PARSHIP > Liebesgeschichten > Heiratsantrag auf der Marathon-Ziellinie

Nordrhein-Westfalen

Ralf (49) und Marion (46)

Marion (46), Assistentin und Ralf (49), Vertriebsleiter aus Holzwickede (Nordrhein-Westfalen) *kennengelernt am 11.05.2006 geheiratet am 11.05.2011* sie hat eine Tochter (20), er zwei Söhne, (23) und (21), aus früherer Beziehung

Ralf und Marion Ralf und Marion  –   © PARSHIP

Wenn es um außergewöhnliche Heiratsanträge geht, besetzen Marion (46) und Ralf (49) Schwarz einen der Spitzenplätze unserer glücklichen Paare. Der Marathon-Läufer hielt erstmals 2006 um ihre Hand an. Das geschah auf der Heimfahrt nach seiner Teilnahme am Großglocknerlauf, der wegen seiner Höhenunterschiede als gewaltige sportliche Herausforderung gilt und gehörige Ausdauer verlangt.

Und so wähnte Marion ihren Sportler verwirrt durch Sauerstoffmangel und murmelte amüsiert nur ein "Ja, ja." Um seine Heiratsabsichtigen zu bestätigen, überlegte sich Ralf eine weitere, besondere Antragsart. Der richtige Zeitpunkt schien gekommen, als er den Frankfurter Marathon absolvierte. Marion war dabei und hatte ihn an den Streckenposten mit Kohlehydraten und Sportdrinks versorgt. Er fertigte vorab ein Transparent und inszenierte damit einen Zieleinlauf: "Marion, wir heiraten!". Diesmal sagte sie spontan "Ja" und der Antrag hängt nun gerahmt in ihrem Schlafzimmer.

Dabei begann die Partnersuche des Paares durchaus herausfordernd. Marion nennt sich zurückblickend "sehr pingelig" und dem forschen Ralf, der mit dem Ansprechen von Frauen nie ein Problem hatte, erschien PARSHIP als zu wenig spontan. Folgerichtig erwies sich der E-Mailverkehr zwischen den beiden als ungewöhnlich kurz: Zwei Tage nach seiner Anmeldung wurden die Telefonnummern ausgetauscht und nach bereits einer Woche hatte er sich mit Marion verabredet. Übrigens: Sie war sein erstes und einziges Date! Auch Marion hatte sich in einem Jahr eher passiver Mitgliedschaft mit keinem Kandidaten getroffen. Doch ihr gefiel Ralfs Profil: "Manche halten mich für bekloppt!" schrieb er. Das war genau ihr Ding: "Ich will das Kind im Mann, keinen dieser typisch Konservativen!" Als sie sich erstmals trafen, funkte es sofort: Sie: "Das passt!" Er: "Wenn es jetzt so locker bleibt, wie vorab am Telefon, dann klappt das!" Und es funkte tatsächlich.

Ihre Gemeinsamkeiten sind ihnen beiden wichtig, doch ihre Unterschiede empfinden sie als spannende Ergänzungen. "Dann werden aus 1+1=3!" erklärt Ralf. Als Beispiel geben sie ihre äußerst gegensätzlichen Einstellungen zur Ordnung an: Während sie Ordnung hält, setzt er zum Beispiel auf Schwerkraftstapeln in geschlossenen Schubläden. Ihren Partner ändern zu wollen, lehnen beide vehement ab: "Das geht nicht!" Ebenso wenig sind Kompromisse ihr Ding. "Das muss 100-prozentig stimmen, Harmonie muss man spüren und absolutes Vetrauen muss selbstverständlich sein!" Gemeinsames Erleben und viel Nähe nennen sie als Erfolgsfaktoren ihrer Partnerschaft. Vielleicht gerade, weil beide diese absolute Harmonie zwischen sich genießen, verbringen sie am liebsten jeden Augenblick miteinander. Selbst bei seinem Lauftraining ist sie dabei und sorgt für den Nachschub an Proviant – im Gegenzug begleitet er Marion zum Fußballplatz, um ihre Tochter aus erster Ehe spielen zu sehen. Ihr Freundeskreis witzelt über so viel Nähe.

Wie die meisten Paare haben Marion und Ralf gemeinsame Rituale entwickelt: So winken sie sich bei jedem Abschied aus dem Fenster zu. Und wenn es nur über die Straße zum Brötchen holen geht. Und sie schreiben sich Hunderte von Zetteln und Briefen. Wenn der Workaholic Ralf jedoch wieder zu viel gearbeitet hat, formuliert sie statt "Ich liebe dich" auch mal ihre Meinung zu seinem Arbeitspensum. So kann Ralf sich nämlich mit dem Thema auseinandersetzen, wenn es ihm zeitlich passt. Die Erfahrung zeigte: Er reagiert dann deutlich aufgeschlossener als in einer hitzigen Diskussion. Gefragt nach Tipps für Partnersuchende nennen beide Konsequenz. Ralf rät: "Keine Kompromisse eingehen. Der Partner muss 100-prozentig stimmen, denn man kann ihn nicht ändern!" Marion bestätigt: "Wenn einem Macken schon nach einer Woche auf die Nerven gehen, dann wird das nichts Dauerhaftes."