Es gibt Zeiten, da kommen Fragen auf, die man lieber vermeiden möchte. Hat er vielleicht eine Neue? Ist sie fremdgegangen? Bin ich noch gut genug? Hält unsere Beziehung? Diese Ängste sind mit fortschreitender Zeit der Beziehung fast unvermeidbar und die Trennungsangst schwebt unheilvoll über beinahe jedem Gespräch. Die Gründe für diesen Argwohn sind oft nur Kleinigkeiten, die beiderseitig überbewertet werden. Da genügt ein eingebildetes Gewichtsproblem, ein unverfänglicher Blick nach einer anderen Frau oder urplötzliche Verhaltensmuster, die man von seinem Partner nicht kennt, um Trennungsangst aufkeimen zu lassen. In den meisten Fällen ist diese aber unbegründet und sollte im Gespräch thematisiert werden.
Ist man sich nicht mehr sicher, dass der Partner einen liebt, sollte man das auf jeden Fall miteinander besprechen. Man sollte sich aber auch im Klaren sein, dass eine Beziehung sich entwickelt. Das anfängliche Verliebtsein und das Schauen durch die rosarote Brille weicht nach einiger Zeit meist einem tieferen Vertrauen, das nicht weniger liebevoll oder begehrenswert ist, sondern eine ganz neue Qualität in eine Beziehung bringt. Viele Verhaltensweisen schleifen sich ein und man glaubt fest, den Partner in- und auswendig zu kennen. Und plötzlich interessiert sich der Partner für Fußball. Dass dann die Alarmglocken schrillen, ist mehr als natürlich, jedoch sollte solche Änderungen in keinem Fall überbewertet werden. Oft macht eine ständig thematisierte Trennungsangst mehr kaputt, als das sie hilfreich ist. Der Partner wird es zunehmend als ärgerlich empfinden, wenn ständig die Frage "Liebst du mich noch?" in den Raum gestellt wird. Das impliziert nämlich schon einen Zweifel an der bestehenden Beziehung und ein gequältes "Ja, natürlich" als Antwort wird auch nicht zur Befriedigung beitragen.
Sollten Sie Zweifel besitzen, die auf einem begründeten Verdacht fußen, dann reden Sie mit ihrem Partner. Völlig tabu sind aber, auch bei empfundener Trennungsangst, Spionageaktivitäten wie das Lesen von E-Mails oder das Durchsuchen des Mobiltelefons. Der Partner hat auch in einer Beziehung das Recht auf eine Privatsphäre, die Sie nicht verletzten dürfen. Dadurch machen Sie nämlich eigentlich das Vertrauen erst nachhaltig kaputt.