 84 %

Der:die Partner:in behandelt mich herabwürdigend und beleidigend

78 % 69 % 87 % 76 % 83 %
Der:die Partner:in ist rücksichtslos 77 % 69 % 84 % 74 % 83 %
Grundlose Anklagen 77 % 74 % 81 % 75 % 82 %

Unberechenbare Stimmungsschwankungen

77 % 75 % 79 % 76 % 80 %
Diskussionen enden immer im Streit 77 % 75 % 78 % 75 % 80 %
Machtspiele 77 % 70 % 82 % 75 % 79 %
Der:die Partner:in lügt regelmäßig 73 % 67 % 79 % 69 % 81 %
Eifersucht 73 % 73 % 72 % 72 % 74 %
Der:die Partner:in isoliert mich von meinem sozialen Umfeld 72 % 67 % 77 % 69 % 78 %
Starke Schwankungen zwischen Zuneigung und Ablehnung 71 % 65 % 77 % 69 % 75 %
Der:die Partner:in steht gerne im Mittelpunkt und braucht viel Aufmerksamkeit 69 % 64 % 74 % 70 % 67 %
Physische Gewalt 66 % 55 % 76 % 64 % 71 %
Liebesentzug 65 % 62 % 67 % 65 % 64 %
Ich fühle mich nie gut genug für den:die Partner:in 64 % 54 % 73 % 62 % 68 %
Starke Schuldgefühle gegenüber dem:der Partner:in 57 % 55 % 60 % 56 % 60 %

n=1.031; Prozentangaben gerundet; gestützt

Frage: Sie haben angegeben, dass Sie bereits in einer toxischen Beziehung waren: Bitte geben Sie an, welche der folgenden Aussagen auf Sie zutreffen.

  Gesamt Männer Frauen In Partner-schaft Single

Ich habe selbst herausgefunden, dass ich in einer toxischen Beziehung bin.

54 % 48 % 59 % 50 % 61 %

Ich habe schon einmal eine toxische Beziehung beendet.

52 % 52 % 53 % 51 % 55 %

Ich bin von einem Außenstehenden darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich in einer toxischen Beziehung bin.

19 % 21 % 16 % 22 % 12 %

Ich habe mir professionelle Hilfe (Therapeuten, Selbsthilfegruppen, etc.) gesucht.

14 % 11 % 17 % 15 % 13 %
Ich habe mich über toxische Beziehungen informiert. 12 % 9 % 15 % 11 % 14 %
Ich war schon in mehr als einer toxischen Beziehung. 12 % 7 % 15 % 10 % 15 %
Nichts davon 5 % 6 % 5 % 5 % 5 %

n=1.031; Prozentangaben gerundet; gestützt

Über die Studie          

Für die vorliegende Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.031 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt – davon 706 in Beziehung lebend. Die Stichprobe entspricht nach Alter und Geschlecht der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im Januar 2021 statt.