Wahre Liebe: Über die Bedeutung und die wichtigsten Anzeichen

Wahre Liebe zu finden ist eine der größten Sehnsüchte der Menschen. Ein Blick reicht aus, um sich zu verstehen. Eine innige Umarmung spendet noch nie gekannte Geborgenheit. Und ein leidenschaftlicher Kuss entfacht ein loderndes Feuer im Herzen. Es ist schwer, passende Worte zu finden. Und doch können wir wahre Liebe erkennen.

Sie befinden sich in einer dauerhaften Beziehung und haben die Verliebtheit der Anfangsphase mit der rosaroten Brille hinter sich gelassen. Gehen Sie in sich, wissen Sie jetzt, dass es etwas Tieferes gibt, das Sie und Ihren Partner verbindet. Dieses Gefühl bedeutet mehr als nur das Herzklopfen der ersten Stunden. Ist das die wahre Liebe, um die sich so viele Erzählungen und Mythen ranken?

Inhalt:

Was ist wahre Liebe? Ein Versuch der Definition

Dieses intensive Gefühl der Verbundenheit lässt sich nur schwer ganz klar definieren. Immerhin ist wahre Liebe eine sehr persönliche und individuelle Empfindung. Dennoch haben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder Geistliche und Philosophen an einer allgemein gültigen Definition der echten Liebe versucht. Eine der ältesten stammt aus dem antiken Griechenland.

Sie bestimmt gleich vier Arten der Liebe, die sie allesamt als wahre Liebe bezeichnet – nur setzt sie dabei jeweils einen anderen emotionalen Fokus zu der Person, die sie empfängt. Ihr zufolge gibt es bei jeder Art von Liebe einen Hauptfaktor, der sie charakterisiert und von den anderen abgrenzt.

1. Storge

Die familiäre Form der Liebe nannten die alten Griechen Storge. Dazu zählt die wahre Liebe zwischen Eltern und Kindern sowie eine innige Vertrautheit unter Freunden. Sie gilt als Gefühl von Warmherzigkeit und Zuneigung. Weil es schwierig ist, die Storge klar von der Philia abzugrenzen, wird beiden Formen heute oft die gleiche Bedeutung zugeschrieben.

2. Philia

Freundschaft oder Liebe? Ähnlich wie Storge bezeichnet auch Philia die freundschaftliche Vertrautheit, doch schließt sie die familiäre Liebe nicht mit ein. Dafür umfasst der Begriff auch platonisches Begehren – heute verstehen wir darunter meist sexuelles Verlangen, das unerfüllt bleibt.

3. Eros

Sie gilt als die besonders leidenschaftliche Form der wahren Liebe. Der Begriff geht zurück auf Eros, den Gott der begehrlichen Liebe. Diese Art bezeichnet romantisches und sexuelles Verlangen, das nach Ansicht der Griechen die Menschen wie eine übergeordnete Macht packt. Sich ihr zu widersetzen sei unmöglich, jedoch könne man das Gefühl den Philosophen zufolge zähmen.

4. Agape

Mit diesem Begriff bezeichneten die Griechen die Form der uneigennützigen, also altruistischen Liebe. Auch Nächstenliebe gilt als Synonym für Agape. Das Wohl des anderen steht im Vordergrund. Dabei geht es stärker um Wohlwollen und weniger um Begehren. Agape wird auch als Gottesliebe verstanden, die sowohl die Liebe des Menschen zu Gott als auch umgekehrt meint.

Mithilfe dieser Definition der vier Arten von Liebe ist es einfacher, sich dem Begriff der echten Liebe zu nähern. Diese lässt sich nicht einfach auf eine der vier Kategorien reduzieren, sondern muss als Mischform verstanden werden.

Die aktuelle Definition von Liebe – Ein Mix aus Allem

Heute beschreibt wahre Liebe ein Ideal oder eine Sehnsucht, wie die gegenseitigen Gefühle in einer vollkommenen Beziehung aussehen sollten. Der Partner ist gleichermaßen bester Freund, Objekt der Begierde, der Leidenschaft und der aufopferungsvollen Hingabe – also vereint er alle vier Arten der Liebe gleichwertig in sich. Dieses reine Gefühl bindet Menschen aneinander, egal wie unterschiedlich sie von außen betrachtet wirken mögen.

Wahre Liebe erkennen: Achten Sie auf diese 5 Anzeichen

In modernen Partnerschaften kommt es teilweise zu recht unterschiedlichen Vorstellungen von echter Liebe. Zum Beispiel geht das Konzept der Polyamorie davon aus, dass man gleichzeitig mehreren Menschen gegenüber Liebe empfinden kann, ohne dass deren Qualität jeweils besser oder schlechter wäre.

Auch wenn sich die Ansichten darüber, was wahre Liebe genau ist, von Mensch zu Mensch teils stark unterscheiden, lassen sich bestimmte Gemeinsamkeiten ausmachen, die Sie auch mit den Fragen zum Verlieben testen können. Erkennen Sie die folgenden Anzeichen bei Ihrem Partner und sich selbst, können Sie davon ausgehen, die Liebe gefunden zu haben.

1. Wahre Liebe und Empathie

Lieben Sie Ihren Partner, können Sie sich in ihn hineinversetzen. Sie sind in der Lage, die Gefühle und Gedanken des anderen nachzuvollziehen und bringen Verständnis auf, auch wenn es mal kracht. Falls es dem anderen schlecht geht, haken Sie so lange nach, bis er es Ihnen erzählt. Wo andere wegschauen, bohren Sie nach. Das macht wahre Liebe aus. Im Gegensatz zu einem Narzisst stellt das gegenseitige Empathie-Empfinden den Egoismus des Einzelnen in den Schatten. So wird das Glück als Grundlage Ihrer Beziehung der wichtigste Teil Ihrer Handlungsmotivation.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Ihr Partner kommt von der Arbeit nach Hause. Sein Blick klebt am Boden, der Begrüßungskuss ist halbherzig. Völlig entkräftet versinkt er im Sofa. Sie wissen sofort, dass etwas nicht stimmt, doch lassen sich nicht mit einem „Alles ist gut“ abfertigen. Denn Sie leiden mit ihm. Bei einem Glas Wein sprechen Sie über die Vorkommnisse und gehen gemeinsam mit einem Lächeln ins Bett.

2. Vertrauen

Was wahre Liebe noch ist? Sie hält den Partner nicht an der kurzen Leine. Sie wissen, dass Sie Ihrem Partner voll und ganz vertrauen können. Sie gewähren ihm die Freiheiten, die er braucht. Auch wenn Sie eine enge Bindung zueinander aufgebaut haben und monogam leben, heißt das nicht, dass der Einzelne völlig im anderen aufgeht. Sie verstehen Unterschiede und lieben die Andersartigkeit Ihres Partners.

Typisches Beispiel für wahre Liebe: Das Wochenende naht – die Sonne soll scheinen und die ersten Frühjahrsblüten versetzen Sie in eine angeregte Stimmung. Genau jetzt plant Ihr Partner einen Wochenend-Trip mit seinen Freunden. Auch wenn Sie gern Zeit zu zweit verbracht hätten: Sie wünschen ihm viel Spaß und genießen die Zeit für sich. Sie freuen sich als Kompromiss auf das nächste gemeinsame Wochenende.

3. Leidenschaft

Auch, wenn die anfänglichen Wellen der Euphorie in einer längeren Beziehung abgeflaut sind: Wenn Sie ihre wahre Liebe gestehen, lodert immer noch das Feuer der Leidenschaft. Doch an den Flammen der großen Emotionen können Sie sich auch einmal verbrennen. Immerhin beinhaltet Leidenschaft auch „Leiden“. Deswegen gehört Vergebung auch zur emotionalen Hingabe zueinander. Selbst wenn es mal zu unbedachten Äußerungen kommt. Wahre Liebe stützt und hält auch Tiefen aus. Die Höhen werden umso schöner sein.

Alltagsbeispiel: Ihr Partner überschüttet Sie mit Vorwürfen, die Sie zunächst nicht nachvollziehen können. Doch Sie bleiben ruhig – denn Sie wissen, er meint es nicht persönlich. Sie sind schließlich für ihn da, auch wenn mal der Frust raus muss. Am Ende nehmen Sie sich in die Arme und besprechen, was der Auslöser für den Ausbruch war.

4. Echte Liebe: Immun gegen äußere Einflüsse

Egal, was Ihr Umfeld über Ihre Beziehung sagt – Sie stehen darüber. Äußere Einflüsse oder schlechte Rede kann Ihre wahre Liebe nicht ins Wanken bringen. Sie wissen, was Sie an Ihrem Partner haben und umgekehrt. Das kann nichts erschüttern. Reißt Ihnen jemand Ihr Haus ein, bauen Sie es gemeinsam wieder auf.

Beispiel: Eine Person aus Ihrem näheren Umfeld kann Ihren Partner nicht leiden. Ständig redet sie von den Fehlern, die Ihr Partner in der Vergangenheit begangen hat – die Sie natürlich schon längst kennen. Da Sie offen und ehrlich über alles sprechen, wissen Sie voneinander, dass Sie gemeinsam wachsen und solche Situationen überwinden werden.

5. Wahre Liebe und Gemeinsamkeiten

Auch, wenn Sie beide Individuen sind und in vielerlei Hinsicht geteilter Meinung sein können, besteht zwischen Ihnen ein Konsens darüber, wie Sie Ihr gemeinsames Zusammenleben gestalten wollen. Sie teilen die gleichen Ziele und blicken optimistisch in die Zukunft. Natürlich kann es dabei auch mal zu Beziehungsproblemen kommen. Wahre Liebe bedeutet Arbeit – auch wenn sie sich nicht danach anfühlt. Immerhin heißt es in einer Beziehung, aneinander und miteinander zu wachsen.

Typisches Beispiel: Ihr Musikgeschmack ist völlig unterschiedlich. Während Ihr Partner gern Hard Rock hört, ist Ihnen deutscher Schlager lieber. Das kann an manchen Tagen nervig sein – doch dann denken Sie daran, als Sie das letzte Mal über gemeinsame Kinder gesprochen haben. Ihre gemeinsame Wohnung machen Sie gerade fit für Nachwuchs. Da können Sie schon mal ein paar härtere Gitarrenklänge aushalten – und Ihr Partner die Stimme Ihrer Lieblingssängerin.

Fazit: Wahre Liebe ist vor allem eines: ein Ausdruck Ihres Herzens

Die Suche nach der wahren Liebe ist der Suche nach dem Sinn des Lebens sehr ähnlich – denn letztlich muss jeder selbst definieren, was sie für ihn genau bedeutet. Niemand kann Ihnen vorschreiben, wie Ihre Beziehung zu sein hat oder was Sie dabei zu fühlen haben.

Wichtig ist, dass Sie selbst im Innersten wissen, dass Ihr Partner genau der Richtige für Sie ist und Sie auch andersherum mit völliger Überzeugung sagen können, dass er das Gleiche für Sie empfindet – daran erkennen Sie wahre Liebe. Sie ist mehr als Verliebtheit und kann zwischen Ihnen beiden von einem zarten Pflänzchen zu einem kräftigen, widerstandsfähigen Baum wachsen.

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