Blickkontakt: So erkennen Sie ihn rechtzeitig

Neulich in der U-Bahn: Dieser attraktive Typ – hat er gerade Blickkontakt aufgenommen? Jetzt guckt er auf sein Smartphone. Oh, jetzt sieht er melancholisch aus dem Fenster. Aber sein nächster Blick trifft wieder: mich. Kurzer Augenkontakt. Dann drehe ich den Kopf beiseite, es soll ja nicht zu auffällig aussehen. Wenn sich das nächste Mal unsere Augen treffen, lächle ich ihn an … Doch nicht immer lässt sich der Blickkontakt zwischen Mann und Frau richtig deuten. Welche Anzeichen Interesse verraten, wie Sie darauf reagieren können und welche Tipps Sie kennen sollten, erfahren Sie im folgenden.

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Warum ist Blickkontakt wichtig?

Ohne Wasser kann man nicht schwimmen. Ohne Blickkontakt nicht flirten. Erstaunlich, wie viel sich zwei Menschen sagen können, ohne ein Wort miteinander zu wechseln. Unsere Mimik ermöglicht es uns, aus der sicheren Distanz heraus Nähe herzustellen. Ein Blick sagt mehr als 1.000 Worte.

Manchmal reicht ein kurzer Blickkontakt und unser Herz beginnt zu rasen. Manchmal wird ebenso schnell klar: Da wird nichts laufen, weil der interessierte Blick ins Leere läuft oder das angeflirtete Gegenüber demonstrativ wegguckt.

Blickkontakt richtig deuten ist gar nicht so einfach. Zum einen merken wir manchmal schlicht nicht, dass wir interessiert angesehen werden. Dirk W. Eilert, Buchautor* und Experte für Gesichtserkennung, sagt, dass nur 18 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer einen Flirtversuch auch bemerken. Um besser zu verstehen, was beim Augenkontakt vor sich geht, ist es hilfreich, ein paar Fakten zu kennen:

Blickkontakt: sechs spannende Erkenntnisse

  1. Interesse zeigen, ja. Starren, nein! Aber wie lang ist lang genug und wann wird der Augenkontakt als unangenehm empfunden? Britische Wissenschaftler wissen die Antwort: 3,3 Sekunden ist demnach das Maß der Dinge.
  2. Geweitete Pupillen verraten Gefallen am Gegenüber. Laut einer Studie wirkt das sowohl auf das männliche als auch das weibliche Geschlecht attraktiv. Die Weitung lässt sich nicht steuern, es ist eine Reaktion unseres Nervensystems und weist auf körperliche Erregung hin.
  3. Frauen und Männer nehmen auf unterschiedliche Weise Blickkontakt auf, so das Ergebnis einer anderen Untersuchung. Während sie sich auf das Gesicht fokussiert, schweift er zwischen Gesicht und Körper hin und her.
  4. Wenn der Blickkontakt nicht nur einmalig, sondern wiederholt vorkommt und gepaart ist mit einem Lächeln und leicht gesenktem Kopf (Frauen) beziehungsweise leicht weg gedrehtem Kopf (Männer) bedeutet das: Hier hat jemand Interesse, so Gesichts-Leser Eilert.
  5. Der sogenannte Dreiecksblick signalisiert noch mehr, nämlich: große Lust auf einen Kuss. Beim fortgeschrittenen Flirt wandert der Blickkontakt von den Augen zum Mund und wieder zurück.
  6. Liebe auf den ersten Blick? Mehr als 60 Prozent glauben daran, vor allem Männer. Also: Ruhig öfter mal einen Blickkontakt riskieren, liebe Frauen!

Neben den Gemeinsamkeiten beim Augenkontakt gibt es aber auch einige geschlechtsspezifische Unterschiede, die leicht übersehen werden.

Den Blickkontakt eines Mannes deuten

Woran erkenne ich, dass der Mann, der den Blickkontakt aufnimmt, mich anziehend findet? Zunächst wird er nicht nur einmal schauen, sondern immer wieder für eine kurze Dauer von zwei bis drei Sekunden. Wenn er dabei noch lächelt und den Kopf ein wenig wegdreht – bestens! Streicht er sich während des Schauens gedankenverloren über das Kinn, spricht dies ebenfalls für Interesse.

Achtung: Kein Interesse bei ihm besteht, wenn Mann den Blickkontakt nur ein einziges Mal kurz aussendet. Weder lächelt er noch wendet er sich mit seinem Körper zu – stattdessen guckt er anderswo hin. Hier ist nichts zu holen.

Den Blickkontakt einer Frau deuten

Und wie erkennen die Herren der Schöpfung, dass eine Frau mehr als einen Blickkontakt wagt? Auch sie wird es nicht beim einmaligen Augenkontakt belassen, sondern in kurzen Abständen immer wieder hinüberschauen. Je öfter, desto länger werden die Blicke. Hebt sie leicht Augenbrauen oder Oberlider an, ist das ebenfalls positiv, so Gesichtsexperte Eilert. Lächelt sie und ist ihr Mund dabei leicht geöffnet – wunderbar! Oftmals ist ihr Kopf dabei leicht gesenkt und sie gibt die Sicht auf den Hals frei. Wenn die Frau noch dazu mit den Haaren oder Schmuck spielt, stehen die Zeichen gut, dass ihre Neugier geweckt ist.

Achtung: Anders sieht es aus, wenn die Frau den Blickkontakt ignoriert beziehungsweise demonstrativ in eine andere Richtung schaut. Ihr Körper ist abgewandt und in ihrem Gesicht ist Desinteresse am Gegenüber zu erkennen – zudem lächelt sie nicht oder guckt gar genervt in die Richtung desjenigen, der versucht, Aufmerksamkeit zu ergattern. Spätestens hier sollte der Blickkontakt abgebrochen werden.

Wie auf Augenkontakt reagieren?

Wie Sie auf Blickkontakt antworten, nachdem Sie ihn gedeutet haben, hängt natürlich davon ab, welche Gefühle der Flirt bei Ihnen auslöst: positive? Dann lassen Sie sich auf das Spiel der Augenpaare ein und schauen wiederholt zurück. Kommt dann noch ein Lächeln ins Spiel, signalisiert dies: Du bist mir sympathisch. Was daraus folgt? Schauen wir mal!

Tipp: Sollte der Augenkontakt jedoch kein Interesse auslösen oder sich sogar unangenehm anfühlen, drücken Sie dies unmissverständlich aus. Dies passiert am besten durch eine abweisende Mimik, sowohl bei Körperhaltung als auch durch einen abgewandten Blick. Die Botschaft: Ich sehe da rein gar nichts!

Fazit: Das sollten Sie beim Blickkontakt beachten

Sie haben gesehen: Augen sind beim Flirten elementar. Wer das ignoriert und sich, ohne vorher in die Augen zu sehen nähert, darf sich über einen Korb nicht wundern. Ob der Blickkontakt mehr als ein zufälliges Ereignis ist, lässt sich anhand bestimmter Merkmale deuten. Während einige Verhaltensweisen sowohl bei Männern als auch bei Frauen ähneln, gibt es konkrete Unterschiede nach Geschlecht. Die Übersicht fasst die wichtigsten Punkte noch einmal in Kürze zusammen:

Blickkontakt eines Mannes deuten Blickkontakt einer Frau deuten
Wiederholtes, kurzes Anschauen und wieder wegsehen Beim wiederholten Anschauen hebt sie die Augenbrauen und das Oberlid kurz an
Blick wird gehalten und Kopf leicht seitlich gedreht Blick kommt leicht von unten, Hals wird präsentiert
Fokus variiert zwischen Augen und Körper Fokus vorrangig auf Gesicht
Nervositätsgesten wie z.B. Kratzen am Kinn/Bart Nervositätsgesten wie z.B. Spielen mit Haarsträhnen/Schmuck
Augen lächeln mit Pupillen sind geweitet
Körperhaltung spiegelt sich Offenes Lächeln