Mit Bekanntschaften waren vor der Zeit des Internets die Kontaktanzeigen in Tageszeitungen überschrieben. Frauen stellten ihren Lebenspartner anderen häufig als Bekanntschaft (im Gegensatz zum Ehemann) vor - inzwischen hat das Wort den Beigeschmack des Flüchtigen und wird bestenfalls für One-Night-Stands verwendet. Als die Bekanntschaften den Anzeigenteil der Zeitungen eroberten, galt diese Bezeichnung als Fortschritt im Zuge der sexuellen Revolution. Davor nahmen Blätter Kontaktanzeigen nur unter der Rubrik "Heiratsanzeigen" zur Veröffentlichung an, um ihre Seriosität zu wahren. Bekanntschaften zu suchen galt als anstößig: Das gesellschaftliche Ziel hieß Ehe. Erst in den 1970er Jahren änderten sich die Moralvorstellungen. Eine Bekanntschaft zu machen und mit dieser eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, ohne unbedingt sofort ans Heiraten zu denken, wurde zur Norm.
Bekanntschaft aus dem Internet Mit dem Aufkommen des Internets kam auch die Rubrik "Bekanntschaften" aus der Mode. Statt umständlich Briefe postlagernd über Chiffre zu wechseln und dabei wertvolle Zeit zu verschenken, suchen Männer wie Frauen nach Bekanntschaften lieber zielsicher im Netz. Inzwischen geht nach einer aktuellen PARSHIP-Studie die Hälfte der deutschen Singles im Internet auf Partnersuche.
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