Partnerwahl: Worauf achten Männer und Frauen?

Die Bar platzt aus allen Nähten. Laufend kommen neue Gäste herein, aber nur bei einer stockt dem attraktiven Typen am Tresen kurz der Atem. Das ist sie doch, die Mutter seiner Kinder! Funktioniert Partnerwahl tatsächlich so? Evolutionsbiologen beweisen dies mit einer Reihe von Kriterien, die weltweit Geltung haben. Allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung bei Männern und Frauen. Und die Partnerwahl-Psychologie kann endlich sagen, in welchen Fällen Gegensätze sich anziehen und wann sich gleich und gleich gern gesellt.

Inhalt

Wissenschaftliche Partnerwahl Kriterien

Warum sich zwei Menschen zusammentun, beschäftigt die Wissenschaft schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Diverse Fachrichtungen arbeiten sich noch heute an dieser Frage ab – und bringen immer wieder neue Erkenntnisse zu Tage. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, zu komplex ist das Thema Partnerwahl. Aber es gibt diverse Erklärungsansätze, die sich teilweise gut ergänzen. So ist die Wahl des Partners zu einem großen Teil durch die Evolution begründet. Unsere Partner-Wunschbilder beziehungsweise unsere sexuellen Strategien sind durch unsere Natur geprägt; und der geht es bei der Partnerwahl in erster Linie um Fortpflanzung. Das Abchecken der äußeren Erscheinung ist dann auch der erste Schritt. Männer wie Frauen entscheiden innerhalb weniger Sekunden, ob ihr Gegenüber ein potentieller Partner ist. Etliche Wissenschaftler vermuten allerdings, dass das Objekt der Begierde gar nicht bewusst gewählt wird, sondern dass unbewusste Eindrücke einen Menschen anziehend machen – die Psychologie der Partnerwahl. Folgende neun Kriterien sind ausschlaggebend dafür, für welchen Partner wir uns entscheiden:

  • Äußerliche Attraktivität
  • Sozialer Status
  • Alter
  • Bindungsverhalten
  • Religion
  • Lebensstil
  • Persönliche Charakterzüge
  • Zuverlässigkeit
  • Treue

Aufgrund unterschiedlicher evolutionsbiologischer Ziele gewichten Männer und Frauen diese Partnerwahl Kriterien allerdings unterschiedlich.

Partnerwahl bei Frauen: Was ihr an ihm wichtig ist

Geht es um langfristige Beziehungen achten Frauen bei der Partnerwahl primär auf den sozialen und wirtschaftlichen Status des Mannes – schließlich soll der zukünftige Vater für den Nachwuchs sorgen können. Auf dasselbe Konto gehen die Wunsch-Merkmale Verlässlichkeit, emotionale Stabilität und charakterliche Reife. Aber auch Zärtlichkeit, Ehrlichkeit und Güte lassen weibliche Hormone in punkto Partnerwahl tanzen. Doch nicht nur die Gene haben ein Wörtchen mitzureden bei der Partnerwahl von Frauen, sondern auch Erziehung und das familiäre Umfeld. So konnten Psychologen beweisen, dass sich Frauen Ehemänner suchen, die ihren Vätern ähneln. Je inniger das Vater-Tochter-Verhältnis, desto ausgeprägter die spätere Ähnlichkeit des Ehemannes mit dem Vater. Für Männer gilt dieses Muster übrigens auch – sofern die Bindung zur Mutter positiv war.

Partnerwahl bei Männer: Darauf achtet er

Was wollen Männer? Sexuelle Abwechslung! In diesem Punkt können sie sich super mit der Evolution herausreden. Schließlich sollen ihre Gene möglichst weit gestreut werden. Äußerliche Attraktivität (als Indikator für Gesundheit und Fruchtbarkeit) steht bei der Partnerwahl bei Männern dementsprechend an erster Stelle. Dicht gefolgt von der weiblichen Treue (schließlich wollen sie sichergehen, dass der Nachwuchs auch von ihnen ist). Glücklicherweise haben aber nicht nur die Gene bei der Partnerwahl des Mannes mitzureden. Noch weitere Faktoren sind hierbei wichtig – die wiederum auch Frauen betreffen und deswegen im folgenden Abschnitt ausgeführt werden.

Was es mit der Partnerwahl-Psychologie auf sich hat

Gleich und gleich gesellt sich gern

Nicht nur unser biologisches Erbe, sondern auch unsere Kultur prägt unsere Partnerwahl. So ist bewiesen, dass sich Paare nur selten über soziale Grenzen hinweg binden. Häufiger finden Menschen mit vergleichbaren Werten, sozialem Hintergrund und Bildungsniveau zueinander. Übereinstimmende Lebenseinstellungen und eine ähnliche psychische Stabilität erhöhen zudem die Erfolgschancen einer glücklichen Partnerschaft. Auch ähnliche Lebensereignisse und Interessen schaffen Gemeinsamkeiten und verbinden. Gleich und gleich gesellt sich also wirklich gern. Diese These wird auch von der Sympathie-Forschung untermauert: Menschen sind sich sympathisch, wenn sie Übereinstimmungen feststellen. Da Frauen hier offenbar genauer hinschauen als Männer, liegt der Job, diese Übereinstimmungen herauszuarbeiten, in der Regel bei ihnen. Frau entscheidet, ob der Mann zu ihr passt – die Psychologie der Partnerwahl ist also in Frauenhand.

Gegensätze ziehen sich an

Lediglich bei Äußerlichkeiten gilt die Favorisierung von Übereinstimmungen nicht – zumindest was den sexuellen Reiz betrifft. Hier handeln Menschen nach dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“, wie eine kanadische Wissenschaftlerin herausgefunden haben will. Was evolutionsbiologisch auf jeden Fall Sinn macht, da so das Inzest-Risiko reduziert wird.

Diese Tipps zur Partnerwahl sollten Sie kennen

  1. Auf das Bauchgefühl hören
    Verliebte können sich beim Thema Partnerwahl also gut auf ihr Bauchgefühl verlassen. Egal ob für Familienplanung oder eine heiße Affäre – ihr Unterbewusstsein, beziehungsweise ihre Gene, werden ihnen den Weg zum passenden Partner weisen.
  2. Verstand nicht ausschalten
    Dennoch sollten Sie Ihren Verstand bei der Partnerwahl nicht komplett ausblenden, da er bei der Suche oder Analyse von „gleich und gleich gesellt sich gern“ durchaus hilfreich ist. Die eigentliche Selektion erledigt der Beziehungsmarkt dann mit seinem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Denn die mitunter arg archaischen Vorstellungen vom Traumpartner sind lediglich Wunschbilder.
  3. Persönlichen Marktwert optimieren
    In der Realität werden diese Ideale notgedrungen an die aktuelle Lage auf dem Markt der Eitelkeiten angepasst. Der wichtigste regulierende Faktor dieser Marktwirtschaft ist dabei der eigene Marktwert. Was man bekommt, hängt in erster Linie davon ab, was man zu bieten hat. Auf die Steigerung des eigenen Marktwertes sollten Sie also in Zeiten großer und starker Konkurrenz ruhig Zeit und Energie verwenden. Partnerwahl und Partnersuche ist eben eine ebenso komplexe wie manchmal zeitraubende Angelegenheit – die im realen Leben nicht immer den Regeln der Evolution folgen kann, auch wenn sie immer wieder daran anknüpft.

Fazit: Partnerwahl – so unterscheiden sich die Geschlechter

Evolutionsbiologen und Psychologen haben herausgefunden, warum Mann und Frau sich für einen bestimmten Partner entscheiden – und dabei einige Unterschiede entdeckt. Während Männer Äußerlichkeiten priorisieren,sind Status und finanzielle Sicherheit das, was Frauen wollen. Ein ähnlicher sozialer Hintergrund und Wertekanon sowie ein vergleichbares Bildungsniveau schweißen zusammen!