Einseitiger Kinderwunsch: Was tun, wenn der Partner keinen Nachwuchs will?

Einseitiger Kinderwunsch – eine enorme Belastungsprobe für eine Beziehung. Sie wollen Ihre Paarbeziehung auf eine höhere Stufe heben und das Wunder erfahren, ein neues Leben in die Welt zu setzen – doch Ihr Partner lehnt das ab? Dann gilt es, gemeinsam nach den Ursachen zu forschen. Möglicherweise lässt sich Ihr Partner doch von ihrem Kinderwunsch überzeugen.

Das Glück eines gemeinsamen Babys kann einem Paar ganz neuen Schwung verleihen. Die gemeinsame Fürsorge, Erziehung und liebevolle Hingabe zum Nachkömmling intensiviert das Verhältnis zum Partner und stellt das Leben vor spannende Herausforderungen. Doch was, wenn der Partner kein Kind will?

Inhalt:

Wenn der Mann kein Kind will

Bei Männern steht die Qualität im Vordergrund. Oft sind sie zufrieden, wenn sie in einer glücklichen Beziehung leben. Konfrontiert die Partnerin den Mann mit ihrem Wunsch nach einem Baby, denkt er zuerst an die Veränderungen des Alltags und seine Rolle als Vater. Aus folgenden Gründen kann er ihr Verlangen nach dem Familienzuwachs (noch) nicht teilen.

Er fühlt sich nicht reif für ein Kind

Für den Mann ist es an erster Stelle wichtig, ob er sich selbst bereit für ein Kind fühlt. Kann er die zusätzlichen Belastungen stemmen – in finanzieller, emotionaler und zeitlicher Hinsicht, oder fühlt er sich damit überfordert? Oft begründet sich ein einseitiger Kinderwunsch darin, dass der Mann noch Baustellen im Kopf hat, die er vor der Familiengründung schließen möchte. Das kann berufliche Sicherheit sein, aber auch die Frage, ob er sich emotional reif für ein Kind fühlt.

Die Umstände müssen passen

Danach geht es um die Frage der Versorgung des Kindes. Will ein Mann kein Kind, kann das an bestimmten Rahmenbedingungen liegen, die aus seiner Sicht noch nicht passen. Wie schätzt er die häuslichen Bedingungen ein? Wie ist es um das familiäre Umfeld bestellt? Gibt es ausreichend Möglichkeiten für die Kinderbetreuung? Solange er hier keine zufriedenstellenden Antworten findet, kann er den Nachwuchs ausschließen.

Einseitiger Kinderwunsch: Hat er die richtige Partnerin?

Während Frauen eine sehr direkte Bindung zum Kind aufbauen, bildet sich die Liebe zum Baby beim Mann über die Frau. Für ihn ist demnach der Kinderwunsch stark an die Zuverlässigkeit seiner Partnerin gekoppelt und ob er sich eine gemeinsame Zukunft mit ihr über Jahrzehnte hinaus vorstellen kann.

Wenn der Mann kein Kind will, sprechen Sie darüber, an welchen Schrauben Sie drehen können, um ihm das Gefühl zu vermitteln, dass Sie wirklich bereit für ein Kind sind. Ein einseitiger Kinderwunsch darf nicht direkt persönlich genommen werden

Wenn die Frau kein Kind will

Frauen müssen allein mit den körperlichen und hormonellen Veränderungen umgehen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Sie stößt oft auf Unverständnis. Schließlich ist nur sie in der Lage, Nachkommen auszutragen. Doch genau das kann beim einseitigen Kinderwunsch oft das Problem sein – und darüber hinaus.

Das klassische Rollenbild als Hürde

Auch nach der Geburt des Kindes wird der Frau eine höhere Verantwortung zuteil. Zwar wird das klassische Modell des „Ernährer-Mannes“, der sich um die finanzielle Sicherheit der Familie kümmert und der „Fürsorge-Frau“, die für die Kindererziehung zuständig ist, aufgeweicht. Dennoch haben diese klassischen Rollenbilder immer noch Bestand und können besonders für Frauen, die Karriere machen wollen, eine Hürde sein. Mit ein wichtiger Grund, warum eine Frau (noch) kein Kind will.

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Sie traut ihm das Vater sein nicht zu

Liegt der einseitige Kinderwunsch beim Mann, kann dies ebenso daher rühren, dass die Frau ihrem Partner nicht zutraut, die neu entstehenden Herausforderungen zu meistern. Wie bewertet sie die berufliche Situation oder emotionale Stabilität des Mannes, und hält sie ihn zum jetzigen Zeitpunkt für fähig, ein Kind zu erziehen?

Frau will kein Kind wegen Kindern des Ex-Partners

Für beide kann es auch ein Hindernis sein, wenn sie aus einer früheren Partnerschaft Kinder mitbringen. Vielleicht war dies der ausschlaggebende Trennungsgrund der vorangegangenen Beziehung. Dann müssen Sie besonders sensibel sein und sich sehr vorsichtig an das Thema herantasten. Entsteht wegen einer solchen Erfahrung ein einseitiger Kinderwunsch, hat Ihr Partner das Kapitel „Nachwuchs“ womöglich schon abgeschlossen. Versuchen Sie ihm zu vermitteln, dass zwischen Ihnen eine ganz neue Konstellation besteht, und räumen Sie Beziehungszweifel aus dem Weg, die aus der negativen Vorgeschichte entstanden sind.

Wie kann der Partner vom Kinderwunsch überzeugt werden?

Sofern hinter der Ablehnung des Kinderwunsches kein persönliches, unveränderbares Grundsatz-Programm steckt, lassen sich Lösungen finden. Sprechen Sie ehrlich darüber, warum Ihr Partner den einseitigen Kinderwunsch nicht teilt. Gilt sein „Nein“ für immer, oder ändert sich womöglich in Zukunft seine Einstellung noch? Wenn ja, wie können Sie Ihrem Partner helfen, damit auch er bereit für ein Kind ist?

1. Zeigen Sie Geduld

Vielleicht müssen Sie mit dem einseitigen Kinderwunsch erst einmal zurückstecken und abwarten, bis sich bestimmte Dinge geändert haben. Geben Sie Ihrem Partner Zeit und fragen Sie, je nachdem, wie resolut er oder sie geantwortet hat, später noch einmal nach. Das kann nach ein paar Wochen sein, aber auch mehrere Monate dauern. Setzen Sie sich selbst nicht allzu sehr unter Druck. Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, sollten Sie nicht leichtfertig treffen. Beide Partner sollten zu einhundert Prozent dazu stehen.

2. Einseitiger Kinderwunsch? Entscheiden Sie gemeinsam

Haben Sie gemeinsam eine Entscheidung getroffen, sollten Sie diese kompromisslos akzeptieren – egal, wie sie ausfällt. Haben Sie das Thema Nachwuchs auf Eis gelegt, halten Sie sich zurück, den Partner vor Schaufenster mit Babykleidung zu schieben. Denken Sie an Ihre Abmachung und sprechen Sie den einseitigen Kinderwunsch nur an, wenn Sie beide vereinbart haben, nach einer gewissen Zeit noch einmal darüber nachzudenken.

3. Stehen Sie hinter Ihrem Partner

Haben Sie sich für ein Kind entschieden, seien Sie nicht hämisch, wenn sich Schwierigkeiten ergeben, auf die Sie im Vorfeld hingewiesen hatten. Bleiben Sie lösungsorientiert und beharren Sie beim bisher einseitigen Kinderwunsch nicht darauf, Recht gehabt zu haben. Gehen Sie die Beziehungsprobleme an, aber machen Sie sich gegenseitig keine Vorwürfe. Sie haben gemeinsam die Entscheidung getroffen – und das aus Überzeugung. Bei der Frage nach einem Kind gibt es keine Kompromisslösungen.

Kommen Sie nicht auf einen Nenner, führt kein Weg daran vorbei, auch über „Trennung ja oder nein?“ nachzudenken – so schmerzhaft das sein mag.

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Fazit: Einseitiger Kinderwunsch = das Ende jeder Partnerschaft?

Warum lehnt Ihr Partner den Wunsch nach Nachwuchs ab? Gehen Sie den Ursachen dieser Frage auf den Grund. Wenn ein Mann oder eine Frau kein Kind will, muss das nicht an Ihnen oder Ihrer Beziehung liegen. Möglicherweise sind hat es mit dem Umfeld, der beruflichen Situation Ihres Partners oder schlechten Erfahrungen in seiner Vergangenheit zu tun. Sogar Selbstzweifel können hinter einem einseitigen Kinderwunsch stecken, sodass sich der andere einfach noch nicht bereit für ein Baby fühlt.

Sprechen Sie offen und ehrlich miteinander und machen Sie sich beiden keinen Druck. Dann kann sich die Einstellung womöglich noch ändern, und am Ende lässt sich Ihr Partner von seinem eigenen Kinderwunsch überzeugen.

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