Trennung – wenn eine Beziehung zu Ende geht

Wenn eine Liebe zerbricht, zerbricht eine ganze Welt. Und so manch einer ist schon im Tal der Tränen ertrunken. Aber was sind eigentlich die häufigsten Gründe für eine Trennung und wie kann man das Ende einer Beziehung am besten verarbeiten?

Inhalt

→ Wie Trennungsgedanken entstehen
→ Die häufigsten Alarmsignale vor der Trennung
→ Der Trennungsschmerz und seine Bedeutung
→ Wie sich die Deutschen trennen

Wie Trennungsgedanken entstehen

Ist es der schlechte Sex, der Ihre Vorstellung einer perfekten Beziehung nicht erfüllt oder doch die Tatsache, dass er sich finanziell nicht am Haushalt beteiligt, da sein ganzes Geld für die Jahreskarte seines Lieblingsfußballvereins drauf geht? Was es auch ist, es gibt die vielfältigsten Trennungsgründe. Dies sind die häufigsten Störfaktoren, welche die Frage „Soll ich mich trennen?“ aufkommen lassen:

7. Platz

Es geht eben doch nicht immer nur um das Eine: Sexuelle Probleme lösen vergleichsweise selten Trennungsgedanken aus.

6. Platz

Etwas häufiger lässt da schon eine Alkoholsucht des Partners Zweifel an der Beziehung aufkommen.

5. Platz

Lässt plötzlich ein anderer Mann oder eine andere Frau das Herz höher schlagen, kann das die aktuelle Partnerschaft in Frage stellen.

4. Platz

Gleich drei Störfaktoren teilen sich den vierten Platz. So hört bei Geld nicht nur die Freundschaft auf, sondern auch so manche Beziehung. Ähnlich schlimm: Eifersucht sowie ihr Gegenstück, der Seitensprung.

3. Platz

Nicht nur Promi-Ehen leiden darunter, wenn die Partner keine Zeit füreinander haben. Auch unter „Normalos“ sorgt dieser Umstand für etliche Trennungen.

2. Platz

Vertrauen ist die Basis einer jeden guten Beziehung. Geht es verloren, ziehen viele einen Schlussstrich.

1. Platz

Was sich liebt das neckt sich? Von wegen! Häufiger Streit ist Grund Nummer eins für Trennungsgedanken.

Die häufigsten Alarmsignale vor der Trennung

Kein Paar trennt sich „einfach so“. Oft gibt es einen konkreten Anlass – einen Treuebruch oder eine große Lüge. Manchmal aber leben sich zwei Menschen auch einfach nur auseinander. Und trotzdem gibt es auch dafür Vorzeichen, die sich deuten lassen.

Von der Liebe auf den ersten Blick hat jeder schon einmal gehört. Sie entsteht in Momenten voller Magie und es bedarf keiner Worte, damit im besten Fall beide wissen: Das ist mein Traumpartner! Doch auch die tiefste Liebe ist keine Garantie für Ewigkeit. Und was am Anfang oft überraschend und wortlos passiert, passiert am Ende oft genauso wortlos – aber schleichend.

Denn in der Regel gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass etwas im Argen liegt und das Liebesglück auf sein Ende zusteuert. Das belegen auch die Ergebnisse einer Umfrage, die Parship unter rund 2700 Singles durchgeführt hat: Nur jeder Fünfte ist von dem Trennungswunsch seines Partners tatsächlich überrumpelt.

Denn seien wir einmal ehrlich: Menschen, die sich lieben, schauen sich gegenseitig in Herz und Seele. Irgendwann kennt man den anderen, weiß, wie er tickt und woran man merkt, dass es ihm schlecht geht. Und man entwickelt ein einzigartiges Miteinander: kleine Rituale und Gesten, eine eigene Sprache, Kosenamen und Gewohnheiten, nie Dagewesenes und immer Wiederkehrendes – die Liste ließe sich endlos fortführen. Man wird vielleicht nicht zum offenen Buch füreinander, aber die Liebe kommuniziert ohne Worte – und genau deshalb lässt es sich auch nicht verbergen, wenn sie am Ende ist.

Sex und Zärtlichkeit

Ein erster Indikator dafür, dass eine Beziehung nicht mehr zu retten ist, ist die nachlassende Körperlichkeit. Das gaben 37 Prozent der Befragten in der Umfrage an. Und diese Antwort ist wenig verwunderlich, ist doch das Bedürfnis danach, den anderen hautnah zu spüren, ein Zeichen größter Verliebtheit – denken Sie nur an die erste Zeit einer Beziehung. Die meisten Pärchen kommen gerade zu Anfang kaum aus den Laken heraus. Und so ist der Sex in den meisten Beziehungen das Erste, das nachlässt, wenn es dem Ende entgegen geht.

Ähnlich ist es mit den Zärtlichkeiten im Alltag. Dem anderen über die Wange streichen oder durchs Haar fahren, ein Abschiedskuss am Morgen, eine Umarmung am Abend – bleiben diese kleinen Gesten immer öfter aus, dann ist das kein Zufall.

Kommunikation

Vieles von dem, was nicht direkt ausgesprochen wird, äußert sich indirekt. Das kann – wie oben erwähnt – durch die Körpersprache passieren oder aber auch in der Art der Kommunikation mit dem Partner. Enden Ihre Gespräche immer öfter in gereizter und nervöser Stimmung? Kritisieren Sie häufiger als sonst aneinander herum? Und sprechen Sie überhaupt noch miteinander? Bei 23 Prozent der Studienteilnehmer war das nämlich nicht – oder fast nicht – mehr der Fall.

Freizeit

Und nicht zuletzt verbringt ein Pärchen, das imstande ist, sich zu trennen, immer weniger Zeit miteinander. 23 Prozent der Befragten gaben an, dass sie kurz vor der Trennung immer häufiger getrennt ausgegangen sind. 15 Prozent haben nicht einmal mehr den Urlaub gemeinsam geplant.

Das Herz spürt als erstes, noch lange vor dem Verstand, dass eine Liebe vergeht. Es beginnt, sich langsam zu distanzieren. Und vielleicht ist es auf diese Weise auch ganz gut so. Andernfalls wäre jedes Ende ein abruptes …

Der Trennungsschmerz und seine Bedeutung

Nach dem Ende einer Beziehung fallen viele Menschen in ein tiefes Loch und erleben verschiedene Phasen des Liebeskummers. Richtiges Trauern will gelernt sein, damit das Leben eines Tages wieder Spaß macht.

So weh sie auch tut, die Trauer nach einer Trennung hat eine ganz wichtige Funktion. Immerhin ändert sich mit einem Mal das Leben: Die erste Nacht ohne den Partner, der Tag des Auszugs oder der Sonntagabend allein vor dem Fernseher – all das sind Momente, in denen Ihnen schmerzhaft vor Augen geführt wird, dass etwas fehlt.

Die Trauer ist vergleichbar mit dem Tod eines Menschen, denn in beiden Fällen ist eine geliebte Person aus unserem Leben gerissen worden. Die Pläne für eine gemeinsame Zukunft sterben von heute auf morgen und an die Stelle von Alltag und Ritualen tritt erst einmal ein großes Nichts. Je bedeutsamer der Platz, den ein Mensch in unserem Leben eingenommen hat, desto größer ist auch die Leere, die bei einer Trennung zurückbleibt. Die Trauer dient dazu, Enttäuschung und Wut nach der Trennung zu verarbeiten. Die Wunde muss bluten, damit sie gereinigt wird und irgendwann heilen kann.

Das Maß nicht aus den Augen verlieren

So schwer es manch einem fällt, den Kummer zuzulassen, so schwer fällt es einem anderen, damit wieder aufzuhören. Denn mit der Trauer ist es wie mit fast allem – irgendwann muss es gut sein. Eine genaue Zeitangabe dafür, wie lange man innerlich schwarz tragen darf, gibt es nicht. Psychologen sprechen aber von drei Phasen, die der Trauernde durchläuft: Verleugnen der Trennung, Wut auf den Ex-Partner und das Leben und schließlich die Akzeptanz des Unabänderlichen.

Kritisch wird es dann, wenn sich der Verlassene in seinem Schmerz vergräbt. Unter Umständen kann eine Weigerung dahinterstehen, die Beziehung loszulassen. Durch die Trauer werden die Emotionen zum Ex-Partner und die Vergangenheit (künstlich) am Leben gehalten. Seien Sie ehrlich zu sich selbst oder bitten Sie Freunde um eine ehrliche Meinung: Wenn Sie glauben, dass Ihnen das Verarbeiten und Loslassen allein nicht gelingt, suchen Sie sich professionelle Hilfe. Lebenskrisen sind schwer allein zu bewältigen.

Natürlich trauern

Schmerz und Trauer sind schwer auszuhalten, doch sie sind wichtig, um mit einer Lebensphase abzuschließen und in eine neue zu starten. Vergessen Sie also nie – es gibt Licht am Horizont und es wird der Tag kommen, da ist alles durchlebt, der Schmerz verarbeitet und die positiven Erfahrungen überwiegen die negativen.

Weinen erlaubt

Lassen Sie die Tränen zu. Frauen fällt dies kulturell bedingt leichter als Männern – Körper und Seele sind in diesem Fall aber geschlechtslos: Beim Weinen werden Stresshormone aus dem Körper gespült und Glückshormone aktiviert. Außerdem verschafft es emotionale Erleichterung, den Tränen freien Lauf zu lassen.

Stehen Sie zu Ihrer Trauer

Wer sich traurig und elend fühlt, fühlt sich immer auch schwach. Und Schwäche ist etwas, das wir vor unseren Mitmenschen gern verstecken. Einen Gefallen tun wir uns damit nicht, denn wer seine Emotionen unterdrückt, läuft Gefahr, in Depressionen zu verfallen. Verzichten Sie also darauf, wenn Sie unter Menschen sind, die Sie schätzen und denen Sie vertrauen, und versuchen Sie nicht den gutgelaunten Kasper zu spielen.

Gesunde Ablenkung

Gehen Sie unter Menschen und lenken Sie sich ab, ohne den Schmerz zu verleugnen. Positive Erlebnisse und das Gefühl, dass das Leben weitergeht, werden genau dafür sorgen. Und eines Tages können Sie sich an den Schmerz nicht einmal mehr richtig erinnern – versprochen!

Wie sich die Deutschen trennen

In den meisten Fällen sind einer Trennung wochenlange Reibereien und Streitigkeiten vorausgegangen. Als sei das noch nicht schlimm genug, gestaltet sich oft auch das Überbringen der alle Hoffnungen vernichtenden Nachricht zu einem persönlichen Fiasko. Parship hat nachgefragt, wie sich deutsche Paare trennen.

Eine jüngst veröffentlichte Parship-Umfrage unter rund 700 Personen bringt einige unerwartete Fakten zum Trennungsverhalten der Deutschen ans Tageslicht. Zwar gehen ihr zufolge die meisten Trennungen mit einem persönlichen Gespräch einher (52 Prozent), was man wohl intuitiv auch erwartet hätte.

Wobei Frauen statistisch betrachtet ein größeres Redebedürfnis zu haben scheinen als Männer. Dennoch erfuhr fast jeder Fünfte (19 Prozent) bloß schriftlich davon, dass der Partner seine Hoffnungen in den Fortbestand der Beziehung begraben hat. Hierbei liegen die Briefform (inkl. Email) und die ultrakurze SMS mit 9 beziehungsweise 8 Prozent fast gleichauf. Immerhin rund 2 Prozent der Befragten wurden lediglich via Chat, Instant Messaging oder einer Nachricht in einem sozialen Netzwerk wie etwa Facebook oder Google+ darüber „informiert“, dass die Beziehung aus sei. In nicht wenigen Fällen wird also in Deutschland eine Partnerschaft unpersönlich „auf dem Schriftweg“ beendet.14 Prozent der Befragten berichten davon, dass der Ex-Partner mittels eines Telefonats reichlich Sicherheitsabstand zwischen sich und dem Verlassenen herstellte. Besonders traurig: 4 Prozent (also rund 28 Personen der Umfrage) erwischten ihren Partner in flagranti, als er sich gerade mit einer anderen beziehungsweise einem anderen vergnügte.

Das Fazit der Parship-Umfrage dürfte also lauten: Die Deutschen bleiben in Sachen Beziehung beenden erstaunlich häufig unpersönlich und ausweichend. Das persönliche Gespräch stellt zwar die am häufigsten gewählte Option dar, sieht sich jedoch einer ganzen Reihe von „indirekteren“ Trennungsarten gegenüber.

Für alle, die irgendwann einmal vor einer traurigen Entscheidung stehen sollten, gibt Parship Single-Experte und Buchautor Eric Hegmann (u.a. „Die Traumprinz-Falle“ und „Heldenfrühstück“) eine einfache, doch tiefsinnige Empfehlung: „Beim Schluss machen gilt: Machen Sie es so, wie Sie selbst gern behandelt werden möchten.“ Auch wenn wir nicht beeinflussen können, wie unser Partner mit uns im Falle einer Trennung umgehen würde, können wir doch wenigstens an unserem eigenen Verhalten arbeiten und die Größe haben, ihm in die Augen zu schauen, wenn die letzte Stunde gekommen ist.