Trennungsschmerz: Wenn das Alleinsein wehtut

01.08.2019 Antonia Müller

Du stehst vor der Frage: Schluss machen – ja oder nein? Du fühlst, dass diese Partnerschaft nicht mehr funktioniert und unglücklich ist, und dass ihr euch gegenseitig im Weg steht. Die Liebe ist erloschen und die Gefühle schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. Doch irgendwie bekommst du es einfach nicht hin, den endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Zu groß ist deine Angst davor, etwas falsch zu machen oder wieder allein zu sein.

Sich aus Angst nicht zu trennen, ist genauso falsch und schlecht, wie aus Angst in eine Beziehung zu starten. Es wird nicht gutgehen. Lege deine Angst ab. Frage dich: Was könnte Schlimmes passieren? Die einzige Antwort sollte im Normalfall sein, dass du wieder allein bist und dein Leben wieder selbst in der Hand hast. Das kann am Anfang etwas beängstigend sein, aber es braucht genau diesen Schritt, um wieder für etwas Neues offen zu sein. Etwas, das eventuell genau das Richtige ist.

Den Trennungsschmerz überwinden

Nach einer Trennung solltest du dich absolut auf dich selbst konzentrieren. Das Wichtigste ist, dass du wieder ins Gleichgewicht kommst – nicht nur, was deinen inneren, sondern auch deinen äußeren Zustand betrifft. Musst du dir vielleicht eine neue Wohnung suchen oder die alte von Erinnerungsstücken befreien? Musst du deinen Alltag, deinen Freundeskreis und deine Hobbys neu organisieren? Müssen Wunden verheilen und der Herzschmerz vergehen? Nimm dir alle Zeit der Welt dafür. Wer nach einer kurzen Trennungsphase gleich eine neue Beziehung eingeht, der stolpert zu schnell in einen Neuanfang. Dann ist der nächste Partner mit dazu da, die alten Erfahrungen und Emotionen aufzuarbeiten oder zu überdecken, und das wäre ihm gegenüber nicht fair. Stell dir vor, wie es für dich wäre, wenn du eine Beziehung mit jemandem eingehst, der seinen Trennungsschmerz noch nicht überwunden hat.

Trennungsschmerz: Das Scheitern einer Beziehung aufarbeiten

Wer eine Trennung überwinden will, sollte sich keine Frist setzen. Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die einen brauchen ein paar Wochen, die anderen mehrere Monate. Egal, wie lange die Trennungsschmerz-Dauer ist, sie hat eine Daseinsberechtigung. Du musst dich an die neue Situation erst wieder gewöhnen und mit ihr klarkommen. Danach kannst du dir überlegen, was du willst, was du nicht mehr willst, was du aus deiner vorangegangenen Beziehung gelernt hast und was dein neuer potenzieller Partner unbedingt mitbringen muss. Wer seinen Trennungsschmerz nicht verarbeitet hat, der nimmt diesen mit in eine neue Beziehung, was zu Misstrauen, Eifersucht, Unsicherheit oder anderen negativen Begleiterscheinungen führen kann.

Trennungsschmerz: Männer und Frauen verarbeiten ihn unterschiedlich

Machen Männer andere Trennungsschmerz-Erfahrungen als Frauen? Die Antwort ist ein eindeutiges Ja! Natürlich leiden beide unter einem Liebes-Aus. Wie intensiv sich dieser Liebeskummer darstellt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie lange hat die Beziehung gedauert? Gab es Zukunftspläne? War der Partner gefühlt auch der Richtige? Die Person, mit der man sich auch eine Familie vorgestellt hat? Je mehr Platz der Ex-Partner im Leben eingenommen hat, desto schwerer ist es natürlich, diesen wieder zu füllen.

So verarbeiten Frauen Trennungsschmerz

Viele Frauen tendieren dazu, den Fehler bei sich zu suchen. Hätte ich mehr machen können? Hätte ich mehr kämpfen müssen? Stimmt etwas mit mir nicht? Frauen versuchen, die Trennung zu analysieren. Sie suchen den Punkt, an dem die Beziehung angefangen hat, auseinanderzugehen und überlegen sich selbst im Nachhinein, ob sie es hätten verhindern können.

Da Frauen oftmals schneller sind als Männer, sich eine gemeinsame Zukunft vorzustellen und auszumalen, müssen sie mit mehreren zerplatzen Träumen zurechtkommen. Zum Liebeskummer kommt bei ihnen leider oftmals auch Selbstzweifel.

So gehen Männer mit Trennungsschmerz um

Männer sind nicht weniger emotional. Eine Trennung kann sie am Boden zerstört zurücklassen. Aber sie sind pragmatischer. Es hat nicht geklappt, es hat nicht sollen sein – so lautet oftmals ihre Schlussfolgerung. Sich in der Vergangenheit aufzuhalten, die Intensität des Liebeskummers noch mit alten Erinnerungen zu füttern und Schlüsselmomente der Beziehung in Gedanken wieder zu durchleben? Das ist nicht ihre Art. Männer stürzen sich in Ablenkung und versuchen das Vergangene nicht zu analysieren. Der Trennungsschmerz vergeht bei ihnen in der Regel schneller als bei Frauen.

Trennungsschmerz: 5 Tipps, wie du ihn loswirst

Kurz nach einem Beziehungs-Aus ist der Herzschmerz besonders groß. Das sind die fünf wichtigsten Tipps, wie du ihn lindern kannst. Danach heißt es: Die Zeit heilt alle Wunden.

1. Die Erinnerungs-Box

Geschenke vom Ex-Partner, gemeinsame Fotos, Kleidungsstücke und Co. – in deiner Wohnung erinnert dich noch viel zu viel an deine verflossene Liebe. Du brauchst diese Dinge nicht wegzuwerfen, aber schaff sie aus deinem Blickfeld. Die ständigen Erinnerungen an deinen Ex-Partner und an einst glückliche Zeiten schmerzen nur unnötig. Besorge dir einen Umzugskarton und packe alles dort hinein.

2. Kontakt abbrechen

„Wir können ja Freunde bleiben!“ – ein Satz, der vielleicht ganz nett gemeint ist und auch von beiden Parteien als Wunschvorstellung so funktioniert. Aber in der Realität nicht. Wenn du dich frisch getrennt hast und der Liebeskummer an deinem Herzen nagt, kannst du keine Freundschaft mit deinem Ex-Partner eingehen. Vielleicht irgendwann, aber nicht direkt im Anschluss an eine Trennung. Du musst erst einmal lernen, dass dein Leben jetzt wieder ohne ihn oder sie stattfindet.

3. Alkohol ist keine Lösung

Im ersten Moment scheint Alkohol ein ziemlich gutes Lösungsmittel zu sein. Sich mit Freunden zu verabreden, feiern zu gehen, sich abzulenken … All das kann nach einer Trennung gut funktionieren. Die betäubende Wirkung von Alkohol lässt den Trennungsschmerz für einen kurzen Moment ganz klein erscheinen. Doch auf Dauer ist das nicht nur ungesund, sondern funktioniert einfach nicht. Wer seinen Liebeskummer nur betäubt und ertränkt, kann ihn nicht aufarbeiten und kommt so auch nicht über ihn hinweg.

4. Wochenend-Planungen

Die Wochenenden sind für viele Frischgetrennte das Schlimmste – hier haben sie normalerweise immer etwas Schönes mit dem Partner unternommen oder es wurden wichtige To-dos von der Liste gemeinsam abgearbeitet. Jetzt sollst du auf einmal zwei ganze Tage alleine verbringen? Schwierig. Versuche daher, deine Wochenenden zu planen. Besuche deine Familie oder Freunde, mach einen Städtetrip oder einen Kurs. Umgib dich mit Menschen, die dir guttun.

5. Pimp your Selbstwertgefühl

Mach etwas für dich. Zieh dein Lieblingsoutfit an, style dich, geh shoppen oder in den Spa-Bereich, lass dich massieren oder komplett umstylen. Alles, was dazu beiträgt, dass du dich aktiv, attraktiv und wohl in deinem Körper fühlst, ist gut. So bietest du den Selbstzweifeln keine große Angriffsfläche. Wenn du das Gefühl hast, dass der Trennungsschmerz dir all deine Energie raubt, dann treibe Sport und geh an die frische Luft. Es gibt nichts Besseres für die Psyche.

Trennungsschmerz ist nicht das Ende von allem

Vertraue darauf, dass die Liebe ihren Weg zu dir findet. Hat diese Beziehung nicht funktioniert, dann war sie auch nicht die richtige. So weh es tut und so falsch es sich im ersten Moment auch anfühlen wird – wenn eine Beziehung in die Brüche geht, hat es einen guten Grund. Das Wichtigste ist nun, dass du dich nicht in den Trennungsschmerz und den Liebeskummer reinsteigerst und aufgibst. Arbeite deinen Herzschmerz, deine Enttäuschung und deine Verletzung auf und wage dann einen Neuanfang.

Alles ganz einfach

In unserem Video erfahren Sie, wie es nach der Anmeldung weitergeht. Gleich ansehen und dann ausprobieren. Die Anmeldung ist kostenlos.

Zur Anmeldung