Singles in Deutschland: Die wichtigsten Fakten und Zahlen im Überblick

Die Anzahl der Singles in Deutschland ist groß. Das ist Fakt. Interessanter ist jedoch die Frage, was die Hintergründe sind. Sind Singles einfach zufrieden mit ihrem Status? Oder haben womöglich auch gestiegene Ansprüche an einen Partner und finanzielle Unabhängigkeit mit der Single-Statistik zu tun? In welchen Bundesländern gibt es die meisten Solo-Gänger und wie alt sind sie vorrangig? Wir sind all diesen spannenden Fragen auf den Grund gegangen.

Inhalt:

Wie viele Singles leben in Deutschland?

Die Erkenntnis unserer aktuellen Studie verrät: Alleinstehende sind in Deutschland keine Minderheit. Knapp 17 Millionen Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren sind derzeit allein. Gemessen an einer Bevölkerungszahl von etwa 52,6 Millionen, handelt es sich um eine Single-Rate von 32 Prozent. Unstrittig ist demnach, dass das Solo-sein derzeit ein verbreiteter Lifestyle-Trend ist.

Single-Statistik nach Geschlecht

Veränderte Geschlechterrollen, Emanzipation und die steigende Zahl von Frauen in Führungspositionen sind mitverantwortlich dafür, dass die Anzahl der Singles in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Wenngleich zu vermuten wäre, dass vor allem Frauen immer weniger Zeit und Lust auf eine feste Beziehung haben, weist unsere aktuelle, bevölkerungsrepräsentative Studie kaum einen Unterschied in der Geschlechterverteilung auf: Mit rund 34 Prozent bleiben Männer unwesentlich häufiger allein als Frauen mit 30 Prozent.

Differenzierung nach Altersgruppen

Singles in Deutschland haben es offenbar einfach nicht eilig mit einer Beziehung! Unsere aktuelle Studie zeigt: 50 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen sind ohne Partner. Bei diesen Altersgruppen nehmen die Zahlen vergleichsweise konstant ab und erreichen mit 24 Prozent den niedrigsten Wert für die 35- bis 44-Jährigen. Scheidungen und der Verlust des Partners sind sicherlich wesentliche Faktoren für die stetig steigende Zahl an Singles zwischen 45 und 65 Jahren, mit einem Höchstwert von fast 36 Prozent bei den 55- bis 65-Jährigen.

Die deutschlandweite Verteilung der Singles nach Bundesländern

Gefragt, wie leicht es sei in ihrer Stadt einen Partner kennenzulernen, machten Singles in Deutschland je nach Bundesland unterschiedliche Angaben. Schwer wird die Partnersuche überwiegend in den neuen Bundesländern empfunden. Die Höchstwerte erreichten hier Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für Singles in Berlin und Hamburg hingegen scheint die Auswahl, wie auch die Gelegenheiten jemanden kennenzulernen, reichhaltig. Hier gab eine Mehrzahl der Befragten an, es sei relativ leicht einen Partner zu finden.

Immer mehr Singles in Deutschland: 5 Gründe im Überblick

Allein die Zahl an Singles in Deutschland zu betrachten gibt keinen Aufschluss darüber, ob der Entschluss gegen eine Partnerschaft ein Trend ist oder ein unglücklicher Umstand. Woran liegt es also, dass immer mehr Männer und Frauen partnerlos bleiben? Die fünf wichtigsten Gründe für das Alleinsein.

1. Die Schüchternheit steht im Weg

Die Single-Statistik unserer Parship-Umfrage offenbart, dass Single-Frauen und -Männer in erster Linie selbst glauben zu schüchtern zu sein, um ein Gespräch und die Kontaktaufnahme zu beginnen. Noch unerwarteter war das Ergebnis, dass vor allem Männer (28 Prozent im Vergleich zu 16 Prozent der Frauen) nicht mutig genug sind, eine Frau anzusprechen. Mehr als zwei Drittel der Alleinstehenden (72 Prozent) geben an, nur selten oder sogar nie zu flirten. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) wartet lieber darauf, als Mann oder Frau angesprochen zu werden statt selbst in die Offensive zu gehen.

2. Zu hohe Ansprüche

Neben dem häufig genannten Grund, unabhängig bleiben zu wollen, machen Singles in Deutschland auch hohe Ansprüche bei der Partnerwahl dafür verantwortlich, noch keinen festen Partner gefunden zu haben. Frauen zeigen sich mit über 30 Prozent etwas anspruchsvoller als Männer, die dies zu rund 26 Prozent als ursächlich anführen. Jedoch gab die Mehrheit beider Geschlechter an, im Grunde offen und kompromissbereit zu sein und nur wenige Beziehungsgrundsätze als Deal-Breaker zu betrachten. Nur drei Prozent der Männer und sieben Prozent der Frauen halten sich selbst für unheimlich anspruchsvoll und nicht wirklich kompromissbereit. Wahrer Grund oder Schutzfunktion, fragt man sich angesichts dieser Abweichung zwischen Anspruch und Kompromissbereitschaft.

3. Zeitmangel bei Singles in Deutschland

Deutsche Singles nennen auch Zeitmangel als Grund für seltenes Dating. Auch setzen sie vorrangig andere Prioritäten. 20 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen gaben an, keine Zeit für die Partnersuche zu haben. Wobei rund 15 Prozent beider Geschlechter einräumten, ihren beruflichen Zielen den Vorrang zu geben.

4. Single nach Trennung

Mit ansteigenden Trennungsraten gibt es immer mehr Singles in Deutschland, weil es vielen oft schwerfällt, ein neues Leben nach der Trennung zu beginnen und sich neu zu binden. 16 Prozent der in unserer Parship-Umfrage befragten Männer und 18 Prozent der Frauen gaben an, zu einer neuen Partnerschaft einfach noch nicht bereit zu sein.

Doch wie lange dauert es statistisch, bis ein neuer Beziehungsversuch gewagt wird?

Beide Geschlechter lassen sich rund ein bis zwei Jahre Zeit die Trennung zu verarbeiten und danach wieder fündig zu werden. Dass die Zahlen danach absinken, um in der Zeitspanne zwischen fünf bis zehn Jahren wieder anzusteigen, gibt interessanten Aufschluss auf das Dating-Verhalten in Deutschland: Wer sich nicht direkt nach einem Trauerjahr neu bindet, lässt sich signifikant mehr Zeit, um sich auf eine neue Beziehung einzulassen.

5. Fehlender Schlussstrich nach Beziehungs-Aus

Sind viele Singles in Deutschland deshalb ungebunden, weil sie ihrem Partner zu lange nachtrauern? Unsere Parship-Umfrage belegt, dass jeder zweite Alleinstehende noch mit dem Ex in Kontakt steht. Die Hälfte der Befragten gab an, den Ex nicht vergessen zu können und die verflossene Liebe nach wie vor als Traumpartner zu betrachten. Ist kein klarer Schlussstrich gezogen worden, hat ein neues Liebesglück kaum Chancen. Die Tatsache, dass diese Abnabelung nur in 50 Prozent aller Fälle erfolgt, liefert also einen weiteren Grund dafür, dass es weiterhin deutsche Singles gibt.

Singles in Deutschland: Tendenz steigend

Der Single-Trend der Deutschen ist trotz der Beliebtheit von Online-Dating nicht rückläufig. In Zukunft wird es immer mehr Singles geben. Verschiedene Faktoren spielen bei dieser Entwicklung eine Rolle.

Allein sein kann glücklich machen

 Wenngleich Singles laut Statistik durchschnittlich weniger zufrieden mit ihrem Status sind, als Personen, die in einer Partnerschaft leben, ist das nicht gleichbedeutend mit der Theorie, alle Alleinstehenden seien unglücklich. Über 70 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 65 Jahren gaben im Rahmen unserer Parship-Studie an, sich in einer glücklichen Beziehung zu befinden. 31 Prozent fühlten sich im Vergleich dazu zufrieden mit ihrem Solo-Status, nur 24 Prozent gaben an, unglücklich damit zu sein.

Happy End gewünscht bei Singles in Deutschland

Dass es in unserem Land auch weiterhin Singles gibt, hängt auch damit zusammen, dass die meisten bei der Wahl des Partners keine Kompromisse eingehen und sich einer dauerhaften Zukunft sicher sein wollen. 68 Prozent wünschen sich einen Partner, mit dem sie sie den Rest ihres Lebens verbringen können. Das ergab unsere Parship-Umfrage. Nur insgesamt drei Prozent wünschen sich eine „Freundschaft Plus“. Das weibliche Geschlecht sucht zu zwei Prozent nach dieser unverbindlichen Situation, das männliche Geschlecht zu drei Prozent.

Sozioökonomische Faktoren für Singles in Deutschland

Faktoren, die ebenfalls dafür ausschlaggebend sind, dass es immer mehr Singles gibt:

  1. Engpässe bei der Partnerwahl: Der sogenannte Pillenknick, eine drastische Abnahme der Geburtenrate nach dem Babyboom ab Mitte der 60er-Jahre, spielt eine Rolle bei Singles in Deutschland. Warum das so ist? Frauen orientieren sich bei der Partnerwahl ein paar Jahre nach oben, Männer rund zwei bis vier Jahre nach unten.

Das Ergebnis: Altersgruppen, die während des Babybooms zur Welt kamen, konkurrieren stärker um Partner, die einige Jahre jünger sind, als weitaus weniger Menschen geboren wurden.

  1. Emanzipation sorgt für einen Anstieg der Singles in Deutschland: Frauen wählen häufig eine Karriere und suchen nicht länger die finanzielle Stabilität einer Beziehung.
  2. Der drastische Anstieg der Arbeitslosigkeit: Seit 2006 ist dieser Faktor verantwortlich dafür, dass viele Alleinstehende beruflichen Optionen den Vorrang über das Beziehungsglück geben und im Arbeitsmarkt flexibel bleiben wollen.

Singles in Deutschland: Keineswegs ein Notzustand

Zu den deutschen Alleinlebenden zu gehören, bedeutet keineswegs unglücklich zu sein. 32 Prozent der Bevölkerung lebt ohne Partner, Männer wie Frauen zu etwa gleichem Anteil, während in der Alters-Statistik vor allem deutsche Singles unter 25 Jahren sowie jenseits der 45 tummeln. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Viele halten sich für schüchterne Männer und Frauen oder glauben einfach, keine Zeit für eine Beziehung zu haben. Nicht nur psychologische, sondern auch sozioökonomische Gründe spielen eine Rolle für die steigenden Zahlen der Singles in Deutschland, wie zum Beispiel die weibliche Emanzipation sowie der Anstieg der Arbeitslosigkeit.

In unserer Parship-Studie konnte es deutlich widerlegt, dass Singles generell unglücklich sind: Über ein Viertel sind zufrieden mit ihrem Single-Leben und warten lieber auf den Partner fürs Leben als Kompromisse einzugehen oder flüchtige Affären zu suchen.