Monogamie – noch ein Beziehungsform der Gegenwart?

Monogamie ist eine Beziehung mit ausschließlich einem Partner. Dabei halten sich beide an die sexuelle Treue und führen eine Partnerschaft, die jegliche Intimität mit Dritten ausschließt. Umgangssprachlich wird der Begriff oft mit der Ehe verbunden.

Die Definition schließt aber auch in bestimmten Unterkategorien andere Ausprägungen der Lebenspartnerschaft mit ein: In einer sozial monogamen Beziehung kann es beispielsweise zu Seitensprüngen oder Affären kommen. Unter serieller Monogamie versteht sich zum Beispiel, dass eine Beziehung zwar einzigartig, aber zeitlich begrenzt ist und der Partner sich im Laufe der Zeit wechseln kann. Ist das Beziehungsmodell also unrealistisch? Lässt sich eine derartige Treuebeziehung überhaupt langfristig aufrechterhalten?

Inhalt:

Das Gegenteil von Monogamie

Während Monogamie darauf beruht, dass eine Liebesbeziehung nur zwischen zwei Personen besteht, lässt der Begriff der Polygamie die Zahl der möglichen Partner offen.

Streng genommen wird zwischen zwei Definitionsebenen unterschieden

Einerseits bedeutet es so viel wie „Vielehe“, das heißt, eine Person kann mit mehreren Partnern verheiratet sein. In Deutschland ist das jedoch verboten, es drohen bis zu drei Jahren Freiheits- oder eine Geldstrafe. Denkbar ist aber auch, dass nur eine Person mit mehreren Menschen romantische Beziehungen führt, die jeweils in Bezug auf den einen Partner quasi-monogam leben. Andererseits beschreibt der Begriff ein Bindungskonstrukt, das mehrere eheähnliche Partnerschaften gleichzeitig zulässt. Es kann sich also ein Geflecht aus Paaren bilden.

Das Gegenteil der Monogamie zu leben bedeutet also, dass eine Frau mehrere Männer zum Partner, ein Mann mehrere Frauen hat oder auch mehrere Frauen und Männer beteiligt sind. Auch polygame Verhältnisse zwischen mehreren Menschen mit verschiedenen Geschlechtsidentitäten und Sexualitäten wie zum Beispiel homo-, bisexuellen oder androgynen Personen sind denkbar.

Die Grenzen der Liebe

Befürworter der Mehehe gehen davon aus, dass die Liebe unbegrenzt ist. Es ist somit möglich mehrere Menschen zu lieben. Beispielsweise ist auch die Liebe zu den Eltern eine Form dieses intensiven Gefühls. Daher könne auch romantische und leidenschaftliche Liebe für mehrere Personen empfunden werden.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf das Paarverhalten

Während die Verhaltensmuster bei dem Zusammenleben mit nur einem Partner im partnerschaftlichen Alltag auf das Paar fixiert sind, ist der Blick beim Zusammenleben mit mehreren Partnern nach außen hin offen. Sowohl Monogamie und Polygamie haben gemeinsam, dass die Bindungen stabil gehalten werden und auch Kinder in beiden Beziehungsformen möglich sind.

Ist heutzutage unrealistisch monogam zu leben?

Was Kritiker davon halten

Wer monogam leben will, ist davon überzeugt, dass eine langfristige Beziehung mit genau einer Person möglich ist. Dieser Mensch soll dann ein starker Rückhalt sein, der gleichzeitig emotionale Geborgenheit bietet, der in sämtlichen Situationen des Alltags zuverlässig ist und der im Bett ein leidenschaftlicher Partner ist. Kritiker der Monogamie bezweifeln, dass ein Mensch allein das alles erfüllen kann. Wer eine exklusive Beziehung führt, kann kritisch betrachtet auch Neid und Eifersucht erst heraufbeschwören. Denn wer sich auf ewige Treue einigt, wird in ein emotionales Korsett geschnürt.  Das kann dazu führen, dass man zum Fremdflirten verleitet wird. Zudem vermittelt die gegenseitige Exklusivität der Monogamie einen Eigentumsanspruch. Das bedeutet zugespitzt formuliert, dass die beiden jeweils die Sexualität und Emotionen des anderen besitzen.

Deshalb öffnen sich diese Menschen für Bindungsmodelle, die mehr als einen Partner zulassen. So könnte der Mensch in allen Sphären – also Emotionalität, Stabilität und Sexualität – seine Erfüllung finden. Beim Gegenteil von Monogamie würde ein Paar damit entlastet werden, da so die Erwartungshaltung nicht jeweils allein erfüllt werden muss. Außerdem könnte jeder sich das erfüllen, worauf er in einer Beziehung Wert legt.

Was für die Monogamie spricht

Ein Großteil der Menschen in Deutschland bevorzugt ein monogames Verhalten. Laut einer Parship-Studie wünschen sich 62 Prozent aller Singles absolute Treue in der Partnerschaft. Auch die Institution der Ehe vermittelt die Zweierbeziehung als ideale Bindungsform.

Entscheiden Sie selbst, ob Monogamie für Sie realisierbar ist

Selbst wenn manche Kritikpunkte ihre Berechtigung haben mögen, ist es eine Frage der individuellen Einstellung. Menschen in einer Paarbeziehung können auch andere Personen attraktiv finden, das muss nicht zwingend in Untreue münden oder die Gefühlswelt derjenigen negativ beeinflussen. Letztlich kommt es auf die Personen selbst an, ob sie eine Möglichkeit finden, ihre Partnerschaft langfristig und glücklich zu gestalten. Es liegt also in Ihrer Hand, für welche Form Sie sich entscheiden. Wichtig ist, eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten einverstanden sind.

Wie kann Monogamie funktionieren?

Wer folgende Punkte beachtet, schafft eine solide Basis für ein stabiles Paarleben auf lange Sicht.

  1. Offene Kommunikation
  • Erwartungshaltung deutlich machen
  • Beziehungsstress nicht vermeiden, sondern austragen
  • Probleme ansprechen
  • Empathie aufbringen
  1. Vertrauensbasis schaffen
  • Keine Kontrolle
  • Gemeinsame Momente schaffen, auch ohne Handy
  • Gegenseitige Freiräume gewähren
  1. Alltag zu zweit gestalten
  • Gemeinsame Ziele im Alltag setzen
  • Zusammen Hobbys ausleben
  • Langfristige Pläne erstellen
  1. Sexualität mit dem Partner ausleben
  • Offen über Wünsche sprechen
  • Überraschungsmomente schaffen
  • Sich gegenseitig verwöhnen

„Monogamie oder Polygamie?“ – Eine Frage persönlicher Wertvorstellungen

Egal, wie hartnäckig Befürworter und Kritiker das Beziehungsform angreifen oder verteidigen – letztlich sollte jeder für sich selbst entscheiden, was am besten zu Ihnen passt. Für manche mag Monogamie keine Option sein. Wer sich dafür entscheidet, kann auch sein persönliches Liebesglück finden. Stehen beide Partner zu ihren Wertvorstellungen, stimmt diese ideelle Basis überein und werden kleine Tipps im Alltag befolgt, kann auch eine monogame Beziehung langfristig funktionieren.

Die Gegenüberstellung in Kürze

  Monogamie Polygamie
Intention Exklusive Liebe Liebe hat keine Grenzen
Verhaltensmuster Paarbezogen Nach außen offen
Bindungsverhalten Stabil Stabil
Sexualität Treueschwur Offen
Kinder ja ja
Ehe ja Deutschland: maximal eine Ehe

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