Angst vor der Liebe: 5 Strategien, um das Gefühl hinter sich zu lassen

13.04.2018 Antonia Müller

Angst vor der Liebe? Ich doch nicht! Der Richtige war eben noch nicht dabei. Und ich bin mir einfach zu schade, erst eine Reihe von Fröschen küssen zu müssen, also bleibe ich lieber allein bis der Prinz kommt. Ich bin noch nicht bereit für eine feste Beziehung. Kommen dir diese Gedanken bekannt vor? Oder bist du vielleicht frisch verliebt, hast aber Angst vor einer Beziehung und wagst es nicht, dem anderen deine Gefühle zu offenbaren?

Vielleicht hast du auch nach der letzten gescheiterten Beziehung resigniert gedacht: „Ich bin einfach beziehungsunfähig.“ All diese Situationen können Hinweise auf dieses unterschwellige Gefühl sein.

3 häufige Gründe für die Angst sich zu verlieben

Es kann verschiedene Gründe haben, warum die Angst vor der Liebe bei dir aufkommt. Sie beruht oft auf Erfahrungen in der Vergangenheit. Wer sich selbst als bindungsunfähig oder als Mingle betrachtet, dem kann es helfen, sich zu fragen, wovor genau er sich fürchtet. Die häufigsten Gründe sind die Furcht vor Verletzungen und die Sorge, etwas zu verpassen.

Die Angst vor Liebe verletzt zu werden

Wer liebt, ist verletzlich. Die Meinung des Gegenübers wird plötzlich unendlich wichtig. Eine Zurückweisung wäre eine Katastrophe, das Selbstvertrauen ist nur noch ein Scherbenhaufen. Der Weg sich die Notwendigkeit zur Hilfe bei Liebeskummer einzugestehen und zurück zur Lebensfreude zu gelangen ist lang und steinig. Da ist es doch besser, man erspart sich das Ganze und lässt erst gar nicht zu, dass große Gefühle entstehen. Schade! Denn dadurch verschenkst du so viele Gelegenheiten, von Herzen glücklich zu sein.

Die Angst, Freiheit und Individualität zu verlieren

Wer Angst vor der Liebe hat, denkt vielleicht, eine Beziehung ändert alles. Das ganze Leben wird auf den Kopf gestellt und man sieht sich gezwungen, immer wieder Kompromisse einzugehen. Spontaneität geht verloren und man muss ständig Absprachen treffen. Am Ende gibt es kein „Ich“ mehr. Wem diese Vorstellung ein Graus ist, wird sich innerlich gegen jede Beziehung wehren und sich für vermeintliche Freiheit und Individualität entscheiden. Auch die Sorge, etwas zu verpassen kann der Hintergrund der Bindungsangst sein. Keine Flirts mehr, keine Selbstbestätigung, keine Abenteuer. „Lass mir mehr Zeit!“ oder „Ich bin noch nicht bereit für eine feste Beziehung“ sind typische Sätze, wenn dein Gegenüber Angst vorm Verlieben hat.

Die Angst verlassen zu werden

Wer Dauersingle war und endlich den Traumpartner gefunden hat, bekommt oft Angst bei dem Gedanken, den geliebten Menschen wieder zu verlieren. Gerade wenn das Selbstbewusstsein nicht besonders stark ausgeprägt ist, beschleicht uns schnell die Befürchtung, die Erwartungen des anderen zu enttäuschen. Die Trennungsangst ist unausweichlich, wir haben versagt, sind nicht liebenswert. Da lässt man sich doch lieber erst gar nicht auf die Beziehung ein. So muss man dann auch die Scherben des Selbstbildes nicht mühsam zusammenkehren. Man hat Angst vor der Liebe, weil man ihr Ende schon kommen sieht.

Angst vor der Liebe bekämpfen mit diesen Tipps

Angst ist ein Urinstinkt, der den Menschen schützt und damit im Grunde eine gute Sache. Verliebt zu sein, aber Angst vor einer Beziehung zu haben, hindert uns daran, wunderschöne, erfüllende Erfahrungen zu machen. Dieses Gefühl zu besiegen kann uns also nur glücklicher machen. Pack es an! Die folgenden Strategien können dir dabei helfen.

  1. Selbstvertrauen stärken gegen die Angst vor der Liebe: Nur wer sich selbst liebt, kann auch zulassen, geliebt zu werden. Das hörst du sicher nicht zum ersten Mal, aber es ist absolut richtig: Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, verlierst du die Vorstellung, die Erwartungen des Partners nicht erfüllen zu können. Du weißt, dass du als Person liebenswert bist und wunderst dich nicht im Stillen darüber, wie sich überhaupt jemand in dich verlieben konnte. Wenn du die Angst vor der Liebe verlieren möchtest, musst du zuerst die Liebe zu dir selbst zulassen.
  1. Ängste erforschen: Gestehe dir ein, dass du verliebt bist, aber Angst vor einer Beziehung hast und unterdrücke das Gefühl nicht mit dem Gedanken „Ich brauche eben meine Freiheit!“ Frag dich, wovor genau du dich fürchtest und wie realistisch es ist, dass diese Situation wirklich eintritt. Was gewinnst du mit der Vermeidungstaktik, was schützt dich und was verlierst du? Lohnt es sich? Beruht die Angst vor der Liebe auf schlechten Erfahrungen und Verletzungen in der Vergangenheit? Dann frag dich, was das Problem in der Beziehung war und woran das genau gelegen hat. Manchmal haben tiefsitzende Ängste ihre Wurzeln schon in der Kindheit. Vielleicht haben deine Eltern viel gestritten oder dir das Gefühl vermittelt, ihre Liebe erst verdienen zu müssen?
  1. Reden, reden, reden: Wenn du Angst vor der Liebe hast, überlege dir, was dich von dem großen Abenteuer abhält. Was glaubst du in einer Beziehung tun zu „müssen“? Vor welchen vermeintlichen Zwängen scheust du dich? Sprich mit einer vertrauten Person oder mit dem Partner darüber! Bestimmt erweist sich diese Furcht als unbegründet.
    • Tipp: Wenn du dagegen das Gefühl hast, dich für einen Partner verbiegen zu müssen, solltest du diese Beziehung beenden, da derjenige nicht zu dir passt.
  1. Negative Gedanken ablegen: Wer Angst hat sich zu verlieben, hat häufig negative Gedanken wie „Sie ist viel zu gut für mich und wird mich sowieso verlassen“ oder „Warum sollte er mich überhaupt wahrnehmen?“ Mach dir diese negativen Gedanken bewusst und trainiere aktiv das positive Denken. Nimm eine andere Sichtweise ein. Anfangs mag dir das komisch vorkommen, doch mit der Zeit festigt sich ein neues Gedankenmuster und du gehst optimistischer durchs Leben. Statt zu denken: „Sie wird mich sowieso verlassen“, denkst du: „Ich bin gespannt, wohin die Reise führt.“
  1. Angst vor der Liebe? Ins kalte Wasser springen!: Nimm all deinen Mut zusammen und lass dich auf das große Abenteuer ein. Du hast wenig zu verlieren und so viel zu gewinnen! Eine echte Partnerschaft macht dich frei, erweitert deinen Horizont und lässt dich wachsen. Einschränkungen und Zwänge gehören nicht in eine Liebesbeziehung. Also keine Angst vorm Verlieben: Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich in jedem Fall!

Fazit: Angst vor der Liebe überwinden – so schaffst du es

Wer sich eine liebevolle Beziehung wünscht, gleichzeitig aber Angst hat, sich zu verlieben, steckt in einem echten Dilemma. Mangelndes Selbstwertgefühl durch schlechte Erfahrungen der Vergangenheit, die Sorge, Unabhängigkeit zu verlieren oder etwas zu verpassen können Auslöser dafür sein. Schade, denn durch diese Vermeidungstaktik schützt du dich nicht, sondern du schließt so die große Liebe aus deinem Leben aus. Das Gefühl, einem Menschen so nah zu sein, dass man sich ohne Worte versteht. Jemanden zu haben, mit dem du über die gleichen Dinge lachen kannst, mit dem du Abenteuer erlebst oder zur Ruhe kommen kannst. Das alles ist es wert, seine Angst vor der Liebe anzupacken und zu überwinden.

Mit diesen Strategien kann es klappen:

  • Stärke dein Selbstvertrauen und sei gewiss: Du bist liebenswert.
  • Erforsche deine Ängste: Wo haben sie ihre Wurzeln?
  • Sprich über deine Befürchtungen, was Beziehungen angeht.
  • Lege negative Gedanken und Erwartungen ab und denke optimistischer.
  • Ergreife die Initiative! Du hast nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.

Leicht ist es nicht, die Angst vorm Verlieben und einer festen Beziehung zu besiegen. Aber mit etwas Mut und Optimismus schaffst du es ganz bestimmt. Du hast es selbst in der Hand.

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